Faltbares Solarmodul für zusätzlichen Strom im Camper

Faltbares Solarmodul für zusätzlichen Strom im Camper

20. November 2019 4 Von Björn Hofmann

Aktualisiert am 1. Februar 2022

Durch unser 120 Watt faltbares Solarmodul sind wir deutlich flexibler und somit autarker mit dem Camper unterwegs. Wenn wir im Hochsommer im Schatten stehen, tragen wir das flexible Solarmodul in die Sonne und haben somit auch im Schatten genügend Sonnenenergie zur Verfügung. In der Übergangszeit, bei höherem Stromverbrauch durch Heizen oder Warmwasser, wird das faltbare Solarmodul einfach dazu geschaltet und sorgt für einen zusätzlichen Energieschub für unsere Camper-Stromversorgung. Wie wir das Konzept für das faltbare Solarmodul umgesetzt haben, zeige ich Dir jetzt.

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Warum ein faltbares Solarmodul für Deinen Camper?

Faltbare Solarmodule sind unglaublich flach und zudem leicht. Zudem, wie der Name schon verrät, lassen sie sich kompakt zusammenfalten, sodass sie auch in kleinere Campingbusse gut verstaut werden können. Bei Bedarf faltest Du das Modul auf, legst es vorn in die Frontscheibe oder stellst es draußen vor dem Camper auf. Der Vorteil hier, Du kannst das Solarmodul direkt in die Sonne tragen, während Du entspannt im geschützten Schatten sitzt.

Wir haben zusätzlich zu unserer selbst eingebauten Solaranlage auf dem Camper-Dach, das faltbare Solarmodul auf Reisen dabei. Damit können wir die Stromversorgung auch bei längeren Stehzeiten im Schatten aufrechterhalten. Bei der Benutzung vom 120W faltbare Solarmodul* sind wir somit flexibler beim Strom erzeugen und können damit im Notfall die Leistung von der Solarenergie erhöhen.

Es ist für uns eine perfekte Backup-Lösung für zusätzliche Stromversorgung bei längerem autarkem Reisen und Camping. Du kannst also ohne das Suchen einer Steckdose Dein Abenteuer fortwährend in der Natur autark genießen, ohne auf die Versorgung mit Strom zu verzichten. Für uns, die auch mit Laptop arbeiten und unser Warmwasser mit einem 12 Volt Boiler im Camper erwärmen, eine geniale Sache.

Das von uns benutzte faltbare 120W Solarmodul von Offgridtec*

Wie schließe ich das faltbare Solarmodul an die Aufbaubatterie an?

Der Anschluss vom faltbaren Solarmodul ist zum Glück nicht so schwer. Du benötigst neben dem Solarmodul auch noch einen Laderegler. In dem von uns verlinkten Solarmodul ist schon ein MPPT Laderegler mit dabei.

Suche Dir zu Beginn einen geeigneten Platz für den Laderegler in der Nähe der Aufbaubatterie, sodass Du, mit dem kurzen beiliegenden Kabel, Laderegler und Aufbaubatterie verbinden kannst. Du kannst natürlich das Kabel auch durch ein längeres austauschen. Versuche aber, die Leitungen so kurz wie möglich zu gestalten, um dadurch den Spannungsabfall gering zu halten.

Vom Laderegler Anschluss BATT – und + führen die Leitungen zu Deiner Aufbaubatterie und werden dort passend jeweils an den Plus- und Minuspol angeschlossen. Das faltbare Solarmodul wird am Laderegler bei PV – und + angeschlossen. Denk daran, dass Du beim Anschluss vom Solarmodul, dieses nicht im „Einsatz“ hast und es somit nicht in der prallen Sonne liegt. Am besten deckst Du das Modul vor dem Anschließen ab oder klappst es zusammen. Es darf kein Strom durch die Leitungen beim Anschließen der Anlage fließen!

Kann ich das faltbare Solarmodul an eine bestehende Solaranlage im Camper anschießen?

Du kannst ein tragbares Solarmodul zu Deiner bestehenden Anlage auf dem Fahrzeugdach in einer Parallelschaltung mit etwas Aufwand und Bastelei integrieren. Du solltest aber wissen, was Du tust. Dazu werden sogenannte Y-Stecker* benötigt, damit Du die zwei Solarmodule über denselben Laderegler einspeisen kannst. Als Gegenstück dafür sind, MC-4 Stecker* nötigt. Jedoch sind diese Verbindungen nicht für ein regelmäßiges Anschließen und Trennen gedacht, wie Du es bei einem faltbaren Solarmodul vorhast. Hier müssten noch Anderson-Stecker* zusätzlich in das System integriert werden, denn diese können einfach an- und wieder abgesteckt werden.

Zwei Laderegler an einer Batterie. Das Tragbare Solarmodul für den Camper ist flexibel dazu anzuschließen oder zu entfernen
Zwei Laderegler an einer Batterie. Das tragbare Solarmodul ist schnell und flexibel dazuzuschalten oder wieder abzukuppeln dank Anderson Stecker.

Informiere Dich bitte über die richtige Montage von MC-4 Steckern, oder lasse diese durch eine Fachfirma an Deine Solarkabel vorinstallieren. Es gibt aber auch schon fertig montierte Solarkabel mit MC-4 Steckern in unterschiedlichen Längen zukaufen.

Ich persönlich finde die Option mit zwei Ladereglern deutlich besser, wenn es sich um zwei verschiedene Anlagen handelt, wie fest installiert und tragbar. Bei zwei tragbaren mobilen Solarmodulen, ist jedoch diese Option hier über nur einen Laderegler eine gute Lösung. Zur Variante mit zwei Ladereglern gibt es ein Stück weiter unten mehr Informationen.

Wichtiger Hinweis! Die Steckverbindungen dürfen nicht unter Last getrennt oder angeschlossen werden, das heißt, es darf kein Strom durch die Solarkabel fließen! Decke das Solarmodul ab, so das kein Strom mehr produziert wird, bevor Du die Steckverbindung trennst oder verbindest!

Ein tragbares, faltbares Solarmodul für eine autarke Stromversorgung im Camper und Wohnmobil.
Das faltbare Solarmodul im Außeneinsatz für den Campingbus

Hinweis zur Parallelschaltung Solaranlagen

Bei der Parallelschaltung erhöht sich die Stromstärke (W) und die Spannung (V) bleibt gleich. Also zwei Solarmodule mit 100 Watt Leistung und 12 Volt Spannung erzeugen dann 200 Watt Leistung. Die Spannung bleibt in diesem Fall bei 12 Volt gleich. Es können auch Solarmodule miteinander verbunden werden, die eine unterschiedliche Leistung haben, sie müssen aber dafür die gleiche Spannung aufweisen und die Leerlaufspannung UL der verschiedenen Module müssen übereinstimmen.

Parallelschaltung von Solarmodulen im Camper

Funktionieren zwei Laderegler an einer Aufbaubatterie?

Du kannst jedoch auch einen zweiten Laderegler an die Batterie anschließen, wo dann das tragbare Modul extra zugefügt wird. Beide Laderegler bremsen sich nicht gegenseitig aus. Es wird eben teurer in der Anschaffung. Wir sind den Weg mit zwei Ladereglern gegangen.

Als blutige Anfänger haben wir jedoch vor einigen Jahren den Fehler gemacht, beim zweiten Laderegler einen PWM Regler zu verwenden. Ich empfehle Dir lieber einen MPPT Regler zu benutzen, da hier die Energieausbeute 20 bis 30 % höher ist. Auch kann ein MPPT Regler bei schwachen Lichtverhältnissen noch genügend Spannung weiterleiten, damit diese zum Laden der Batterie verwendet werden kann. Denn wenn die Spannung zu klein ist, reicht sie nicht mehr aus, um die Batterie zu laden, auch wenn es hell ist.

Bei dem oben vorgestellten Solarmodul ist ein ausgezeichneter MPPT Laderegler mit enthalten, nämlich der Victron SmartSolar. Wir haben somit jetzt zwei Laderegler an der Aufbaubatterie angeschlossen, einen für die selbst eingebaute Solaranlage auf dem Camper-Dach und einen für das faltbare Solarmodul. Durch Rücksprache mit der Firma Offgritec, ob denn zwei Laderegler an einer Aufbaubatterie Komplikationen verursachen würden, sicherte ich mich noch einmal ab. Mir wurde bestätigt, dass dies kein Problem darstelle und meine Idee mit dem zusätzlichen faltbaren Solarmodul auch umsetzbar ist.

Faltbares Solarmodul an die Bordbatterie im Wohnmobil anschließen
Das Kabel vom Laderegler befestigte ich mit Ringzungen an der Aufbaubatterie

Das faltbare Solarmodul einfach ohne Laderegler an die Aufbaubatterie anschließen?

Davon rate ich Dir ab, denn ein Laderegler hat eine wichtige Aufgabe, nämlich das Überwachen der Ladung Deiner Batterie durch Solarstrom. Du möchtest keine Überladung und auch keine Überhitzung Deiner Batterie erleben. Der Laderegler regelt das alles für Dich, damit Du entspannt die Tour und den Solarstrom aus Deiner Batterie genießen kannst.

Verlängerungskabel für faltbares Solarmodul

Ich besorgte mir zusätzlich ein 10 m langes Solarkabel*, was zwischen Laderegler und Solarmodul mit einem Anderson-Stecker verbunden werden konnte. Die Länge des Kabels entscheidet auch den Radios für den Einsatzbereich des tragbaren Solarmoduls. Doch zu lang sollte das Kabel auch nicht sein, denn der Energieverlust erhöht sich mit der Kabellänge. Das Ende vom Solarmodul und das vom Laderegler wird ebenfalls noch mit einem Anderson-Stecker* bestückt. So bekommst Du eine schnelle und einfache Steckverbindung zum Anschließen und wieder lösen, immer genau dann, wenn Du es benötigst.

Hier gelangst Du zu unserer kompletten Anleitung über die Camper Elektrik

Übersicht über unseren kompletten Elektrik Ausbau im Van

Wer sich den Anschluss der Kabel an das faltbare Solarmodul nicht traut, kann mit dem Material zum nächsten Elektro-Fachgeschäft gehen und dieses dort vorbereiten lassen. Mithilfe der Anderson-Steckverbindung kann ich nach Bedarf in wenigen Sekunden das zusätzliche Solarmodul an den Laderegler anschließen. Wenn ich es nicht mehr zum Laden der Aufbaubatterie benötige, verstaue ich es wieder einfach ohne großen Aufwand im Camper. Ein für uns schnelles Backup für zusätzlichen autarken Strom, wenn wir mal wieder im Schatten campen.

Energie trotz Schatten mit faltbaren Solarmodul

Wir haben nun die Möglichkeit, je nach Bedarf das faltbare Solarmodul in einem Radius von ca. 10 m, um den Camper herum aufzustellen. Jetzt können wir Strom produzieren, auch wenn das fest verbaute Solarmodul auf dem Dach durch zu viel Schatten nicht mehr genügend Energie erzeugt.

Tragbares Solarmodul für die Reise im Camper und im Van
Wir stehen im Schatten und das faltbare Solarmodul in der Sonne

Genauso haben wir ebenfalls die Möglichkeit, bei höherem Stromverbrauch durch eingeschaltete Elektrogeräte zwei Solarmodule gleichzeitig laufen zu lassen. Beide Laderegler behindern sich nicht. Auch unser längerer Praxis-Test zeigt, dass keine Probleme beim gleichzeitig Laden aufgetreten sind.

Das heißt vereinfacht gesagt, ein 100 Watt Solarmodul auf dem Fahrzeugdach + ein 120 Watt tragbares Solarmodul, ergeben 220 Watt Solarleistung für unseren Campingbus, die im Optimalfall pro Stunde zur Verfügung stehen. In der „echten“ Welt hast Du natürlich fast nie die 220 Watt zur Verfügung, da hier zu viele Faktoren eine Rolle spielen. Unter anderem beeinflussen folgende Faktoren die Leistung Deiner Solaranlage: Jahreszeit, Tageszeit oder der Winkel zur Sonne. Im Artikel über die selbst eingebaute Solaranlage gehe ich auf diese Problematik näher darauf ein.

Mit dieser Lösung können wir unter anderem das faltbare Solarmodul auch bei kälterem Wetter einfach mithilfe der Sonnenblenden an die Windschutzscheibe klemmen. Dort kann diese zusätzliche für unsere Aufbaubatterie Energie erzeugen, ohne dass wir bei Kälte eine Campertüre öffnen müssen. Mehr Strom für die Standheizung und Warmwasser beim Wintercamping Abenteuer.

Unser Fazit zum faltbaren Solarmodul

Wir waren durch die Flexibilität des tragbaren Solarmoduls nicht ein einziges Mal gezwungen, bei unserer mehrmonatigen Reise durch Skandinavien einen Campingplatz wegen der Energieversorgung anzusteuern. Wir hatten ausreichend Energie für 100 % autarkes Strom-Leben in der Natur und auf Tour. Der Aufwand zum Anschließen ist relativ gering und der Effekt dafür hoch, wenn ein MPPT statt eines PWM Ladereglers verwendet wird. Von uns gibt es trotz des Preises eine klare Empfehlung für das faltbare Solarmodul von Offgridtec.

Faltbares Solarmodul für die Reise im Camper und Van
Das faltbares Solarmodul

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Faltbares Solarmoul für den Camper