Autarke Stromversorgung im Camper durch faltbares Solarmodul

Autarke Stromversorgung im Camper durch faltbares Solarmodul

20. November 2019 0 Von Björn Hofmann

Stehst Du im Hochsommer auch gerne im Schatten, wenn die Sonne unangenehm vom Himmel brennt? Im Schatten wird leider das Laden Deiner Aufbaubatterie durch die Solaranlage auf dem Camper-Dach ineffizienter oder unmöglich. Oder fehlt Dir zusätzliche Solarpower? Ich zeige Dir unsere Lösung mit einem 120W faltbaren Solarmodul.

Warum ein tragbares Solarmodul für Deinen Camper?

Faltbare Solarmodule sind sehr flach und lassen sich so kompakt zusammenfalten, sodass sie auch in kleinere Campingbusse gut verstaut werden können. Bei Bedarf faltest Du das Modul auf, legst es vorne in die Frontscheibe oder stellst es draußen vor dem Camper auf. Der Vorteil hier, Du kannst das Solarmodul direkt in die Sonne tragen, wären Du entspannt im geschützten Schatten stehst.

Wir haben zusätzlich ein faltbares Solarmodul zu unserer Solaranlage auf dem Camper-Dach installiert. Damit wir die Stromversorgung bei längeren Stehzeiten im Schatten aufrechtzuerhalten, benutzen wir ein 120W faltbare Solarmodul*. So sind wir flexibler beim Stromproduzieren und können im Notfall die Leistung von der Solarenergie erhöhen.

Somit ist es für uns eine perfekte Backup-Lösung für zusätzliche Stromversorgung bei längerem autarkem Reisen und Camping. Du kannst also ohne das Suchen einer Steckdose Dein Abenteuer fortwährend in der Natur autark genießen, ohne auf die Versorgung mit Strom zu verzichten.

Das von uns benutzte faltbare 120W Solarmodul von Offgridtec*

Wie schließe ich das faltbare Solarmodul an die Aufbaubatterie an?

Für ein faltbares Solarmodul gibt es verschiedene Varianten, wie Du dieses Anschließen kannst. Du kannst ein tragbares Modul zu Deiner bestehenden Anlage auf dem Fahrzeugdach in einer Parallelschaltung mit einem Y-Stecker* mit dazu stecken. Die gewonnene Energie wird somit an nur einen Laderegler gesendet. Durch den Y-Stecker kann das Modul einfach per Plug and Play angeschlossen werden. Bei Nichtgebrauch wird die Verbindung wieder abgesteckt und das tragbare Solarmodul kann im Camper verstaut werden.

Hinweis zur Parallelschaltung

Bei der Parallelschaltung erhöht sich die Stromstärke (W) und die Spannung (V) bleibt gleich. Also zwei Solarmodule mit 100W Leistung erzeugen dann 200 W Leistung. Die Spannung bleibt in diesem Fall bei 12 V gleich. Es können auch Solarmodule miteinander verbunden werden, die eine unterschiedliche Leistung haben, sie müssen aber dafür die gleiche Spannung aufweisen und die Leerlaufspannung UL der verschiedenen Module müssen übereinstimmen.

Parallelschaltung für faltbares Solarmodul im Camper

Zweiter Laderegler an die Aufbaubatterie

Du kannst jedoch auch einen zweiten Laderegler an die Batterie anschließen, wo dann das tragbare Modul extra zugefügt wird. Beide Laderegler bremsen sich nicht gegenseitig aus. Es wird halt teurer in der Anschaffung. Wir sind den Weg mit zwei Ladereglern gegangen. Als blutige Anfänger haben wir vor einigen Jahren den Fehler gemacht, beim zweiten Laderegler einen PWM Regler zu verwenden. Ich empfehle Dir lieber einen MPPT Regler zu benutzen, da hier die Energieausbeute 20 bis 30 % höher ist. Auch kann ein MPPT Regler bei schwachen Lichtverhältnissen noch genügend Spannung weiterleiten, damit diese zum Laden der Batterie verwendet werden kann. Denn wenn die Spannung zu klein ist, reicht sie nicht mehr aus, um die Batterie zu laden, auch wenn es hell ist.

Bei dem oben vorgestellten Solarmodul ist ein sehr guter MPPT Laderegler mit enthalten. Wir haben somit jetzt zwei Laderegler, einer von der Solaranlage auf dem Camper-Dach und einen von dem faltbaren Solarmodul. Durch Rücksprache mit der Firma Offgritec, ob denn zwei Laderegler an einer Aufbaubatterie Komplikationen verursachen würden, sicherte ich mich noch einmal ab. Mir wurde bestätigt, dass dies kein Problem darstelle und meine Idee mit dem zusätzlichen faltbaren Solarmodul auch umsetzbar ist.

Ein tragbares, faltbares Solarmodul für eine autarke Stromversorgung im Camper und Wohnmobil.
Das faltbare Solarmodul im Außeneinsatz für den Campingbus
Faltbares Solarmodul an die Bordbatterie im Wohnmobil anschließen
Das Kabel vom Laderegler, befestigte ich mit Ringzungen an der Aufbaubatterie

Verlängerungskabel für faltbares Solarmodul

Ich besorgte mir zusätzlich ein 10 m langes Solarkabel*, was zwischen Laderegler und Solarpanel mit einem Anderson-Stecker verbunden werden konnte. Die Länge des Kabels entscheidet auch den Radios für den Einsatzbereich des tragbaren Solarmoduls. Doch zu lang sollte das Kabel auch nicht sein, denn der Energie Verlust erhöht sich mit der Kabellänge. Das Ende vom Solarmodul und das vom Laderegler wird ebenfalls noch mit einem Anderson-Stecker* bestückt werden. So bekommst Du eine schnelle und einfache Steckverbindung zum Anschließen und wieder lösen.

Solaranlage für Camper auf selbstgebauter Halterung

Einbau der Solaranlage auf dem Wohnmobil Dach

Wer sich den Anschluss der Kabel an das faltbare Solarmodul nicht traut, kann mit dem Material zum nächsten Elektro-Fachgeschäft gehen und dieses dort vorbereiten lassen. Mithilfe der Anderson-Steckverbindung kann ich nach Bedarf in wenigen Sekunden das zusätzliche Solarmodul an den Laderegler anschließen. Wenn ich es nicht mehr zum Laden der Aufbaubatterie brauche, verstaue ich es wieder einfach ohne großen Aufwand. Ein für uns schnelles Backup für zusätzlichen autarken Strom, wenn wir mal wieder im Schatten campen.

Zwei Laderegler an einer Batterie. Das Tragbare Solarmodul für den Camper ist flexibel dazu anzuschließen oder zu entfernen
Zwei Laderegler an einer Batterie. Das Tragbare Solarmodul ist schnell und flexibel dazu zu schalten oder wieder abzukuppeln dank Anderson Stecker.

Energie trotz Schatten mit faltbaren Solarmodul

Wir haben nun die Möglichkeit, je nach Bedarf das faltbare Solarmodul in einem Radios von ca. 10 m, um den Camper herum aufzustellen. Jetzt können wir Strom produzieren, auch wenn das fest verbaute Solarmodul auf dem Dach durch zu viel Schatten nicht mehr genügend Energie erzeugt.

Genauso haben wir ebenfalls die Möglichkeit, bei höherem Stromverbrauch durch eingeschaltete Elektrogeräte zwei Solarmodule gleichzeitig laufen zu lassen. Beide Laderegler behindern sich nicht. Auch unser längerer Praxis-Test zeigt, dass keine Probleme beim gleichzeitig Laden aufgetreten sind.

Video: Kurze Vorstellung des faltbaren 120W Solarmoduls

Das heißt nun vereinfacht gesagt 100 W Solarmodul auf dem Fahrzeugdach + 120 W tragbares Solarmodul = 220 W Solarleistung, die mir im Optimalfall pro Stunde zur Verfügung stehen. In der „echten“ Welt hast Du natürlich nicht exakt 220 W, da hier viele Faktoren eine Rolle Spielen. Jahreszeit, Tageszeit oder Winkel zur Sonne. Im Bericht über die Solaranlage gehe ich auf diese Problematik näher darauf ein.

So kann ich beispielsweise das faltbare Solarmodul auch bei kälterem Wetter einfach mithilfe der Sonnenblenden an die Windschutzscheibe klemmen. Dort kann dieses zusätzliche Energie für meine Aufbaubatterie erzeugen, ohne das ich bei kälte eine Campertüre öffnen muss. Mehr Strom für die Standheizung!

Unser Fazit zum faltbaren Solarmodul

Wir waren durch die Flexibilität des tragbaren Solarmoduls nicht ein einziges Mal gezwungen, bei unserer mehrmonatigen Reise durch Skandinavien einen Campingplatz wegen der Energieversorgung anzusteuern. Wir hatten genug Power für 100 % autarkes Strom-Leben in der Natur und auf Tour. Der aufwand zum Anschließen ist relativ gering und der Effekt dafür hoch, wenn ein MPPT statt eines PWM Ladereglers verwendet wird. Von uns gibt es trotz des Preises eine klare Empfehlung für das faltbare Solarmodul von Offgridtec.

Faltbares Solarmodul für die Reise im Camper und Van
Das faltbares Solarmodul
Tragbares Solarmodul für die Reise im Camper und im Van
Wir stehen im Schatten und das faltbare Solarmodul in der Sonne

PIN MICH

Faltbares Solarmoul für den Camper

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