Die Elektrik gehört für viele zu den kompliziertesten Themen beim Camper-Ausbau. Begriffe wie Bordbatterie, Solarregler, Wechselrichter oder Ladebooster wirken auf den ersten Blick schnell technisch und unübersichtlich.
Dabei ist die Camper Elektrik gar nicht so kompliziert, wenn Du einmal das Grundprinzip verstanden hast. Im Kern besteht jedes Stromsystem im Wohnmobil aus fünf Bausteinen: Stromquellen, einer Bordbatterie als Energiespeicher, den angeschlossenen Verbrauchern, den passenden Leitungen und den entsprechenden Sicherungen zur Absicherung.
In diesem Guide zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie das Stromsystem im Wohnmobil aufgebaut ist. Du erfährst, welche Komponenten wirklich wichtig sind, um autark zu reisen. Wie Solar, Landstrom und Lichtmaschine effektiv als Deine Energiequelle zusammenarbeiten. Und wie Du Deine Camper Elektrik sinnvoll planen kannst.
Viele der Themen habe ich in meinem eigenen Camper-Ausbau bereits über viele Jahre erfolgreich umgesetzt und ausführlich getestet. Wenn Du tiefer in einzelne Bereiche einsteigen möchtest, findest Du daher im Artikel Links zu detaillierten Anleitungen und Praxiserfahrungen.
Egal ob Du Deinen Camper gerade planst oder Dein bestehendes System im Wohnmobil besser verstehen möchtest: Dieser Artikel soll Dir helfen, die Camper Elektrik einfach und verständlich zu durchblicken.

Inhaltsverzeichnis
Wie funktioniert Camper Elektrik grundsätzlich?
Die Elektrik im Camper folgt einem einfachen Grundprinzip: Strom gelangt über eine oder mehrere Stromquellen in das System, wird in der Bordbatterie gespeichert und anschließend zu den einzelnen Verbrauchern im Fahrzeug verteilt.
In den meisten Wohnmobilen kommt ein 12-Volt-Bordnetz zum Einsatz. Diese Spannung entspricht auch der Elektrik im Fahrzeug selbst und eignet sich gut für viele typische Verbraucher im Camper, wie Beleuchtung, Wasserpumpe, USB-Steckdosen oder einen 12 Volt Kompressor-Kühlschrank.
Durch einen Landstromanschluss auf dem Campingplatz oder über einen Wechselrichter können im Camper zusätzlich auch 230 Volt genutzt werden. Also die gleiche Spannung wie zu Hause aus der Steckdose. Damit lassen sich unter anderem Geräte wie Laptops, Kaffeemaschinen oder Ladegeräte betreiben.
Bei großen Expeditionsfahrzeugen über 7,5 Tonnen wird dagegen häufig ein 24-Volt-Bordnetz verwendet, da diese Fahrzeuge technisch oft auf 24 Volt ausgelegt sind. In den folgenden Artikeln konzentrieren wir uns jedoch ausschließlich auf 12 Volt und 230 Volt, da diese beiden Stromsysteme in den meisten Campern und Wohnmobilen zum Einsatz kommen.

Die drei Stromquellen im Camper
Im Wohnmobil gibt es drei typische Stromquellen, über die Energie in das System gelangt:
- Solaranlage (12 Volt): Entweder fest auf dem Dach installiert oder als faltbares Solarmodul zum Aufstellen. Sie erzeugt Strom aus Sonnenenergie, der über einen Solarregler in die Bordbatterie geladen wird.
- Lichtmaschine des Fahrzeugs (12 Volt): Während der Fahrt kann die Bordbatterie über einen Ladebooster von der Lichtmaschine geladen werden.
- Landstrom (230Volt): Auf Camping- oder Stellplätzen kannst Du Dein Wohnmobil über eine CEE-Außensteckdose an das Stromnetz anschließen. Ein Ladegerät wandelt den 230-Volt-Strom in 12 Volt um und lädt damit die Bordbatterie.
Die gespeicherte Energie wird anschließend über entsprechende Kabel und Verteiler, die für den Einsatz im Fahrzeug ausgelegt sind, zu den verschiedenen Verbrauchern im Camper, wie Beleuchtung, Warmwasserboiler, USB‑Steckdosen, Laptop oder Kühlschrank, geleitet.
Damit das System zuverlässig und sicher funktioniert, ist eine gute Planung der Camper Elektrik besonders wichtig. Dazu gehört, den Stromverbrauch der Geräte zu kennen und alle Komponenten darauf abzustimmen, wie die Größe der Bordbatterie, die Leistung der Solarquelle, sowie den passenden Kabelquerschnitt und die richtige Absicherung durch Sicherungen.
Wie das alles genau funktioniert, welche Kabel, welche Sicherungen und all die vielen anderen Fragen, die jetzt sicher durch Deinen Kopf schießen, klären wir jetzt Schritt für Schritt.
Vereinfacht dargestellt funktioniert das Stromsystem im Camper nach folgendem Prinzip:
Stromquelle → Bordbatterie → Sicherung / Verteilung → Verbraucher

Unser Camper Elektrik Schaltplan
Du wirst in jedem dieser Artikel einen anderen Schaltplan entdecken, der den gerade beschriebenen Camper Elektrik Teil darstellt. Der hier unten aufgeführte Plan ist eine Gesamtübersicht über unsere komplette Elektrik-Installation im Campingbus. Im unteren Teil vom Bild sind nicht alle eingebauten Verbraucher eingezeichnet. Ich habe hier nur ein paar aufgeführt, da alle anderen Geräte immer gleich angeschlossen sind, wie die aufgezeichneten.

Die Bordbatterie: Das Herz der Camper Elektrik
Im Zentrum der Camper Elektrik steht die Bordbatterie. Sie speichert die Energie, die über die bereits genannten typischen Stromquellen in das Elektrosystem gelangt, und stellt diese Energie bei Bedarf den Verbrauchern im Fahrzeug zur Verfügung.
Während die Starterbatterie im Fahrzeug hauptsächlich dafür zuständig ist, den Motor zu starten, versorgt die Bordbatterie alle elektrischen Geräte im Wohnbereich des Campers. Deshalb wird sie häufig auch Aufbaubatterie genannt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Wahl der richtigen Bordbatterie einen großen Unterschied im Alltag machen kann, vor allem, wenn Du länger autark unterwegs sein möchtest.
Viele Camper stellen sich dabei ganz praktische Fragen:
Wie groß muss die Bordbatterie eigentlich sein? Reicht eine einzelne Batterie aus, oder lohnt sich eine Parallelschaltung mehrerer Batterien? Und welche Batterietechnologie ist für den eigenen Ausbau sinnvoll?
👉 In diesem Artikel zeige ich Dir ausführlich, welche Wohnmobil-Batterie für Deinen Camper wirklich sinnvoll ist, wie Du die benötigte Batteriekapazität berechnest und worauf Du bei der Planung Deines Stromsystems achten solltest.

AGM oder Lithium – welche Batterie im Camper?
In Wohnmobilen kommen heute primär zwei Batterietypen zum Einsatz: AGM-Batterien und moderne Lithium-Batterien (LiFePO4). Lithium-Batterien haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen, da sie viel leichter sind, eine deutlich höhere nutzbare Kapazität bieten und mehr Ladezyklen verkraften. Dies führt zu einer höheren Lebensdauer gegenüber AGM-Batterien.
Moderne LiFePO4-Batterien besitzen in den meisten Fällen ein integriertes Batteriemanagementsystem (BMS), das die Zellen überwacht und die Batterie vor Überladung, Tiefentladung oder zu hohen Strömen schützt. Genau solch ein starkes und cleveres BMS wäre für mich eine Grundvoraussetzung bei der Anschaffung einer Bordbatterie. Zudem lassen sich die LiFePO4 Batterien mit BMS einfach per Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet überwachen, wo Du in Echtzeit Deine vorhandene Batteriekapazität kontrollieren kannst.
👉 Wenn Du Dich speziell für Lithium-Batterien interessierst, findest Du hier eine ausführliche Erklärung zu LiFePO4-Batterien im Wohnmobil und wie Du sie 1:1 in Deinem bestehenden System gegen AGM oder Blei-Säure eintauschen kannst und was dabei unbedingt zu beachten ist.
👉 Wenn Du sehen möchtest, wie sich eine LiFePO4-Batterie im Alltag wirklich schlägt, findest Du hier meinen ausführlichen Praxistest einer Supervolt Lithium Batterie im Camper.
Damit aber die Bordbatterie im Camper zuverlässig funktioniert, muss sie natürlich mit Strom versorgt werden. Dafür stehen im Wohnmobil in der Regel drei Möglichkeiten zur Verfügung.
Wie wird die Bordbatterie im Camper geladen?
Im Camper stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, um die Bordbatterie mit Energie zu versorgen. Je nach Ausbau und Reiseart werden diese Stromquellen oft miteinander kombiniert.
Viele Camper nutzen sogar alle drei Ladewege gleichzeitig: Solar beim Stehen, die Lichtmaschine während der Fahrt und Landstrom auf Campingplätzen.
Schauen wir uns die wichtigsten Möglichkeiten im Camper etwas genauer an.

Solaranlage auf dem Dach
Eine fest installierte Solaranlage auf dem Dach erzeugt Strom aus Sonnenenergie. Dieser Strom wird über einen Solarregler kontrolliert in die Bordbatterie geladen.
Der große Vorteil einer Dach-Solaranlage: Sie arbeitet vollkommen automatisch. Sobald Tageslicht vorhanden ist, beginnt sie damit, Energie zu erzeugen und Deine Bordbatterie zu laden. Gerade für Camper, die häufig autark stehen, ist Solar daher eine der wichtigsten Stromquellen.
Bei der Planung einer Solaranlage spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
- Wie viel Stromverbrauch Dein Camper pro Tag hat
- Welche Solarleistung dafür nötig ist
- Welche Solarzellen-Typen im Camper sinnvoll sind
- Ob Du ein oder mehrere Solarmodule verwendest
- Und wie diese miteinander verschaltet werden (Reihe oder parallel)
Eine Solaranlage gehört heute zu den wichtigsten Energiequellen im Camper. Sie lädt Deine Bordbatterie automatisch über Sonnenenergie und sorgt dafür, dass Du auch mehrere Tage autark stehen kannst. Wie Du eine Solaranlage planst, welche Module sinnvoll sind und wie der Anschluss funktioniert, zeige ich Dir im folgenden Artikel, wie ich ein Solarmodul auf unserem Camper montiert habe.

Faltbares Solarmodul als flexible Ergänzung
Neben fest installierten Solarmodulen gibt es auch tragbare und faltbare Solarmodule. Diese lassen sich kompakt im Camper verstauen und bei Bedarf einfach neben dem Fahrzeug aufstellen.
Der große Vorteil: Du kannst das Modul direkt in die Sonne stellen, während Dein Camper im Schatten steht. Gerade im Hochsommer ist das sehr praktisch, wenn Du Dein Fahrzeug bewusst im Schatten parkst und trotzdem Solarstrom erzeugen möchtest.
Ein faltbares Solarmodul kann außerdem eine sinnvolle Ergänzung zu einer festen Solaranlage auf dem Dach sein. Besonders im Frühling und Herbst, wenn der Energiebedarf im Camper wie durch Heizen oder Warmwasser steigt, kann ein zusätzliches mobiles Modul noch einmal extra Energie für die Bordbatterie liefern.
👉 In meinem Artikel zeige ich Dir, wie ein faltbares Solarmodul im Camper angeschlossen wird, ob es direkt an die Batterie oder an einen Laderegler angeschlossen werden sollte und wie sich mehrere Solarmodule sinnvoll miteinander kombinieren lassen.

Laden während der Fahrt (Lichtmaschine)
Während der Fahrt kann die Bordbatterie über die Lichtmaschine des Fahrzeugs geladen werden. Sobald der Motor läuft, erzeugt die Lichtmaschine Strom, der zunächst die Starterbatterie versorgt.
Damit auch die Bordbatterie im Camper zuverlässig geladen wird, kommt in den meisten Ausbauten ein Ladebooster zum Einsatz. Dieser sitzt zwischen Starterbatterie und Bordbatterie und sorgt dafür, dass die Aufbaubatterie mit der richtigen Spannung und dem passenden Ladestrom geladen wird.
Der Ladebooster funktioniert dabei wie ein intelligentes Ladegerät: Er nimmt die Energie der Lichtmaschine auf und passt die Ladespannung automatisch an den Batterietyp an, sodass die Bordbatterie effizient und vollständig geladen wird.
Gerade bei modernen Fahrzeugen mit intelligentem Energiemanagement ist ein Ladebooster besonders wichtig. Diese Fahrzeuge reduzieren oft die Ladespannung der Lichtmaschine, um Kraftstoff zu sparen. Ohne Ladebooster wird die Bordbatterie deshalb häufig nicht vollständig geladen.
Gerade auf längeren Reisen kann die Bordbatterie während der Fahrt bereits wieder einen großen Teil der verbrauchten Energie aufnehmen.
👉 In meiner Einbauanleitung zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du einen Ladebooster im Camper installierst, welche Kabelquerschnitte und Sicherungen notwendig sind und worauf Du bei der Verbindung zwischen Starter- und Bordbatterie achten solltest.

Landstrom Wohnmobil über CEE-Außensteckdose
Auf Camping- oder Stellplätzen kannst Du Dein Wohnmobil über eine CEE-Außensteckdose mit dem Stromnetz verbinden. Über diesen sogenannten Landstromanschluss wird der Camper mit 230-Volt-Strom versorgt, ähnlich wie zu Hause aus der Steckdose.
Damit über Landstrom auch die Bordbatterie geladen werden kann, wird im Camper zusätzlich ein 230-Volt-Ladegerät benötigt. Dieses nimmt den Strom aus dem Stromnetz auf und wandelt ihn in 12 Volt um, sodass die Bordbatterie geladen werden kann.
Je nach Ausbau kann über den CEE-Landstrom-Wohnmobil außerdem ein 230-Volt-Stromnetz im Camper betrieben werden, über das etwa Ladegeräte, Kaffeemaschine oder andere Haushaltsgeräte genutzt werden können.
Landstrom ist besonders praktisch auf Campingplätzen oder bei längeren Standzeiten, da die Bordbatterie so zuverlässig geladen werden kann, ohne dass Solarenergie oder eine Fahrt notwendig sind.
👉 In meinem Artikel zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du eine CEE-Außensteckdose in Deinen Camper einbaust, wie Landstrom sicher ins Fahrzeug geführt wird und worauf Du bei FI-Schutzschalter, Absicherung und Verkabelung achten solltest.

Stromverteilung im Camper: Kabel, Verteiler und Sicherungen
Nachdem wir also dafür gesorgt haben, dass die Bordbatterie geladen wird, muss jetzt der gespeicherte Strom im Camper zu den einzelnen Verbrauchern verteilt werden. Damit das zuverlässig funktioniert, wird der Strom über elektrische Leitungen und Verteiler im Fahrzeug weitergeleitet.
Gerade im 12-Volt-System spielt dabei der richtige Kabelquerschnitt eine wichtige Rolle. Ist ein Kabel zu dünn, kann es zu Spannungsverlusten kommen. Das bedeutet, dass am Ende der Leitung weniger Spannung ankommt und Geräte schlechter oder überhaupt nicht funktionieren. Auch kann es bei einem zu kleinen Kabelquerschnitt zum Erwärmen der Elektroleitungen kommen, was wiederum zu einem Kabelbrand führen könnte.
Als Faustregel gilt: Je länger das Kabel und je höher der Strom, desto größer muss der Kabelquerschnitt sein. Und wie Du genau das herausfindest, dafür gibt es wieder einen separaten, ausführlichen Blogbeitrag, den ich Dir in ein paar Sätzen wieder verlinkt habe.
Neben den Kabeln sind auch Sicherungen ein zentraler Bestandteil der Camper Elektrik. Sie schützen Leitungen und Geräte davor, dass bei zu hohen Strömen Schäden entstehen. Im schlimmsten Fall können falsch abgesicherte Leitungen sogar zu Überhitzung oder Kabelbränden führen.
Deshalb gehört zu einer sicheren Camper Elektrik immer:
- der richtige Kabelquerschnitt
- die Wahl der richtigen Fahrzeugleitung FLY und FLRY-B
- die passende Sicherung
- und eine saubere Verteilung und Beschriftung der Stromkreise
- Massepunkt im Fahrzeug finden
👉 In meinem Artikel zur 12-Volt Verkabelung im Camper zeige ich Dir ausführlich, wie Du den richtigen Kabelquerschnitt berechnest, wo Sicherungen im System eingebaut werden müssen und wie Du Deine Camper Elektrik sicher aufbaust.

230 Volt im Camper: Wann ein Wechselrichter sinnvoll ist
Das Bordnetz eines Campers arbeitet in den meisten Fällen mit 12 Volt Gleichspannung. Viele elektrische Geräte aus dem Alltag benötigen jedoch 230 Volt Wechselspannung, also die gleiche Spannung wie zu Hause aus der Steckdose.
Genau hier kommt ein Wechselrichter ins Spiel. Er wandelt den Strom aus der Bordbatterie von 12 Volt Gleichstrom in 230 Volt Wechselstrom um, sodass auch Haushaltsgeräte im Camper betrieben werden können.
Typische Beispiele für Geräte, die über einen Wechselrichter genutzt werden, sind zum Beispiel:
- Laptop oder Kameraladegeräte
- Kaffeemaschine
- Wasserkocher
- kleine Küchengeräte
Ein Wechselrichter ermöglicht Dir, auch ohne Landstrom und somit abseits von Campingplätzen, 230-Volt-Geräte autark zu nutzen. Gleichzeitig steigt dadurch auch der Energiebedarf im Camper deutlich an, den Deine Bordbatterie, je nach Wechselrichterleistung, auch sicher liefern muss. Daher ist wie vieles bei der Camper Elektrik das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten, wie Batterie, Ladegerät, Leitungen, Sicherungen und Wechselrichter wichtig.
Beim Einbau eines Wechselrichters gibt es also einige wichtige Punkte zu beachten. Da bei höheren Leistungen enorme Ströme aus der Bordbatterie fließen, müssen Kabelquerschnitt und Absicherung passend zur Leistung des Wechselrichters gewählt werden. Außerdem sollte der Wechselrichter möglichst nah an der Bordbatterie installiert werden, um Spannungsverluste zu vermeiden.
👉 In meinem ausführlichen Artikel erkläre ich Dir Schritt für Schritt, wie ein Wechselrichter im Wohnmobil eingebaut wird, worauf Du bei der Auswahl achten solltest und wie das 230-Volt-System im Camper sicher aufgebaut wird.

TN- oder IT-Netz im Camper? Kurz erklärt!
Sobald im Camper ein 230-Volt-System aufgebaut wird, spielt auch die sogenannte Netzform eine Rolle. Dabei wird zwischen TN-Netz und IT-Netz unterschieden. Das klingt jetzt auf den ersten Blick kompliziert, ist aber recht schnell erklärt.
Vereinfacht gesagt beschreibt die Netzform, wie das Stromsystem geerdet ist und wie der Schutz vor Stromschlägen funktioniert.
- Beim TN-Netz wird der Schutzleiter des Landstromanschlusses mit der Fahrzeugmasse verbunden. Dadurch entsteht ein Schutzsystem, ähnlich wie im Haus, sobald das Fahrzeug an das Stromnetz eines Campingplatzes angeschlossen ist.
- Beim IT-Netz ist das 230-Volt-System dagegen vom Fahrzeug elektrisch isoliert. Diese Lösung wird häufig bei reinen Wechselrichter-Systemen verwendet.
Welche Netzform im Camper eingesetzt wird, hängt vom Aufbau des Stromsystems ab, besonders wenn Landstrom und Wechselrichter kombiniert werden.
👉 Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, findest Du weitere Informationen im Artikel zum Wechselrichter Einbau im Wohnmobil.
Stromverbrauch und Batteriestatus im Blick behalten
Gerade wenn Du längere Zeit autark unterwegs bist, kann es sehr hilfreich sein, den Ladezustand Deiner Bordbatterie genau im Blick zu behalten.
Viele moderne Lithium-Batterien bieten heute bereits eine Bluetooth-Überwachung per Smartphone, über die Du Informationen wie Ladezustand, Spannung oder Stromfluss direkt abrufen kannst.
In anderen Systemen – besonders bei älteren Batterien oder gemischten Stromsystemen – kann ein Batteriecomputer sinnvoll sein. Dieser misst den gesamten Stromfluss über einen sogenannten Messshunt und zeigt Dir sehr genau an, wie viel Energie in die Batterie hinein- oder herausfließt.
👉 In meinem Artikel zeige ich Dir Schritt für Schritt, wie Du einen Batteriecomputer im Camper einbaust und worauf Du bei der Installation achten solltest.

Planung der Camper Elektrik: Hilfe bei der Auswahl der richtigen Komponenten
Gerade beim ersten Camper-Ausbau stellt sich oft die Frage, welche Komponenten überhaupt sinnvoll zusammenpassen.
- Welche Batteriekapazität wird benötigt?
- Wie groß sollte die Solaranlage sein?
- Welcher Ladebooster oder Wechselrichter ist sinnvoll?
Mittlerweile gibt es dafür auch Online-Konfiguratoren, die Dich bei der Planung unterstützen können. Dort kannst Du Deinen Strombedarf eingeben und erhältst eine Empfehlung für passende Komponenten.
👉 In meinem Artikel stelle ich einen solchen Camper-Elektrik-Konfigurator vor, mit dem Du Dir ein komplettes Stromsystem für Deinen Ausbau zusammenstellen lassen kannst.
Fazit: Das Stromsystem im Camper Schritt für Schritt verstehen
Ein funktionierendes Stromsystem im Camper besteht aus mehreren Bausteinen, die ineinandergreifen. Energie kommt über Solaranlage, Lichtmaschine oder Landstrom in das System, wird in der Bordbatterie gespeichert und anschließend über Kabel und Sicherungen zu den verschiedenen Geräten im Fahrzeug verteilt.
Wenn diese grundlegenden Zusammenhänge einmal verstanden sind, wird die Planung der Camper Elektrik deutlich übersichtlicher. Viele Fragen lassen sich dann logisch beantworten: wie groß die Bordbatterie sein sollte, welche Ladewege sinnvoll sind oder wann ein Wechselrichter wirklich benötigt wird.
Die einzelnen Themen habe ich in diesem Guide bewusst in mehrere detaillierte Artikel aufgeteilt. Dort findest Du praktische Einbauanleitungen, Hintergrundwissen und Erfahrungen aus meinem eigenen Camper Ausbau.
Wenn Du Deine Camper Elektrik selbst planen möchtest, hast Du damit eine solide Grundlage. Und falls Dir der Einstieg noch schwerfällt, kann ein Camper Elektrik Konfigurator eine hilfreiche Unterstützung sein, um passende Komponenten für Dein Stromsystem zusammenzustellen.
Und wenn Du das Grundprinzip einmal verstanden hast, wirst Du merken: Camper Elektrik ist am Ende gar nicht so kompliziert, wie sie am Anfang vielleicht wirkt.
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Hallo Björn,
Respekt vor derart viel Arbeit und Hingabe, die du in deine Seite investierst! Hut ab 💪
Ich bin auch gerade dabei, mir die Elektrik vorzunehmen. In deinem Schaltbild verwirrt mich allerdings der Wechselrichter oben rechts.
Bitte um Korrektur: ein Wechselrichter konvertiert doch von 12V auf 230V? 🤔 Hier im Schaltbild ist es genau umgekehrt. Oder vertu ich mich da grad mit den Begrifflichkeiten?
VG,
Markus
Hallo Björn
ich habe mit Begeisterung Deine Artikel gelesen und danach nun auch meine Elektrik geplant und zum Teil auch schon umgesetzt. Bin nun gerade dabei die Landstromverkabelung zu machen. FI und LS sind verdrahtet und nun möchte ich an die flexible Leitung 2,5qmm die aus dem Sicherungskasten kommt eine Steckdose anschliessen. Nun habe ich die Frage ob es extra Steckdosen für flexible Leitungen gibt. Im Baumarkt finde ich fast nichts nur ein paar Modelle mit Schraubanschluss. Da bin ich mir aber nicht sicher ob das ok ist, nicht das sich nach gewisser Zeit die Verschraubung aufgrund Rüttellei löst.
Hast Du da noch einen Tip für mich wie ich es am besten löse
Hallo Jens!
Es freut mich zu hören, dass Du meine Artikel nützlich findest und Deine Elektrik im Camper erfolgreich planst und umsetzt.
Zu Deiner Frage Deine Frage:
Es ist möglich, Steckdosen mit Schraubanschluss für flexible Leitungen zu verwenden, aber es gibt einige wichtige Dinge zu beachten. Verwende Aderendhülsen für die flexiblen Leitungen. Diese verhindern, dass sich die feinen Drähte beim Anziehen der Schrauben lösen oder beschädigt werden. Aderendhülsen sorgen für eine bessere Verbindung und verringern die Gefahr von losen Kontakten. Selbst mit Aderendhülsen ist es eine gute Praxis, die Schraubverbindungen regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf nachzuziehen, um sicherzustellen, dass sie fest bleiben.
Liebe Grüße
Björn
Hallo Björn, ich wollte nun auch bald anfangen mit dem Umbau meines T4 auf LiFePO. Was mir zur Zeit nur noch nicht so recht klar ist ist die Sache mit den tiefen Temperaturen: man soll ja nicht laden bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt da sonst die Batterie schaden nimmt . Es gibt wohl BMS (bei teureren Batterien) die das mitbekommen. Meine Batterie hat aber nur einen Schutz gegen Überhitzung (und nicht Unterkühlung). Der Orion Tr Ladebooster selbst bekommt das auch nicht mit und würde also erstmal immer die Batterie aufladen auch im tiefen Winter . Schaltest du das bei dir dann immer manuell über die App aus oder hast du eine andere Idee? Es gibt wohl Temperaturwächter von victron , die sind aber wohl nicht kompatibel mit dem ladebooster (?)….
Hallo Burkhard,
das ist vollkommen richtig. Die LiFePO4 Batterie sollte bei Temperaturen unter 0 °C nicht geladen werden. Dies kann zu einem Schaden an der Batterie führen. Die Entnahme von Energie aus der Batterie ist jedoch kein Problem. Wir nutzen als Bordbatterie die Supervolt LiFePO4, wo es auch bereits einen Praxistest zur Lithium-Eisenphosphat-Batterie gibt. Dort ist ein passendes BMS verbaut, was auch die Temperatur beobachtet und jeden Schaden für die Batterie abwendet. Somit haben wir mit der Temperatur keine Probleme.
In meinen Augen ist für eine langlebige LiFePO4 Batterie ein geeignetes BMS wertvoll. Außer Du kannst Dir selbst eins programmieren zu einer günstigen LiFePO4 Batterie und entsprechend in das Stromkonzept einbauen. Wenn Du viel im Winter unterwegs bist, eignen sich auch Polar-Batterien. Diese haben ein integriertes Heizelement verbaut, wodurch die Batterie auch bei kalten Umgebungstemperaturen bis minus 30 °C zum Laden bereit sind. Im verlinktem Artikel über die Supervolt LiFePO4 beschreibe ich das aber noch einmal detaillierter.
Ich kenne von Victron den „Smart Battery Sense“. Den wirst Du sicher auch meinen. Das Konzept wäre hier tatsächlich das Richtige für Dich, da er auch für die Temperaturüberwachung von LiFePO4 geeignet ist. Laut Bedienungsanleitung offiziell nur für MPPT Laderegler geeignet. Jedoch wird die Verbindung über die VictronConnect App durchgeführt. Dort lässt sich einiges immer noch manuell steuern und anpassen. Auch der Ladebooster von Victron wird über die App gesteuert. Vielleicht kannst Du hier trotzdem was anpassen. Oder den Victron Support mal anschreiben und Nachfragen. Ansonsten kann ich aktuell leider nicht mehr zum Thema sagen, da ich mich hier in diese Richtung bisher nicht weiter beschäftigt habe.
Jetzt hoffe ich aber trotzdem, dass Du eine passende Lösung finden wirst. Irgendetwas muss der Markt ja für dieses Problem hergeben.
Liebe Grüße
Björn
Vielen Dank für deine tollen Beiträge! Du hast mir super weitergeholfen!
Hallo Tom,
es freut mich wirklich, wenn ich Dir mit dem Beitrag weiterhelfen durfte.
Liebe Grüße
Björn
Hallo Björn!
Nach wie vor ist dein Blog überaus wertvoll. Vielen Dank für die unzähligen Infos die ich schon daraus entnommen hab 🙂
Dürfte ich dir bitte noch mit einer weiteren Frage stellen?
Duo Solarladeregler. Ein Ausgang auf meiner LIFEPO4 und den zweiten würde ich gerne an meine Original VW Aufbaubatterie anschließen. Kann ich vom Laderegler mit Minus auch auf Masse oder muss dieser auch direkt an den Minuspol? (Bei der VW Blei Batterie) Hab keine brauchbaren Antworten bis dato gefunden. :-/
Wie immer vielen Dank und liebe Grüße aus Salzburg
Raffael
Hi Raffael,
du solltest vom Laderegler nicht auf Masse, sondern direkt an die Batterie. Schau, dass Du den Laderegler auf den richtigen Batterie-Typ, also LiFePO4 oder Blei-Säure einstellst. So wird mit der besten Ladekennlinie geladen.
Liebe Grüße
Björn
Danke Björn, alles erledigt und funktioniert. Vielen lieben Dank!!! Liebe Grüße, Raffael
Hallo Björn, ich möchte auch gerne einen Ective Wechselrichter verwenden, zuerst dachte ich, den 4 in 1 dann war ich verunsichert …..vielleicht ist es besser, da dieser auch Eigenstrom verbraucht , wenn nicht auf Off geschaltet ist, besser nur die 3 in 1 Variante wähle, da ich dann das Gerät ausgeschaltet werden kann und trotzdem die 12Volt Verbraucher samt Batterie nutzen kann…bzw. besser außerhalb des WR eine PV Panel anschließen kann….
Außerdem gibt es Kommentare im Netz wegen des lauten Lüfters….ich gehe jedoch davon aus, dass dies nur der Fall ist, wenn er als WR stark belastet wird!?
Kannst du eine Info geben?
Liebe Grüße und danke für deine Arbeit, Sabine
Hallo Sabine,
Deine aufgeführten Überlegungen und Gedanken zum Wechselrichter kann ich gut nachvollziehen. Genau vor den gleichen Gedankengängen stand ich vor einigen Jahren ebenso. Ich entschied mich GEGEN eine Komplettlösung mit integriertem Laderegler wie der Ective SSI. Warum? Eigentlich wegen genau den von Dir angesprochenen „Bedenken“. Wir wollten bei einem Ausfall des Wechselrichters immer noch die Option behalten, dass wir Solarenergie durch einen separaten Laderegler nutzen können. Genauso wollten wir auch andersrum, dass bei einem Ausfall des separaten Ladereglers, wir noch unsere Aufbaubatterie über Landstrom durch den WR laden können. Zudem sollte der WR nur eingeschaltet werden, wenn wir wirklich 230 Volt benötigen. Ansonsten ist dieser ausgeschaltet.
Grundsätzlich war auch eine treibende Kraft zur einfacheren Lösung Ective CSI, dass wir einige Monate im Camper unterwegs sind. Also bei einem Defekt nicht immer gleich eine Werkstatt / Elektro-Shop parat hätten/haben. Somit war die Motivation, nicht alles auf ein einzelnes Pferd zu setzen, sondern etwas breiter aufgestellt zu sein. Damit gibt es für uns 3 Quellen für Strom, die unabhängig voneinander funktionieren. Solarenergie, Landstrom und Lichtmaschine.
Den Lüfter vom WR hören wir ehrlich gesagt nicht oft bei unserem Gerät, da wir nur selten 230 Volt dazu schalten. Du könntest jedoch über Nacht den WR mit integriertem Laderegler auch einfach ausschalten, da hier sowieso keine Sonnenenergie zur Verfügung steht. 12 Volt für Licht und andere Dinge, funktioniert ja dann trotzdem ohne Probleme über die Bordbatterie. Am Morgen, wenn die Sonne aufsteht, schaltest Du den Wechselrichter wieder ein. Wie laut und wie viel Strom der WR mit MPPT Laderegler aber wirklich verursacht, kann ich so leider nicht sagen, da ich hier keine Praxiserfahrungen gesammelt habe. Aus heutiger Sicht würde ich jedoch wieder zur einfacheren Variante greifen und den Laderegler separat halten.
Vielleicht fällt Dir jetzt Deine Entscheidung etwas leichter und ich hoffe sehr, dass Du am Ende mit der Entscheidung auch zufrieden bist.
Ich wünsche Dir jetzt schon einmal eine hoffentlich besinnliche Zeit und für das neue Jahr schöne Momente auf Reisen.
Beste Grüße
Björn
Vielen Dank für diesen Beitrag über die Elektrik im Camper. Besonders die Idee, eine Solarplatte mit einzubauen, finde ich super. Ich werde mal einen Elektriker fragen, ob sich unsere Pläne so sicher realisieren lassen und dann kann es losgehen!
Hallo Kira,
toll, dass Dir die Artikel weiterhelfen. Ebenso finde ich es gut, dass Du noch mal einen Elektriker zurate ziehst. Du bist somit auf dem richtigen Weg für Deinen Selbstausbau.
Ich wünsche Dir viel Erfolg!
Beste Grüße
Björn