Welche Wohnmobil-Batterie für den Camper Ausbau?

5. März 2022 2 Von Björn Hofmann

Aktualisiert am 6. Juni 2022

In diesem Ausbau-Artikel dreht sich jetzt alles um das Herzstück unserer Camper-Elektrik. Es geht um die Aufbaubatterie oder auch umgangssprachlich Wohnmobil-Batterie. Welche Typen von Batterien gibt es, was sind deren Vor- und Nachteile und welche Batterie ist für Dein Elektro-Konzept am besten geeignet?

Abgerundet wird das Ganze für Dich mit einer DIY Einbauanleitung und was Du dabei beachten solltest, damit das komplexe Zusammenspiel zwischen Batterie, Solar, Ladung und Verbraucher funktioniert. Legen wir los!

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Was ist eine Wohnmobil-Batterie?

Eine Wohnmobil-Batterie hat die unterschiedlichsten Bezeichnungen in Forum, Blogs oder YouTube Videos. Ich selber nenne sie gerne Bordbatterie, andere bezeichnen sie auch als Wohnmobil- oder Camper-Batterie sowie Versorgerbatterie und Zweitbatterie. Am Ende ist immer die Aufbaubatterie gemeint. Also eine zusätzliche Batterie zur Starterbatterie, die uns beim Campen mit Energie versorgen soll.

Ist die Starterbatterie auch eine Wohnmobil-Batterie?

Nein, diese ist keine typische Aufbaubatterie. Die Starterbatterie hat im Fahrzeug eigentlich nur die Aufgabe, Strom für das Starten unseres Motors zur Verfügung zu stellen. Eine Starterbatterie ist somit mehr für kurze größere Energie abgaben konzipiert, um den Anlasser zu starten.

Starterbatterien haben diesbezüglich extra viele dünnere Bleiplatten verbaut, um das Ganze zu realisieren. Deswegen sind sie nicht für eine ständige Stromabnahme geeignet und tiefe Entladungen mögen sie schon gar nicht. Denn wenn der Motor einmal läuft, übernimmt anschließend die Lichtmaschine die Versorgung mit Strom für unsere Elektroverbraucher im Fahrzeug.

Autark Reisen mit einer Aufbaubatterie, anstatt einer Starterbatterie

Wenn Du mit Deinem Camper freistehst, möchtest Du ausreichend Energie zur Verfügung haben, ohne immer gleich an Landstrom angeschlossen zu sein. Ebenso möchtest Du nicht, dass Deine Starterbatterie in kürzester Zeit leer gesaugt wird, wenn Du im Camper Strom für Laptop und andere Elektrogeräte benutzt. Denn ansonsten wird der nächste Motorstart extrem schwierig. Deswegen ist der Einbau einer zweiten Batterie, also einer Aufbaubatterie in Dein Basisfahrzeug sehr sinnvoll.

Denn eine Wohnmobil-Batterie ist dafür ausgelegt, über einen längeren Zeitraum eine verhältnismäßig kleinere Energie abzugeben. Deshalb ist sie bestens geeignet, um Deinen Kühlschrank im Wohnmobil dauerhaft mehrere Stunden oder Tage mit Strom zu versorgen. Genau dafür wurde sie entwickelt.

Die verschiedenen Batterietypen für einen Camper Ausbau

Es gibt 4 Akku-Typen, die in Dein Wohnmobil eingebaut werden können. Wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich aus meiner Sicht nur 3 von ihnen für einen Camper-Ausbau empfehlen würde. Beginnen wir gleich mal mit dem einen Akku-Typ, den ich persönlich nicht bei mir einbauen würde, zumindest als Aufbaubatterie.

Die Nassbatterie

Das ist die Old-School-Batterie unter den 4 Wohnmobil-Batterie Typen und sie ist der einer Starterbatterie am ähnlichsten. Ältere oder einfachere Nassbatterien sind nicht wartungsfrei und hier musst Du in gewissen Abständen destilliertes Wasser nachfüllen. Ebenso erzeugen diese Batterien beim Laden ein explosives Gas, was entsprechend nach außen aus dem Fahrzeug abgeführt werden muss. Auch wenn dieser Batterie-Typ seine Daseinsberechtigung hat und auch die günstigste Batterie von allen 4 hier vorgestellten Typen ist, würde ich eine Nassbatterie nicht als Aufbaubatterie im Wohn- und Schlafbereich empfehlen. Modernere Nassbatterien sind mittlerweile auch Wartungsarm oder sogar komplett Wartungsfrei

Vorteil

  • Einfach zu laden
  • niedriger Preis

Nachteil

  • Die Gefahr des Ausgasens
  • eine geringere Lebensdauer
  • nicht auslaufsicher
  • hohe Selbstentladung
  • nicht immer wartungsfrei

Die Gel-Batterie

Hier ist der Elektrolyt nicht wie bei Nassbatterien flüssig, sondern in Gel gebunden. Das macht die Gelbatterie auslaufsicher und wartungsfrei. Selbst bei einem Gehäusebruch kann keine Säure austreten. Zudem können sie tiefer entladen werden wie eine AGM- oder Nassbatterie. Dafür ist diese Batterie Kälte empfindlicher und daher nicht optimal geeignet zum Wintercamping. Weitere Tipps für Dein erstes Wintercamping.

Aufgrund des hohen Innenwiderstandes reichen die zum Teil schwachen Ladeströme einer Solaranlage nicht immer aus, um eine nennenswerte Ladung bei einer Gel-Batterie zu erreichen. Was zudem zu einer langen Ladezeit führt. Ebenso ist durch den hohen Innenwiderstand einer Gel-Batterie diese nicht zur Abgabe hoher Ströme ausgelegt. Hohe Ströme werden zum Beispiel bei der Benutzung eines eingebauten Wechselrichters (230 Volt) verwendet. Hier ist dieser Batterietyp weniger geeignet als Aufbaubatterie im Van. Eine moderne Gel-Batterie*, die für den Camper-Einsatz geeignet ist.

Vorteil

  • Wartungsfrei und auslaufsicher
  • Zyklen fester als eine AGM-Batterie
  • verträgt eine höhere Tiefenentladung als AGM- und Nass-Batterien
  • ideal für eine dauerhafte Stromversorgung kleiner Elektrogeräte

Nachteil

  • Lange Ladezeit
  • weniger Leistung bei tieferen Temperaturen
  • nicht für die Abgabe hoher Ströme geeignet
  • Preis

Die AGM-Batterie

AGM steht für Absorbent Glass Mat. Das heißt, in diesem Batterietyp wird der Elektrolyt komplett in Glasvliesmatten absorbiert. Daher gibt es auch manchmal für AGM-Batterien die Bezeichnung als Vlies-Batterie. Diese Technik macht die AGM-Batterie Vibrations- und rüttelfest sowie unempfindlich gegen Schräglage.

AGM Batterien haben einen geringeren Innenwiderstand, wodurch sie sich leichter und schneller laden lassen. Das ist besonders von Vorteil für das Laden über einer selbst eingebauten Solaranlage. Der geringe Innenwiderstand sorgt gleicherweise dafür, dass die Batterie höhere Ströme abgeben kann. Du kannst also auch größere Elektroverbraucher mit Strom versorgen, die über einen Wechselrichter betrieben werden.

Diese Batterie ist wartungsfrei und kann auch bei niedrigen Temperaturen hohe Ströme aufnehmen und abgeben, was optimal ist, wenn Du auch gerne im Winter auf Tour gehen möchtest. Dafür ist sie wiederum empfindlicher gegen zu tiefe Entladung und zu hohen Temperaturen. Jedoch eine fantastische Camper-Batterie für Dein Projekt. Eine moderne AGM-Batterie* für den Campingbus und das Wohnmobil.

Vorteil

  • Wartungsfrei und auslaufsicher
  • schnelle Ladezeit
  • gut in Kombination mit einer Solaranlage
  • geeignet für hohe Stromabgaben (optimal für Wechselrichtereinsatz)
  • Vibrations- und rüttelfest
  • Lageposition unabhängig

Nachteil

  • Hitzeempfindlich
  • empfindlicher bei Tiefenentladung

Lithium-Ionen-Batterie

Für den Einbau im Wohnmobil wird von den Lithium-Batterien nur die Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LiFePo4) als Aufbaubatterie genutzt. Die weiterentwickelten Lithium-Eisenphosphat-Batterien für Camper sind wartungsfrei und auslaufsicher. Anders als Du es schon von Smartphone-Akkus gehört hast, besteht bei den LiFePo4-Batterien keine Explosionsgefahr.

Die Lithium-Eisenphosphat-Batterien können besonders tief entladen werden, sodass fast die komplette gespeicherte Kapazität zur Verfügung steht. Auch die Energiedichte der LiFePO4 – Batterien ist dreimal höher, sodass ein Lithium-Akku zwei Gel- oder AGM-Batterien ersetzt. Ebenfalls ist sie nicht von der Umgebungstemperatur abhängig und eine Selbstentladung findet so gut wie nicht statt. Die Zyklen Festigkeit ist deutlich höher als bei den anderen Batterietypen, was die Lebensdauer somit um einiges erhöht. Auch starke Verbraucher wie ein Föhn oder Kaffeemaschine können hier über einen Wechselrichter angeschlossen werden.

Das alles klingt nach der perfekten Aufbaubatterie. Von der Technik her ist sie das auch wirklich, aber der Preis ist heiß. Jedoch sinkt dieser in den letzten Jahren immer weiter. Für eine 100 Ah Batterie musstest Du vor ein bis zwei Jahren noch mit ungefähr 1.000 Euro rechnen. Zum Vergleich, eine AGM-Batterie mit 100 Ah kostet um die 140 Euro. Mittlerweile gibt es die LiFePo4-Batterien auch deutlich günstiger.

Wir haben mittlerweile unsere alte 110 AGM Batterie aus dem VW Bus ausgebaut und diese durch eine 100 Ah Lithium-Batterie von Supervolt ersetzt. Die 100 Ah LiFePO4 Batterie* kostet bei Supervolt 729 € (Stand Mai 2022). Da das Thema um die Lithium-Batterie sehr spannend und auch umfangreich ist, habe ich einen eigenen großen Artikel über den LiFePO4-Batterie-Einbau in den Camper geschrieben. Unter anderem klären wir, wie Du eine neue Lithium-Batterie 1 zu 1 gegen Deine alte AGM- oder Gel-Batterie im Wohnmobil austauschst.

Vorteil

  • Wartungsfrei und auslaufsicher
  • hohe Tiefenentladung möglich
  • schnell aufzuladen
  • sehr hohe Zyklen Festigkeit und somit lange Lebensdauer
  • sehr geringe Selbstentladung
  • Lageposition unabhängig

Nachteil

  • Hohe Anschaffungskosten
  • moderne Ladetechnik könnte erforderlich sein (aber nicht unbedingt)

Mein Fazit zu den Batterietypen für den Van Ausbau

Meine zwei Favoriten heißen ganz klar AGM-Batterie und LiFePo4-Batterie als Camper-Batterie. Wenn ich das nötige Kleingeld habe, dann kommt für mich mittlerweile nur noch eine LiFePO4-Batterie infrage. Die AGM ist im günstigeren Bereich meiner Meinung nach die beste Wahl für einen Selbstausbau mit Solarenergie, Wechselrichter und dem Ziel vom autarken Reisen.

Den Energiebedarf für Deinen Camper berechnen

Damit Du die für Dich richtige Batterie-Kapazität finden kannst, solltest Du Deinen zukünftigen Energiebedarf im Camper ausrechnen. Auch bei der Bestimmung der benötigten Solarpower wird Dir diese Berechnung nützlich sein. Ich weiß, das ist keine einfache Aufgabe, vorrangig dann, wenn Du noch überhaupt keinen Erfahrungswert als Camper-Anfänger hast.

Schreibe Dir alle Elektrogeräte mit den dazugehörigen Leistungsaufnahmewerten (Watt) zusammen, welche Du im Fahrzeug verbauen möchtest. Die Leistungsaufnahmewerte stehen in den Produktbeschreibungen oder sind direkt im Laden oder Online-Shop angegeben. Dann schätzt Du ungefähr, wie viele Stunden der jeweilige Verbraucher am Tag eingeschaltet sein wird. Anschließend multiplizierst Du den Leistungsaufnahmewert mit der Stundenanzahl pro Tag.

Ich habe diese Berechnung schon einmal im Artikel über den DIY Einbau der Solaranlage in den Camper durchgeführt. Hier für Dich noch einmal kurz zusammen gefasst für die Wohnmobil-Batterie.

Rechen-Beispiel für den Energiebedarf im Campingbus

Eine Kompressor-Kühlbox mit 45 Watt Leistungsaufnahme läuft 8 Stunden pro Tag, was einen Tagesverbrauch von 360 Watt ergibt. Da eine Kompressor-Kühlbox nicht ununterbrochen in Betrieb ist und nur manchmal anspringt, um die Temperatur entsprechend zu halten, gebe ich meinen Erfahrungswert von 8 Stunden pro Tag im Hochsommer an. Wenn es kühler ist, wird hier deutlich weniger Energie zum Kühlen benötigt.

Bei einer Tauchpumpe für das Spülbecken musst Du auch ungefähr schätzen. Ich gebe hier wieder einen Erfahrungswert von 0,5 Stunden (30 Minuten) pro Tag an.

VerbraucherLeistungs- Aufnahmewert (P in Watt)Einschaltdauer pro Tag in Stunden (h)Energie pro Tag in Wattstunden (Wh) (elektrische Arbeit)
Kompressor-Kühlbox45 Watt8 Std.360 Wh
Tauchpumpe für Spülbecken26 Watt0,5 Std.13 Wh
LED Lampen10 Watt2 Std.20 Wh
Laptop60 Watt2 Std.120 Wh
  Insgesamt513 Wh

Die Liste kannst Du unendlich fortführen. Standheizung, Warmwasserboiler, Heizstab, Smartphone oder Kamera-Akkus laden, was Du eben gerne im Fahrzeug hättest und laden möchtest. Wenn es zu viel an Energieverbrauch wird, dann hilft nur Stromsparen, was ja so gesehen eine sehr sinnvolle Sache ist.

Am Ende zählst Du den Tagesverbrauch in Watt zusammen. In meinem Beispiel kommen 513 Wattstunden mit den Elektroverbrauchern zustande.

Um jetzt die Ah auszurechnen, dividieren wir die Wattstunden durch 12 Volt.

513 Watt : 12 Volt = 42,75 Ah

In diesem Fall gibt es einen Verbrauch von 42,75 Ah pro Tag in meinem Camper.

Die Tiefenentladung einer Wohnmobil-Batterie

Wenn Du damit planst, eine Nass-, Gel- oder AGM-Batterie bei Dir im Fahrzeug zu verbauen, dann bedenke, dass Du diese niemals unter 50 % entladen solltest. Ansonsten kann es passieren, dass Du diese auf Dauer beschädigen wirst. Klarer ausgedrückt heißt das, wenn Du Dich für eine 110 Ah Batterie entscheidest, dann solltest Du nur mit einer bereitgestellten Leistung von 55 Ah rechnen, die Dir zur Verfügung stehen, wenn die Batterie vollgeladen ist.

Anhand meines oben berechneten Beispiels mit 42,75 Ah Energie pro Tag ist eine Aufbaubatterie von mindestens 85,50 Ah (50 %) notwendig, um den Tagesbedarf an Energie für einen Tag abzudecken, ohne die Batterie auf Dauer zu schädigen. Wenn Du jetzt 3 Tage freistehen möchtest ohne Solarstrom und dem laden durch die Lichtmaschine beim Fahren, kommst Du auf einen Verbrauch von 128,25 Ah (das Dreifache von einem Tag). Dann benötigst Du eine Batteriekapazität von 256,5 Ah (das Doppelte an benötigter Kapazität), um die Batterie nicht unter 50 % zu entladen.

Bei einer Lithium-Ionen-Batterie ( LiFePO4) sieht das jedoch etwas besser aus. Hier kannst Du bis zu 90 %, der Batterie-Kapazität nutzen und infolgedessen entnehmen. Um das Beispiel von gerade eben wiederzuverwenden, würde bei einem Tag mit 42,75 Ah Verbrauch eine 55 Ah starke LiFePo4-Batterie ausreichen. Bei 3 Tagen, mit insgesamt 128,25 Ah, reicht eine 150 Ah LiFePo4 Batterie* vollkommen aus.

Der Strombedarf im Camper in der Praxis

Das sieht für Dich jetzt vielleicht auf den ersten Blick etwas deprimierend aus, weil es nach sehr viel Batterie-Kapazität klingt für die „normalen“ Wohnmobil-Batterien. Aber keine Sorge, das wird am Ende alles klappen mit dem richtigen Wiederaufladen. Als Back-Up kannst Du Dir auch selber eine CEE-Außensteckdose einbauen, für die Landstrom-Option.

Du solltest Dich jedoch fragen, wie Du später im Fahrzeug unterwegs sein möchtest. Möchtest Du viel freistehen und unabhängig sein von Campingplatz und anderen Stromquellen? Soll es auch im Winter auf Tour gehen? Wie viele Tage möchtest Du am Stück auskommen, ohne dass Dir die Energie ausgeht, auch unabhängig gesehen vom Laden über Solar, Landstrom und Lichtmaschine?

Wenn Du im Winter unterwegs sein möchtest, solltest Du hierfür eine zusätzliche Tabelle über Deine Stromverbraucher erstellen, zum besseren Berechnen der benötigten Energie unter ganz anderen Bedingungen. Denn im Winter wirst Du deutlich mehr Power für die Standheizung benötigen und öfters Lichtquellen einschalten, ganz im Gegensatz zum Sommer. Genauso wird Deine Solaranlage Dich im Winter nicht annähernd so gut mit Strom versorgen, wie sie es in der restlichen Jahreszeit machen würde.

Hier gelangst Du zu unserer kompletten Anleitung über die Camper Elektrik

Übersicht über unseren kompletten Elektrik Ausbau im Van

Einbau und befestigen der Wohnmobil-Batterie im Camper

Grundsätzlich ist es egal, wo Du Deine Batterie im Fahrzeug einbaust. Aber um Materialkosten für Leitungen zu sparen sowie, um den Energieverlust durch zu lange Fahrzeugleitungen zu vermeiden, sollte die Aufbaubatterie an einem zentralen Punkt im Campe eingebaut werden. Einige Fahrzeuge haben die Möglichkeit, die Camper-Batterie direkt unter den Fahrersitz zu verbauen, dann ist das ein idealer platzsparender Ort. ABER ACHTUNG! Falls Du so einen speziellen Platz bei Dir hast, messe vorher so genau wie möglich nach, welche Abmaße Deine zukünftige Aufbaubatterie haben muss, um dort sicher eingebaut werden zu können.

Die Aufbaubatterie muss so von Dir eingebaut werden, dass sie weder verrutschen, noch umkippen oder sonst wie rumfliegen kann, wenn es zu einem Unfall kommen würde. Vielleicht sollte sie auch nicht unbedingt direkt neben Wasserleitungen oder unter dem zukünftigen Spülbecken stehen.

Zum Befestigen kannst Du einen stärkeren Holzrahmen bauen, wo die Batterie exakt hineinpasst und nicht mehr verrutschen kann. Den Holzrahmen kannst Du an dem Fußboden fixieren. Wenn Du Schrauben in den Holzrahmen drehst, vergesse das Vorbohren nicht, damit das Holz nicht reißt. Anschließend wird die Aufbaubatterie mit Spanngurten fixiert.

Eine weitere Lösung, um die Aufbaubatterie sicher an einem Platz zu verbauen, ist die Verwendung von einem Batteriehalter*, der extra dafür gebaut ist, um eine Aufbaubatterie zu fixieren. Dieser Batteriehalter* ist extra für den VW T4, T5 und T6, um die Batterie unter dem Fahrersitz zu montieren.

Die richtige Camper-Batterie für den Selbstausbau
Unsere AGM-Batterie unter dem Fahrersitz im VW Bus
Batterie unter Fahrersitz im VW Bus
Und so sieht es unter dem Fahrersitz aus. AGM Batterie und die original Pins und Sicherungen vom VW T5 Baujahr 2005.

Zwei Aufbaubatterien im Wohnmobil miteinander verbinden

Wenn Du zwei Aufbaubatterien miteinander verbinden möchtest, solltest Du darauf achten, dass Typ, Kapazität und Alter möglichst identisch sind, um beide miteinander verbinden zu können. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Batterien miteinander zu verbinden. Mit einer Reihenschaltung oder einer Parallelschaltung. Vor dem Zusammenschalten sollten beide Batterien gleich stark geladen sein, nicht dass es beim Verbinden zu hohen Ausgleichsströmen kommt. Am besten sind alle anzuschließenden Batterien vollgeladen.

Parallelschaltung

Für Dich wird die Parallelschaltung am wichtigsten sein, da hier die beiden Aufbaubatterien ihre Kapazität addieren. Auf dem gezeigten Bild zu Parallelschaltung werden zwei 80 Ah Batterien (je 12 Volt) parallel geschaltet, wobei eine gesamte Kapazität von 160 Ah entsteht und die Spannung 12 Volt bleibt.

Hier wird Pluspol mit Pluspol verbunden und Minuspol mit Minuspol. Die Plusleitung würde jetzt weiter zu Deinen Verbrauchern gehen und Minus wird auf Masse gelegt, also an Deinem Punkt Deiner Karosserie befestigt. Wie der Anschluss an die Verbraucher und an Masse funktioniert, erkläre ich Dir in der 12 Volt Camper-Ausbau Anleitung.

Parallelschaltung Camper-Batterie
Parallelschaltung von zwei Wohnmobil-Batterien

Reihenschaltung

Bei der Reihenschaltung verbindest Du Pluspol und Minuspol der jeweiligen Batterien. Durch diese Schaltung wird die Spannung zusammengezählt, anstatt der Kapazität. Du hast jetzt immer noch eine Ladekapazität von 80 Ah, aber dafür nun eine Spannung von 24 Volt. In Lkws wird mit 24 Volt gearbeitet. Bei einem Camper-Ausbau, wenn es nicht gerade ein Lkw ist, ist es nicht empfehlenswert auf 24 Volt zu schalten, da alle Verbraucher auf 12 Volt ausgelegt sind. Daher ist die Parallelschaltung für Dich das Richtige im Camper-Ausbau.

Reihenschaltung der Camper-Batterie

Welche Fahrzeugleitung zum Verbinden der Camper-Batterie?

Verwende nur Leitungen (Kabel), die für den Kfz-Bereich zugelassen sind! Diese sind in diesem Fall einadrige FLY Fahrzeugleitungen ab 10 mm².

Um Batterien miteinander zu verbinden, sollte ein Leitungsquerschnitt von mindestens 10 mm² verwendet werden. Niemals niedriger!

Reihenfolge beim Batterie unbedingt Anschließen beachten!

Wenn Du eine Batterie anschließt, egal wo im Fahrzeug, sei es die Starterbatterie oder die Aufbaubatterie, beginne zuerst mit dem Pluspol. Der Pluspol hat meist eine rote Markierung oder ein rotes Kabel. Erst danach schließt Du Masse, also den Minuspol an. Dieser ist entweder schwarz oder braun markiert.

Warum ist die Reihenfolge so wichtig?

Der Minuspol der Batterie ist mit der Fahrzeug-Karosserie verbunden, daher kommt auch der Name Masse. Wenn Du jetzt beim Anschließen zuerst den Minuspol verbindest, ist die komplette Karosserie mit dem Minuspol verbunden. Wenn Du nun anschließend als Zweites den Pluspol verbindest und beim Montieren der Batterieklemme mit dem Werkzeug aus Versehen an die Karosserie kommst, gibt es einen Kurzschluss!

Beim Abklemmen der Batterie ist die Reihenfolge genau umgekehrt. Also zuerst wird der Minuspol abgeklemmt und dann der Pluspol entfernt.

Du weißt nun etwas mehr über Dein Elektro-Herz im Camper. Jetzt kannst Du Dich an die nächsten Aufgaben wagen, weiter lernen und mit Deinem Projekt wachsen. Ich drücke Dir weiterhin die Daumen und wünsche Dir allseits gutes Gelingen.

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