Anleitung zum Entdecken und Fotografieren von Polarlichter

Nordlichter auf eigene Faust entdecken

Nordlichter besaßen schon zu meiner Jugendzeit eine große Faszination auf mich. Fotos mit tanzenden Polarlichtern am Himmeln in rot, grün, weiß und violett wirkten so unreal und unantastbar auf mich. Zugleich zogen sie mich immer weiter in ihren Bann und ließen mich bis heute nicht mehr los mit ihrer Faszination. Damals erschien es für mich als unerreichbar, dieses magische Naturschauspiel einmal selbst mit eigenen Augen erleben zu können.

Heute darf ich mit Stolz sagen, dass ich Polarlichter in mehreren Ländern und auf unterschiedlichen Kontinenten beobachten und fotografieren durfte, wofür ich sehr dankbar bin. In diesem Artikel möchte ich mein Wissen über die Faszination Nordlichter mit Dir teilen. Und natürlich ist das Beobachten von Polarlichtern unbedingt zum Nachahmen empfohlen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Nordlichtern und Polarlichtern?

Beginnen wir mit den Basics. Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Polarlichter und Nordlichter? Polarlichter und Nordlichter sind im Grunde genommen die gleichen schönen Lichtspiele am Nachthimmel. Das Wort Polarlicht steht jedoch als übergeordneter Begriff und wird in zwei Teile unterteilt. Einer davon ist das bekannte Nordlicht, auch als Aurora borealis bekannt. Dieses leuchtet für uns auf der Nordhalbkugel.

Zum zweiten Teil: Für Dich vielleicht überraschend, es gibt ebenso Polarlichter auf der Südhalbkugel, die sogenannten Südlichter. Diese werden auch als Aurora australis bezeichnet. Südlichter kannst Du wunderbar in Tasmanien beobachten und im südlichen Teil von Neuseeland.

Das Nordlicht und das Südlicht sind also beides Polarlichter. Wir beschäftigen uns in diesem Artikel jedoch nur mit den Nordlichtern. Und diese werden wir uns jetzt suchen …

Wo kann ich Nordlichter beobachten?

Um mit einer hohen Wahrscheinlichkeit Nordlichter entdecken zu können, solltest Du Dich in Ländern oder Regionen aufhalten, die innerhalb des Polarlichtovals liegen. Das heißt, je nördlicher Du Dich auf der Erde befindest, umso größer werden Deine Chancen sein, welche aufzuspüren. Ein guter Anhaltspunkt ist der Polarkreis.

Damit Du eine bessere Vorstellung bekommst, wo diese Polarregionen liegen, stelle ich Dir die bekanntesten Regionen vor, wo Du mit sehr großer Wahrscheinlichkeit die Aurora borealis entdecken wirst.

Polarlichter in Europa

Island

Die Island ist wohl genauso berühmt für Nordlichter wie das Land Norwegen. Da es hier allgemein sehr wenig Lichtverschmutzung gibt, lassen sich auf der gesamten Insel hervorragend Polarlichter beobachten. Von der Hauptstadt Reykjavík aus kannst Du Touren starten, um das Zauberlicht am Himmel zu suchen. Gute Chancen gibt es ebenso am Mývatn, was im Nordosten von Island liegt. Denk dabei aber daran, dass es so dunkel wie möglich sein sollte und Du künstliches Licht, welches durch Menschen gemacht ist, meidest. Dazu etwas später noch mehr.

Schottland

Hättest Du damit jetzt gerechnet? Schottland liegt gar nicht so typisch weit im Norden. Trotzdem gibt es hier die Möglichkeiten, Polarlichter aufzuspüren. Bekannt hierfür sind die Shetlandinseln oder der Galloway-Forest-Park, der überhaupt keine Lichtverschmutzung bietet und somit für einen klaren Blick gegen Himmel bestens geeignet ist.

Skandinavien

Norwegen

Das Land der Trolle ist eines der bekanntesten Länder, um Polarlichter zu entdecken. Der populärste Spot in Norwegen sind dafür die Lofoten. Aber auch weniger besuchte Orte wie die Inselgruppe Vesterålen oder die Insel Senja bieten genauso tolle Möglichkeiten für ein Nordlicht-Abenteuer. Meist sogar mit deutlich mehr Ruhe, denn die Lofoten sind zum Teil extrem überlaufen.

Eine weitere bekannte Region für die Aurora borealis in Norwegen ist das Umfeld von der Stadt Tromsø. Aber allgemein im Norden von Norwegen hast Du grundsätzlich überall hervorragende Chancen, Polarlichter zu finden. Wir entdeckten ebenfalls schöne Nordlichter in der Region Finnmark, was den nördlichsten Teil von Norwegen darstellt. Schöne Plätze waren hier für uns Alta, Grense jakobselv und die Halbinsel Nordkinn. Polarlichter, der wilde Norden und der Blick auf die Barentssee. Eine geniale Kombination.

Anleitung zum beobachten von Nordlichter.
Nordlichter im hohen Norden von Norwegen

Schweden

Schwedisch Lappland stellt den nördlichsten Teil von Schweden dar. Es liegt etwa auf der gleichen Höhe wie Lofoten und Vesterålen. Damit ist dieses Gebiet ebenfalls sehr lukrativ für das Erblicken von Nordlichtern. Kiruna, als einer der größten Städte in dieser Region ist zudem auch ein toller Ausgangspunkt für fantastische Winterwanderungen. Ebenso gibt es zahlreiche Hütten, abgelegen in den weiten Wäldern Lapplands zu mieten, von wo aus ohne Lichtverschmutzung sich das mystische Schauspiel der Polarlichter beobachten lässt.

Finnland

Finnland ist in meinen Augen ein sehr unterschätztes Land. Einige der schönsten Polarlichtfotos schossen wir im finnischen Lappland. Die Region um Inari mit dem riesigen Inarisee sind für Nordlichter bestens geeignet, ebenso wie Ivalo oder allgemein die gesamte finnische Lappland-Region. Selten hatten wir so viel Ruhe, Einsamkeit und Wildnis wie hier oben im Norden von Finnland.

Polarlichter suchen und fotografieren
Nordlichter in Finnland

Polarlichter in Nordamerika

Kanada

In Kanadas Norden liegt die „Hauptstadt der Polarlichter“. Es ist die Stadt Yellowknife, welche nicht nur die Hauptstadt der Nordlichter ist, sondern auch die der Northwest Territories. Die Northwest Territories sind eine der Regionen unseres Planeten, die mit am dünnsten besiedelt sind. Das bedeutet, dass es hier so gut wie keine Lichtverschmutzungen gibt und damit optimale Bedingungen für Nordlichter-Schauen gegeben sind. Unsere schönsten Polarlichter entdeckten wir in den Northwest Territories, auch wenn wir mit einem Truck-Camper über 3000 Kilometer (eine Strecke) von Dawson City nach Yellowknife zurücklegen mussten, hat es sich mehr als gelohnt.

Der gesamte Norden von Kanada ist jedoch perfekt für die Entdeckung von Aurora borealis. Auch das Yukon-Gebiet mit dem Dempster Highway ist einfach nur traumhaft. Auf dem Dempster Highway entdeckten wir unsere allerersten Polarlichter überhaupt. Zudem zählt für uns diese Region zu einen der schönsten auf unseren Planeten.

Die richtige Polarlichtvorhersage zum Beobachten
Bunte Polarlichter wie diese erblickten wir oft in Nordamerika.

Alaska

Wenn Du das Land Kanada hörst, denkst Du wahrscheinlich auch gleichzeitig an Alaska. Auch in Alaska hast Du beste Voraussetzungen zum Beobachten von Nordlichtern. Bekannte Ausgangspunkte sind hier Fairbanks und Anchorage. Tolle Aufnahmen bekommst Du im Denali-Nationalpark.

Voraussetzungen zum Entdecken von Polarlichtern

Meistens werden Städte als Zielorte für die Sichtung von Polarlichtern bei Veranstaltern und in Forums genannt. Das liegt daran, dass diese Orte oft einen hohen Bekanntheitsgrad besitzen und Du eine bessere Vorstellung bekommst, wo Du genau hinreisen kannst für Deine Polarlichtbeobachtungen. Zudem bieten sie gute Anbindungen für Flugzeug, Zug, Bus oder Schiff. Von den Städten aus wird jedoch oft noch ein Mietwagen benötigt. Wer mit dem Camper oder dem eigenen Fahrzeug anreist, ist natürlich deutlich flexibler und kann sich von größeren Städten fernhalten. Wichtig ist nur, so weit wie möglich raus aus der City. Denn um den besten Blick auf die Nordlichter zu bekommen, solltest Du jeder Lichtverschmutzung aus dem Weg gehen.

Nordlichter, wenn möglich, nicht von der Stadt aus beobachten, sondern raus in die Natur. Die Lichtverschmutzung behindert ansonsten das Entdecken der Nordlichter.

Wolkenloser Nachthimmel und ein paar Sonnenwinde

Für Dein Nordlicht-Abenteuer muss zudem ein klarer Nachthimmel vorhanden sein, um die Aurora borealis wirklich entdecken zu können. Denn Polarlichter tanzen deutlich über der Höhe der Wolkendecke. Bei einer schlechten Wettervorhersage für die Nacht mit starker Bewölkung, lohnt es sich schon fast nicht, einen Wecker zustellen oder wach zubleiben.

Ein weiterer Fakt ist auch das Glück oder eine gute Planung, je nachdem wie Du es sehen möchtest. Denn Polarlichter sind nicht einfach jeden Tag am Himmel zu sehen. Das hängt stark von den Sonnenwinden ab. Je nachdem wie diese ausfallen, gibt es starke oder weniger starke Lichtspiele am Himmel. Manchmal auch gar keine! Wie das genau funktioniert und zusammenspielt, kann ich Dir leider nicht sagen, da es doch alles sehr wissenschaftlich klingt. Ich nutze hierfür eine kleine technische Hilfe, die mir recht genau sagen kann, wann und wo Polarlichter in der Nacht am Himmel zu sehen sind. Diese Vorhersage ist recht simpel mit Deinem Smartphone zu erledigen. Weiter unten im Artikel stelle ich Dir ein paar praktische Apps für eine erfolgreiche Polarlichtvorhersage vor.

Und dann wäre da noch eine letzte Voraussetzung. Es ist die Dunkelheit und somit kommen wir zur Jahreszeit für das Suchen und Finden von Nordlichtern.

Nordlichter hinter einer dicken Wolkendecke
Nordlichter hinter einer dicken Wolkendecke. Keine Chance!

Wann ist die beste Zeit zum Beobachten von Polarlichtern?

Um die Polarlichter am Nordhimmel erblicken zu können, muss es dunkel sein. Das ist im Sommer im hohen Norden gar nicht so einfach. Den aufgrund der Mitternachtssonne, der Name verrät es schon, scheint hier oben auch in der Nacht die Sonne, oder es ist zumindest hell. Das heißt, es wird in den Sommermonaten nicht richtig oder überhaupt nicht dunkel in den nordischen Ländern.

Erst Ende August, wenn es wieder für ein paar Stunden dunkel wird im Norden, beginnt die Chance, Polarlichter zu entdecken. Die beste Zeit für das Beobachten der Nordlichter ist der Monat September und Oktober, sowie der Februar und der März. In den anderen „Wintermonaten“ wie November, Dezember und Januar lassen sich natürlich auch Nordlichter entdecken, doch ist in dieser Zeit die Intensität laut Statistik und Beobachtungen nicht so hoch. Warum das jetzt so ist, kann ich Dir leider nicht sagen.

Nordlichter in Norwegen beobachten
Ein Nordlicht Ende September an der Russischen – Norwegischen Grenze „Grense jakobselv“

Der September und der Oktober sind magische Zeiten im Norden. Der Sommer geht, der Herbst kommt und der Winter kündigt sich schon an. Die Welt verwandelt sich in eine bunte Märchenwelt und alles wird von Tag zu Tag ruhiger. Wenn dann zusätzlich die Nordlichter am Himmel auftauchen, wird das Ganze zudem auch noch unbeschreiblich.

Das Gleiche gilt für die Nordlicht-Monate Februar und März. Nach den dunklen Tagen im Dezember und Januar gibt es im Februar und März endlich wieder etwas mehr Tageslicht. Der Winter ist zudem gerade im vollen Gange und die Landschaft ist in einem weißen Wintermantel eingepackt. Zudem triffst Du auf unzählige zugefrorene Flüsse, Wasserfälle und Seen, die sich wunderbar auf Polarlichter-Fotos präsentieren. Mit den Schneeschuhen zum Eisangeln wandern, wären der halbe Nachthimmel in grün, violett, rot, blau und weiß leuchtet ist einfach Leben pur und ohne Worte! Hast Du jetzt Lust bekommen mit Deinem Campingbus oder Camper auf Wintertour zu gehen? Im Artikel für die ersten Schritte beim Wintercamping im Van bekommst Du hilfreiche Informationen für Deine erste Tour im Winter.

Wo bekomme ich eine Polarlichtvorhersage?

Okay, wir haben also eine klare und dunkle Nacht. Wir befinden uns am Polarkreis oder sogar darüber, aber das Spektakel am Nachthimmel bleibt trotzdem aus! Das Letzte, was wir jetzt noch benötigen für unsere erfolgreiche Jagd, sind passende Sonnenwinde. Da Du wahrscheinlich ebenso wie ich keinen direkten Kontakt zur NASA hast, um Sonnenwinde zu checken, gibt es dafür zum Glück praktische Apps für das Smartphone.

Ich bin kein so großer Freund vom Smartphone, aber immer wieder erwische ich mich selbst, wie froh ich dann doch manchmal bin, eins zu besitzen. In diesem Fall stelle ich Dir 6 Applikationen vor, die Du für eine Vorhersage von Polarlichtern verwenden kannst.

Apps für die Polarlichtvorhersage

  • Meine Polarlicht Vorhersage
  • SpaceWeatherLive
  • Northern Eye Nordlicht Forecast
  • Aurora Forecast
  • Nordlichtmelder
  • Aurora Alerts – Northern Lights & Polarlicht

Ich persönlich verwende recht oft für meine Jagt auf Polarlichter die App „Meine Polarlicht Vorhersage“ und die „SpaceWeatherLive“ Applikation. Mit diesen lassen sich nicht nur die aktuellen Situationen am Himmel einschätzen, sondern es gibt auch eine recht zielgenaue Vorhersage für die kommenden Nächte und zum Teil auch anstehenden Wochen über das Erscheinen von Polarlichtern. Du kannst einmal überprüfen, wo sind die Polarlichter demnächst am stärksten und kannst dementsprechend dort, wenn Du flexibel bist, hinreisen. Ebenso kannst Du aber auch Deinen Standort beobachten und schauen, ob es in nächster Zeit hier Aktivitäten am Himmel geben wird, und wenn ja, wie intensiv werden diese.

Die Intensität der auftretenden Lichter wird Dich beim Polarlicht jagen auch noch beschäftigen. Denn es gibt viele Nächte, wo Polarlichter vorhergesagt sind mit einer schwachen Intensität, sodass sie so gut wie nicht zu erkennen sind am Nachthimmel. In diesem Fall lassen sie sich aber trotzdem mit der Kamera festhalten. Denn das, was das natürliche Auge nicht mehr sieht, bringt eine gute Kameralinse auf dem späteren Foto zum Vorschein.

Die Website von spaceweatherlive.com kann ebenfalls für eine erste Planung für eine Polarlichtvorhersage verwendet werden.

Wie fotografiere ich Polarlichter?

Eines Tages kommt der Moment, da reicht Dir die reine Beobachtung von Polarlichtern nicht mehr aus und der Wunsch entsteht, das Erlebte gerne auf Fotos festzuhalten. In meinen Augen etwas ganz Natürliches. Polarlichter lassen sich sogar oft auf Fotos ablichten, wenn eigentlich mit dem bloßen Auge am Himmel überhaupt keine zu erkennen sind. Angesichts dessen bauten wir immer wieder auf gut Glück unsere Kamera auf, um damit in den kalten, klaren Herbsthimmel Skandinaviens zu schießen. Das Ergebnis war dann oft überraschend, da ganz feine und wunderschöne Nordlichter zu erkennen waren.

Polarlichter, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen waren, sonder nur auf einem Foto sichtbar sind.
Polarlichter, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen waren, sondern nur auf einem Foto sichtbar sind.

Da ich kein „Profi-Fotograf“ bin, gibt es mit Sicherheit noch deutlich bessere Tipps und Einstellungen für das perfekte Polarlicht Foto. Mir und Justyna hat ein französischer Fotograf, mit dem wir auch mittlerweile gut befreundet sind, das Polarlichtfotografieren auf der Nordkinn-Halbinsel beigebracht. Aber Vorsicht, wer einmal anfängt, Polarlichter hinterherzujagen, wird nur schwer wieder davon loskommen. Meine gesammelte Erfahrung über das Fotografieren möchte ich hier für Dich als kurze Basic zusammen fassen.

Auf den nächsten 5 Bildern zeige ich Dir eine Entwicklung von einem schwachen Polarlicht, was so stark wurde, dass der halbe Himmel kräftig Grün leuchtete.

Polarlicht Enwicklung von schwach zu stark.  Bild 1
Polarlicht Entwicklung von schwach zu stark. Bild 1
Polarlicht Enwicklung von schwach zu stark.  Bild 2
Polarlicht Entwicklung von schwach zu stark. Bild 2
Polarlicht Enwicklung von schwach zu stark.  Bild 3
Polarlicht Entwicklung von schwach zu stark. Bild 3
Polarlicht Enwicklung von schwach zu stark.  Bild 4
Polarlicht Entwicklung von schwach zu stark. Bild 4
Polarlicht Enwicklung von schwach zu stark.  Bild 5
Polarlicht Entwicklung von schwach zu stark. Bild 5

Basics für das Fotografieren von Polarlichtern

Das Fotografieren mit einer Smartphone-Kamera ist nicht zu empfehlen und wird auch nur zu wenig Erfolg für Dich führen. Jedoch ist es möglich, mit einer einfachen Kompaktkamera erste gute Erfolge zu erzielen. Wichtig ist nur, dass Du alles manuell einstellen kannst. Denn der Automatikmodus ist zum Fotografieren von Nordlichtern überhaupt nicht brauchbar. Daher ist eine Kamera nötig, die sich manuell bedienen lässt!

Es gibt 3 wichtige Einstellungen für Dich an der Kamera zu beachten. Der ISO, die Blende (f) und die Verschlusszeit.

Die Blende sollte, wenn es geht, so weit wie möglich geöffnet sein an Deiner Kamera oder dem Objektiv. Mit Blende ist die Zahl bei „f“ gemeint und diese sollte so niedrig sein wie nur möglich. Am besten wäre f4 oder sogar f2.8.

Die Verschlusszeit gibt an, wie lange das Bild belichtet werden soll. Da wir beim Fotografieren von Nordlichtern eine Verschlusszeit von mehreren Sekunden benötigen, ist ein Stativ unausweichlich für Dich. Neben der Kamera ist also der zweitwichtigste Ausrüstungsgegenstand ein Stativ. Denn ansonsten wirst Du am Ende, wenn Du die Kamera mehrere Sekunden in der Hand hältst, nur ein verschwommenes Bild bekommen. Je länger Du die Verschlusszeit einstellst, umso heller wird das Foto am Ende. Hier musst Du ein wenig austesten, wie gerade die aktuelle Licht-Situation vor Ort ist.

Sind die Polarlichter am Himmel nur sehr schwach, musst Du eine lange Verschlusszeit wählen. Bei starken und hellen Nordlichtern verwendest Du eine etwas kürzere Verschlusszeit.

Anhaltspunkt für die Verschlusszeit:

  • Klare Nordlichter: 5 bis 12 Sekunden
  • Vereinzelte Nordlichter: 10 bis 20 Sekunden
  • Schwache Nordlichter: 20 bis 25 Sekunden oder mehr

Der ISO: Auch hier musst Du wieder etwas experimentieren direkt vor Ort und je nach Licht-Situation. Je höher Du den ISO einstellst, umso heller wird das Bild. Du kannst mit einem ISO von 600 oder 800 beginnen und dann je nachdem etwas nach oben oder unten korrigieren. Denk aber daran, je höher Du den ISO wählst, umso mehr kann das Bild mit „rauschen“ beginnen. Es wird also körniger.

Nordlichter auf eigene Faust entdecken
Mit ein wenig Probieren und Geduld, klappt es auch nach einer Weile mit den ersten schönen Bildern von den Nordlichtern.

Mein Tipp an Dich!

Probiere das Ganze zu Hause oder sonst wo einmal aus, bevor es auf Polarlicht-Tour geht. Fotografiere den Nachthimmel vor Deiner Haustüre, vom Balkon oder gehe in den Stadtpark dazu. So bekommst Du Deine ersten Erfahrungen und es wird in der kalten und dunklen Nacht im hohen Norden für Dich deutlich einfacher. Es soll Dir am Ende Spaß bereiten und nicht unnötigen Frust produzieren.

Gibt es Polarlichter auch im Sommer?

Ja, Polarlichter sind das ganze Jahr über in der Polregion aktiv. Nur können wir sie im Nordischen-Sommer nicht erkennen, da es aufgrund der Mitternachtssonne in der Nacht viel zu hell ist.

Kurz und knapp alles auf einen Blick zum Entdecken von Nordlichtern

  • Nordlichter gibt es an den Polregionen
  • Soweit nördlich wie möglich reisen (Norwegen, Schweden, Finnland, Island, Grönland, Schottland, Kanada, Alaska)
  • Vermeide größere Städte und somit die Lichtverschmutzung, um die Nordlichter besser erkennen zu können. Je dunkler, umso besser!
  • Klarer Nachthimmel. Polarlichter tanzen über den Wolken und bei bedecktem Himmel, gibt es keine Sicht auf diese.
  • Dunkelheit wird benötigt (Mittsommer klappt nicht, da immer hell)
  • Beste Zeit für Nordlichter sind September und Oktober sowie der Februar und der März

Du hast Fragen oder Anregungen zum Thema Polarlichter? Du hast selbst schon einmal Erfahrungen mit Nordlichtern oder Südlichtern gehabt und möchtest diese mit uns teilen? Dann würde ich mich über einen Kommentar von Dir sehr freuen.


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