Solaranlage für Camper auf selbstgebauter Halterung

Solaranlage: DIY-Einbauanleitung für den Camper

16. Januar 2021 18 Von Björn Hofmann

Eine autarke Stromversorgung im Camper durch eine Solaranlage? Klingt ziemlich verlocken! Kann auch gut klappen. Bei uns funktioniert es schon eine ganze Weile. Wie wir unseren Camper beim Ausbau mit einer Solaranlage autark machen, welche Module und Möglichkeiten es dafür gibt, zeige ich Dir jetzt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Keine Vorkenntnisse im Solaranlagen-Ausbau im Camper?
  2. Welche Solarzellen-Typen für meinen Solaranlage im Wohnmobil?
  3. Fest installierte Solarmodule oder tragbare?
  4. Ein starres Solarmodul mit Rahmen oder ein flaches biegsames für das Fahrzeugdach?
  5. Wieviel Solarpower für die Camper-Solaranlage?
    1. Die tatsächliche Solarleistung von Solarmodulen
    2. Solarleistung für den Camper im Sommer
    3. Solarleistung für den Camper in der Übergangszeit
  6. Parallel- und Reihenschaltung von Solarmodulen
    1. Parallelschaltung
    2. Reihenschaltung
    3. Parallel- oder Reihenschaltung?
  7. Der Laderegler für die Solaranlage
  8. Die Montage vom Solarmodul auf dem Camper-Dach
    1. Solarmodul mit Laderegler und Aufbaubatterie verbinden
    2. Wie wird das Solarmodul auf dem Dach befestigt?
  9. Unser selbst gebauter Dachträger für-Solarmodule
    1. Was hat der TÜV zu dem selbst gebautem Dachträger gesagt?
    2. VIDEO: Einblicke in den Aufbau der Solarmodul-Dachhalterung

Keine Vorkenntnisse im Solaranlagen-Ausbau im Camper?

Wer mit elektrischen Strom arbeitet und nicht weiß, was er tut, kann größere Schäden am Material verursachen. Im schlimmsten Fall kann elektrischer Strom Dir selber großen gesundheitlichen Schaden zufügen.

Aber Angst musst Du deswegen auch nicht haben. Respekt aber schon! Mit dem nötigen Wissen und Verständnis ist es kein Hexenwerk! Denn alles kann gelernt werden mit dem entsprechenden Willen! Auch wenn es Dich einige Nächte an Recherchen und Kopfzerbrechen kostet, wirst Du Dein Ziel erreichen. Ich möchte dir dabei Helfen und habe deswegen meine Erfahrung und meine Umsetzung hier zum Thema Autarke-Stromversorgung im Camper-Selbstausbau erläutert.

Welche Solarzellen-Typen für meinen Solaranlage im Wohnmobil?

Es gibt wohl nichts Schöneres, spontan an einem tollen Ort ein paar Tage länger mit dem Camper zustehen. Das Problem, Deine Aufbaubatterie wird durch die Elektroverbraucher leer gesaugt und es kommt nichts Neues nach. Nicht immer möchtest Du erst mit Deinem Fahrzeug eine Runde sinnlos durch die Gegend fahren, um Energie durch die Lichtmaschine für Deine Elektroverbraucher zur Verfügung zu haben. Auch das Laden über die CEE-Außensteckdose durch Landstrom ist nicht möglich. Um auch unabhängig von der nächsten Steckdose einige Tage freistehen zu können, hilft uns die Solarenergie durch Photovoltaik.

Bei den vielen angebotenen Solarmodulen kann der Überblick leicht verloren gehen. Grundsätzlich sind für Dich im Camper-Ausbau 3 Solarzellen-Typen geeignet.

  • Polykristalline Zellen
    • Sie besitzen eine lange Lebensdauer bei einem mittleren Wirkungsgrad bei ungefähr 15 %
    • Jedoch sind sie bei Schwachlicht nicht so effizient
  • CIS-Typ-Zellen
    • Diese sind sehr effizient bei schwachem Licht und unempfindlich gegenüber einer Teilabschattung. Der mittlere Wirkungsgrad liegt bei ungefähr 20 %.
    • Nachteilig sind die höheren Kosten und das Modulgewicht
  • Monokristalline Zellen
    • Hier gibt es den höchsten Wirkungsgrad bei 20 % und höher. Die Zellen sind auch bei Schwachlicht gut effektiv bei einer langen Lebensdauer
    • Die Anschaffungskosten sind hier auch höher.

Wir entschieden uns für ein 100 W Solarmodul mit Monokristalline* auf Grund des hohen Wirkungsgrades und der effektiven Leistung bei schwächerem Licht.

Fest installierte Solarmodule oder tragbare?

Im nächsten Schritt ist die Überlegung zu treffen, ob fest verbaute Solarmodule auf dem Camper-Dach oder Solarmodule, die faltbar und tragbar sind. Ja oder beides in Kombination. Die fest verbauten Module auf dem Fahrzeugdach sind natürlich immer einsatzbereit, wenn ein gewisses Tageslicht und Sonnenstrahlen vorhanden sind. Die leichten faltbaren Solarmodule müssen erst aufgebaut werden. Dafür kannst Du diese flexibel in die Sonne stellen, wären Du entspannt mit Deinem Camper im Schatten stehst. Wir haben uns ebenfalls zusätzlich ein tragbares Solarmodul als Backup installiert.

Wir wollen uns jetzt hier in diesem Artikel mit den fest eingebauten Modulen auf dem Fahrzeugdach beschäftigen.

Ein starres Solarmodul mit Rahmen oder ein flaches biegsames für das Fahrzeugdach?

Das Panel hat die Aufgabe, Strom zu erzeugen. Durch den produzierten Strom entsteht auch Wärme, die die Leistung vom Solarpanel beeinflusst. Je wärmer das Panel wird, umso ineffizienter wird dessen Stromerzeugung. Die Leistung kann so bei einer starken Wärmeentwicklung um bis zu 20 Prozent oder mehr abnehmen. Eine Luftzirkulation unter dem Solarmodul kühlt und ist daher von Vorteil für eine effiziente Stromerzeugung für Deine Solaranlage.

Die flachen, biegsamen Solarmodule werden direkt auf dem Fahrzeugdach aufgeklebt. Damit wird keine nennenswerte Höhe zusätzlich aufgebaut. Wenn Dir ein niedriger Aufbau auf dem Dach wichtig ist, um bestimmte Höhenbegrenzungen nicht zu überschreiten, sind das Deine Module. Aber durch das direkte Aufkleben gibt es leider keine Zirkulation unter den Modulen und es kann zu einer starken Wärmeentwicklung und damit zu einem Leistungseinbruch kommen. Wenn ich mich für diese Art der Solarmodule entscheiden müsste, würde ich die Solarpaneele mit integrierter Aluminiumplatte* nehmen. Diese verhindern Zellrisse in dem Panel. Diese Paneele sind ebenso trittfest und gegen Hagel beständig.

Wir entschieden uns für ein starres Solarmodul, was nicht direkt auf dem Dach vom Camper aufgeklebt wird und somit hinterlüftet ist.

Solaranlage für den Camper
Unser starres Solarmodul mit Rahmen auf einem selbstgebauten Dachträger.

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Das eingebaute Solarmodul.

Wieviel Solarpower für die Camper-Solaranlage?

Die erste Überlegung ist, was soll Deine Solaranlage können? Möchtest Du das die Solaranlage den kompletten Strombedarf sofort nachliefern kann? Auch im Winter? Oder genügt unter bestimmten Voraussetzungen eine Teilabdeckung der benötigten Energie? Eine komplette Abdeckung des Strombedarfs im Winter ist bei kleineren Fahrzeugen auch schon durch die begrenzte Dachfläche nicht immer realisierbar. Doch der Kompromiss zwischen einer vollen Abdeckung im Sommer und einer Teilabdeckung im Winter ist ja auch schon eine tolle Lösung. Wir reden ja hier vom Freistehen, ohne das Dein Fahrzeug bewegt wird. Wenn Du nach zwei Tagen Freistehen wieder fährst und durch die Lichtmaschine wieder die Aufbaubatterie lädst, sieht das Ganze schon wieder positiver aus.

Um die Leistungs-Effizient von Solarmodulen etwas besser zu verstehen, schauen wir uns als Beispiel ein 100 W monokristallin Solarmodul an. Ein solches Solarpanel produziert bei idealer Voraussetzung 100 W pro Stunde. In Ah sind das 8,33 Ah (100 Wh: 12 V = 8,33 Ah), die Du damit unter optimalen Bedingungen pro Stunde theoretisch erzeugen könntest.

Die tatsächliche Solarleistung von Solarmodulen

Der optimale Fall ist eigentlich fast nie vorhanden. Das heißt, bei bewölktem Himmel oder im Herbst, Winter und Frühling sind diese Bedingungen nicht annähernd gegeben. Die Sonne ist nicht mehr stark genug. Auch im Sommer, wenn Du im hohen Norden Skandinaviens unterwegs bist, stimmen die 100 Wp bei einem 100 W Solarpanel nicht. Hier steht die Sonne viel tiefer und bringt somit nicht die optimale Leistung. Genauso wie am Morgen und am Abend eines Tages, egal zu welcher Jahreszeit.

Die optimale Bedingung für die 100 Wp sind also nicht wirklich oft. Auch der Winkel selber von der Sonne zum Modul kann entscheidend sein. Die meisten Module liegen aber flach auf dem Dach eines Campers. Somit sind diese nicht optimal ausgerichtet, um die optimale Leistung selbst im Sommer bei voller Sonnenleistung zu erbringen.

Um eine bessere Übersicht zu bekommen, wie viel Solarleistung wir benötigen, brauchen wir den eigenen Tagesbedarf an Energie. Bei meinem Beispiel unten in der Tabelle kommen 513 Wh an Tagesbedarf raus. Du nimmst Deinen eigenen ermittelten Bedarf und ersetzt ihn einfach.

VerbraucherLeistungs- aufnahmewertEinschaltdauer pro Tag in StundenEnergie pro Tag in Wattstunden (Wh)
Kompressor-Kühlbox45 Watt8 Std.360 Wh
Tauchpumpe für Spülbecken26 Watt0,5 Std.13 Wh
LED Lampen10 Watt2 Std.20 Wh
Laptop60 Watt2 Std.120 Wh
  Insgesamt513 Wh

Solarleistung für den Camper im Sommer

Im Sommer gehen wir von 4 bis 5 Stunden effektiven Sonnenschein aus. Klar, das ist vieles Theorie und die Sonne scheint mal mehr und mal weniger, doch für die Berechnung, damit Du überhaupt einen Anhaltspunkt hast, funktioniert dies ganz gut und später in der Praxis auch.

 P= 513 Wh : 4,5 Stunden = 114 W (P = Elektrische Leistung in Watt)

Was sagt uns das jetzt? Im Sommer müsste ich also mit meinem Energieverbrauch, ein 114 Watt Solarmodul auf dem Dach installieren um den vollen Strombedarf mit Solar abzudecken. Klar, ein 114 Watt Solarmodul gibt es nicht, dann wird ein 120 Watt genommen oder zwei 80 Watt Module.

Solarleistung für den Camper in der Übergangszeit

Wenn Du in der Übergangszeit in Spanien oder Griechenland unterwegs bist, ist das natürlich etwas anderes, als wenn Du an der Ostsee oder im Harz stehst. Zumindest für den Ertrag Deiner Solaranlage. Wir gehen von Deutschland aus. In dieser Zeit steht die Sonne nicht mehr so hoch und der Winkel zum Solarmodul ist somit auch schlechter. Ebenso gibt es weniger Sonnenstunden. Daher rechnen wir jetzt nur noch mit 1,5 Stunden effektiven Sonnenschein.

P= 513 Wh : 1,5 Stunden = 342 W

Für die volle Energieabdeckung nur durch Solarenergie sollten jetzt 3 x 120 W Solarpaneele aufs Dach kommen (P= 360 W).

Im Winter gehen wir von einem effektiven Sonnenschein in Deutschland von 0,5 Stunden aus. Das macht eine benötigte Solarleistung von 1026 Watt. Wie gesagt, Theorie, es gibt im Winter auch Tage, da wirst Du deutlich mehr Sonne abbekommen. Es gibt aber auch Tage im Sommer, da ist man sich nicht mehr sicher, ob noch wirklich Sommer ist.

Parallel- und Reihenschaltung von Solarmodulen

Wenn Du vorhast, mehr wie nur ein Solarmodul auf dem Dach zu installieren, kannst Du mehrere Solarpaneele zusammenschließen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten für Deine Solaranlage. Die Reihenschaltung und die Parallelschaltung.

Parallelschaltung

Bei der Parallelschaltung werden alle Pluspole der Module verbunden und gehen anschließend an den Pluspol zum Laderegler. Ebenso werden alle Minuspole der Module miteinander verbunden und führen zum Minuspol des Ladereglers. Mit Y-Steckern* ist die Verbindung zu einer Parallelschaltung nicht mehr so schwer. So sind die Solarmodule unabhängig voneinander an den Laderegler angeschlossen.

Bei der Parallelschaltung erhöht sich die Solarleistung (W) und die Spannung (V) bleibt gleich. Also zwei Solarmodule mit 100 W Leistung erzeugen dann 200 W Leistung. Die Spannung bleibt in diesem Fall bei 12 V gleich. Bei drei 100 W Solarmodulen haben wir am Ende 300 W bei einer Parallelschaltung. Die Spannung bleibt wieder bei 12 V. Es können auch Solarmodule miteinander verbunden werden, die eine unterschiedliche Leistung haben. Dafür müssen diese aber die gleiche Spannung aufweisen und die Leerlaufspannung UL der verschiedenen Module müssen übereinstimmen.

Grundsätzlich würde ich Dir empfehlen, immer bauartgleiche Module zusammen zu schließen, da können schon weniger Fehler entstehen.

Durch die Parallelschaltung fließen höhere Stromstärken durch die Kabel. Du solltest überprüfen, ob Deine Solarkabel vom Kabelquerschnitt für die höhere Stromstärke ausgelegt ist. Ebenso muss der Laderegler auch entsprechend ausgerichtet sein, um die Stromstärke zu verarbeiten.

Schaltplan für Parallelschaltung von Solarmodulen für Camper, Wohnmobil und Van.

Reihenschaltung

Die Verkabelung durch eine Reihenschaltung für die Solarmodule ist relativ einfach. Vom ersten Solarmodul geht vom Pluspol ein Kabel zum Plus-Eingang am Laderegler. Vom letzten Solarmodul geht vom Minuspol ein Kabel zum Minus-Eingang am Laderegler. Die Module zwischen dem Ersten und dem Letzten werden immer mit Minus und Plus verbunden.

Bei dieser Schaltung bleibt die Solarleistung (W) gleich, jedoch erhöht sich jetzt die Spannung (V). Wenn also zwei 100 W Solarmodule mit je 12 V Spannung in Reihe geschaltet werden, bleibt die Stromstärke 100 W, aber die Spannung summiert sich auf 24 V. Bei 3 100W Solarmodulen mit je 12 V Spannung haben wir am Ende 100 W Leistung und 36 V Spannung. Das geht dann immer so weiter, je nachdem wie groß Du es gerne hättest.

Wir haben also eine geringere Stromstärke, somit gibt es weniger Probleme mit dem Kabelquerschnitt. Dafür haben wir eine höhere Spannung. Diese kann bei schwächerem Licht wie am Abend oder bei Bewölkung genügend Spannung an den Laderegler senden, damit dieser unsere Aufbaubatterie laden kann. Bei der Reihenschaltung fließt der Strom von einem Modul zum anderen, bevor er zum Laderegler kommt. Das heißt, wenn bei der Schaltung in Reihe ein Modul spinnt, könnte es zu einem Strom-Stau kommen. Aus diesem Grund solltest Du nur baugleiche Solarmodule für diese Schaltung verwenden. Denn die Reihenschaltung ist lediglich so stark wie das schwächste Glied.

Schaltplan für Reihenschaltung von Solarmodulen für Camper, Wohnmobil und Van.

Parallel- oder Reihenschaltung?

Was für Dich besser ist, das liegt ganz bei Dir. Wir tendieren zur Reihenschaltung aufgrund der höheren Spannung. Aber ob Parallel- oder Reihenschaltung, das ist wie Ketchup oder Mayo zu den Pommes eine Geschmacksache. Deine Schaltung ist ja zum Glück nicht in Stein gemeißelt. Du kannst jeder Zeit von einer Parallelschaltung zur Reihenschaltung umstecken und umgekehrt.

Der Laderegler für die Solaranlage

Damit der Strom von den Solarmodulen auf dem Dach effizient und kontrolliert Deine Aufbaubatterie laden können, benötigst Du noch einen Laderegler.

Es gibt zwei Arten von Ladereglern. Den PMW (Pulse-width modulation) und den MPPT (Max Power Point Tracking). Meine Meinung dazu ist schnell gesagt. Der MPPT Regler ist zwar teurer, aber dafür bringt er bei der Stromgewinnung mit den Solarmodulen 20 % mehr Leistung oder sogar noch mehr. Ein MPPT Laderegler ist der Laderegler, der in Deinen Camper zwischen Solarmodul und Aufbaubatterie gehört, wenn Dir Solarstrom-Effizient wichtig ist.

Ein guter Laderegler sollte auch auf den Batterietyp (AGM-, GEL- Nassbatterie, LiFePO4) einstellbar sein. Wir haben bei uns den Victron SmartSolar MPPT Laderegler 75/15* Eingebaut. Die 75 steht für die maximale Spannung (V), die der Laderegler verarbeiten kann. Die 15 steht für den maximalen Nennladestrom (A). Ebenfalls kannst Du Dein Smartphone via Bluetooth mit dem Laderegler koppeln und bekommst jede Menge Informationen über die Leistung Deiner Solaranlage.

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Der eingebaute MPPT Laderegler.

Die Montage vom Solarmodul auf dem Camper-Dach

Um das Solarmodul vom Fahrzeugdach mit der Aufbaubatterie zu verbinden, muss das Kabel erst einmal vom Dach in den Camper gelangen. Das klappt am besten mit einer Kabeldurchführung*, die mit Sikaflex 252i* auf Deinem Wohnmobil-Dach aufgeklebt wird. Dafür bohrst Du ein größeres Loch dort im Dach, wo die Kabel vom Solarmodul in den Camper gelangen sollen. Anschließend das Loch noch abfeilen und mit Rostschutz behandelt. Danach auf das gebohrte Loch die Kabeldurchführung aufgeklebt. Damit Du eine bessere Klebeverbindung bekommst, behandle die Stelle vorher mit einem Primer* für ein „festes“ Ergebnis.

WICHTIG! Der Rand des gebohrten Loches in der Dachkarosserie sollte gut abgepolstert werden, bevor die Kabel dort durchgezogen werden. Denn die entstehende Vibration bei der Fahrt kann das Solarkabel an der scharfen Karosseriekante beschädigen, bis es zu einem ungewollten Kurzschluss kommt. Die Kabel an solchen Stellen immer sehr gut schützen und absichern.

Das Solarmodul auf dem Dach muss vor dem Anschließen an den Laderegler und die Aufbaubatterie komplett abgedeckt werden, damit es durch Lichteinstrahlung noch keinen Strom erzeugen kann. Sonst kann es Probleme beim Verbinden geben, wie Kurzschlüsse oder andere Schäden am Material.

Eine Solaranlage für den Camper
Das fertige Ergebnis unserer Solaranlage

Solarmodul mit Laderegler und Aufbaubatterie verbinden

Einfach dargestellt heißt es jetzt, Plus an Plus und Minus an Minus. Die Kabel, die vom Modul auf dem Dach nach innen kommen, werden am Solarregler PV angeschlossen. Vom Solarregler (BATT) gehen die Kabel an die Aufbaubatterie aber nur, wenn kein LOAD vorhanden ist.

Die neuen Solarregler haben mittlerweile 3 Eingänge und 3 Ausgänge. In diesem Fall kommt das Kabel von der Aufbaubatterie an “LOAD“. BATT ist hier eine Option, um noch ein weiteres Kabel zur Starterbatterie zu ziehen. So wird auch die Starterbatterie geladen, wenn die Aufbaubatterie vollgeladen ist.

Wenn alles richtig angeschlossen ist, kann die Abdeckung vom Solarmodul wieder entfernt werden. Die Batterie sollte nun mithilfe des Ladereglers über das Solarmodul bei Bedarf geladen werden, wenn genügend Licht/Sonne vorhanden ist. Mit einem Strommessgerät könnte ich die Aufbaubatterie überprüfen, ob diese durch das Solarmodul geladen wird oder durch die Verbindung mit dem Smartphone. Auf Reisen habe ich das Strommessgerät* sowieso immer dabei, um so bei Fehlern in der Elektronik auf Fehlersuche gehen zu können.

Siehe hierzu auch den einfachen Plan, den ich gezeichnet habe, für ein besseres Nachvollziehen. Jedoch ohne jegliche Garantie auf absolute Richtigkeit.

Schaltplan für Solaranlage für den Camper
Ein einfacher Plan zum besseren Verständnis.

Wie wird das Solarmodul auf dem Dach befestigt?

Hier gibt es mehrere Lösungen. Bei den meisten Campingbussen und Transportern ist das Dach leicht gewölbt und hat zudem auch noch Sicken. Dafür gibt es auch Sickenfüller*. Hier musst Du schauen, dass die Punkte, an denen Du kleben möchtest, eine saubere Auflage für eine effektive Klebeverbindung erzeugen. Auf dem Dach solltest Du zusätzlich zu einem starken Konstruktionskleber wie Sikaflex 252i auch mit einem Primer und Aktivator arbeiten. Beachte hierzu unbedingt von den Firmen die Anwendungshinweise.

Dachspoiler für Solarmodule sind zum direkten Aufkleben auf dem Fahrzeugdach gedacht. Die verschiedenen Dachspoiler* werden an das Solarmodul geschraubt und anschließend auf dem Dach auf die Karosserie geklebt. Denk an das richtige Kleben wie gerade eben schon geschrieben. Ebenso an die Reinigung der Fläche, die beklebt werden soll.

Biegsame flache Solarmodule werden einfach auf die Dachfläche geklebt. Dachträger können eine gute Möglichkeit sein, um Deine starren Solarmodule auf dem Fahrzeugdach zu befestigen.

Unser selbst gebauter Dachträger für Solarmodule

Wir haben uns auf den VW Bus Dach aus Alu-Vierkant-Rohren* einen eigenen Dachträger gebaut.

Dafür setzte ich mit einer Nietmutternzange* an festgelegten Punkten am Rand des VW Bus Daches M6 Nietmuttern ein. Dort gab es auch schon Verankerungen für einen Dachträger. Hier war es somit stabil genug, um das Projekt zu verwirklichen.

Nietmuttern setzen ist nicht schwer. Achte darauf, dass diese gerade in das von Dir gebohrte Loch eingepresst werden. Anschließend kannst Du dann mit Schrauben verschiedene Dinge dort befestigen. Eine ziemlich coole Sache, wie ich finde. Die Bohrlöcher für die Nietmuttern auch noch vor dem Einpressen mit Rostschutz behandeln.

An diesen Punkten konnte ich nun die selbst gebaute Dachhalterung mit metrischen Schrauben festschrauben. Ich klebte die unteren kürzeren Alu-Vierkant-Rohre, quasi die Füße, zusätzlich zum Schrauben noch mit Sikaflex 252i auf dem Dach des Campers fest. Das Solarmodul wurde mit Aluminium Winkeln* auf dem Dachträger fixiert. Die Aluwinkel wurden mit Blindnieten auf den Alu-Vierkant-Rohren befestigt.

An den äußeren Enden der Alu-Vierkant-Rohre steckte ich Rohrstopfen* für einen sauberen Abschluss ein.

Bau der Dachhalterung für das Solarmodul für das Camper Dach.
Bau der Dachhalterung für das Solarmodul
Bau einer DIY Dachhalterung für Solaranlage für das Camper Dach.
Befestigung der Halterung mit metrischen M6 Schrauben in die eingepressten M6 Gewinden. Zusätzliche wird mit Sikaflex in Kombination mit einem Primer geklebt.
Halterung für Solaranlage aus Aluvierkantrohren selber bauen.
Der aufgeklebte und verschraubte Alu-Fuß für die Dachhalterung.
Bau der Dachhalterung für das Solarmodul und das Camper Dach.
Der zweite Fuß der Halterung wird auf den ersten gesetzt und mit M6 Schrauben und Muttern befestig.
Die Solaranlage für den Camper selber einbauen
Das Solarmodul wird an den Alu Winkeln befestigt

Das ganze System ist unglaublich fest und stabil. Auch 150 km/h auf der Autobahn sind mit dem Modul auf dem Dach kein Problem. Das einzige, was jetzt ist, ist das lautere Windgeräusch bei schnellerem Fahren. Aber beim Reisen geht es ja bekanntlich langsamer zu. Der selbstgebaute Dachträger hält nun seit über 3 Jahren! (Stand Januar 2021). Abschließend habe ich die Alu-Konstruktion noch mit einem Lackspray für die Optik besprüht.

Im Notfall ist der Dachträger noch demontierbar

Die restlichen Verbindungen ließ ich übrigens verschraubt. Warum? So kann ich trotzdem noch im Notfall mit etwas Aufwand die selbst gebaute Halterung wieder Abschrauben und inklusive dem Solarmodul vom Dach entfernen.

Solaranlage auf selbst gebauten Dachträger für den Camper
Das befestigte Solarmodul auf dem Dach des Campers.

Was hat der TÜV zu dem selbst gebautem Dachträger gesagt?

Nichts! Alles, was am Dach von mir angebaut war, wie die Markise oder die Dachhalterung mit dem Solarpanel, hat beim TÜV selbst auf Nachfrage nicht interessiert. Es geht als Ladung durch, da ja alles immer wieder im Notfall abschraubbar ist.

ABER ACHTUNG! Du bist trotzdem für Deine Ladung verantwortlich. Fliegt was runter und es erwischt jemanden, ist das Dein Bier!

VIDEO: Einblicke in den Aufbau der Solarmodul-Dachhalterung für den Camper Bus

Deine Meinung

Wie möchtest Du Deine Solaranlage im Camper ausrichten? „Nur“ ein flexibles Solarmodul oder doch etwas fest auf dem Dach verbaut? Und wie möchtest Du es am Dach befestigen?

Bleibe an Deinem Projekt dran! Immer nach vorne schauen, auch wenn die Sicht mal schlecht ist, es gibt immer einen Weg, den Du gehen kannst!


PIN MICH

Solaranlage für den Camper auf selbt gebauter Dachhalterung

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