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Möbel und Schränke für den Camper Ausbau bauen

Möbel aus Holz für den Camper Bus

Mit den eigenhändig gebauten Möbeln bekommt Dein Camper seine persönliche Note, seinen eigenen Charakter im Innenleben. Die Inneneinrichtung im Wohnmobil soll ein Gefühl von Wohnlichkeit und Gemütlichkeit geben. Es soll aber auch gleichzeitig praktisch und funktional sein. Damit uns das gelingt, bekommst Du jetzt die Basic für das Camper Ausbau Holz, den Möbelbau, das Finden der richtigen Schraubenlänge sowie Tipps und Ticks fürs Schleifen und Ölen Deiner Möbel. Wie wir das geschafft haben, zeige ich Dir ebenfalls. Los geht’s!

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Welches Camper Ausbau Holz für den DIY Möbelbau?

Für den Bau der Möbel im Camper, benötigst Du ein paar wichtige Werkzeuge und natürlich das Baumaterial, woraus die Möbel entstehen sollen. Weiter unten stelle ich Dir meine meistbenutzten Werkzeuge für den Möbelbau vor. Keine Angst, Du benötigst dafür keine Werkstatt, auch ich habe das ganze meist Outdoor durchgeführt.

Aber was gibt es denn eigentlich alles für Bauholz, um Möbel daraus zu bauen und welche sind dafür auch für einen Camper Selbstausbau geeignet? Das schauen wir uns jetzt mal genauer an.

Die Qual der Wahl? Was nehme ich für ein Holz für meinen Camper Selbstausbau?

Massivholz

Bringt eine besondere Ästhetik und Wertigkeit in den Camper-Ausbau, ist aber anfälliger für Rissbildung und Verziehen. Daher ist in meinen Augen diese Variante zum Möbelbau nicht optimal, da die Möbel im Camper deutlich mehr Belastung und Veränderungen ausgesetzt sind, wie in einer Wohnung, die nicht fahren kann. Jedoch würde dieses Holz gut als flachliegende aufgeschraubte Arbeitsplatte in Deiner Van-Küche gut passen.

Brettschichtholz oder auch Leimholz genannt

Diese Variante gewährleistet eine deutlich höhere Formstabilität. Leimholz wird aus einzelnen Holzsegmenten wie Brettern und Bohlen gefertigt, die dann miteinander verleimt werden. Jedoch immer noch nicht formstabil genug für einen Möbelbau im Camper-Ausbau. Auch dieses Holz würde gut als waagerecht aufgeschraubte Arbeitsplatte in Deiner Van-Küche gut passen.

3-Schitplatten

Diese Platte besteht aus mehreren Massivholzplatten, die kreuzweise verleimt sind. Dadurch gibt es geringere Rissanfälligkeiten und eine deutlich bessere Formstabilität, wie bei Massiv- und Leimholz. Der Vorteil bei den 3-Schichtplatten ist ebenfalls, dass die schöne Massivholz-Optik erhalten bleibt. Dies in Verbindung mit einer besseren Formstabilität macht es zu einem schönen stabilen Bauholz. Daher ist dies für den Möbelbau im Fahrzeug gut geeignet. Wir selbst haben daraus unsere Arbeitsplatte im Küchenbereich erstellt und sind sehr zufrieden.

Multiplexplatten

Multiplexplatte: Das ist die robusteste Variante für den Möbelbau im Camper. Diese sind nämlich besonders formstabil. Durch die verzugsarme Eigenschaft sind sie hervorragend für den Einbau in Fahrzeuge geeignet. Auch Schrauben finden durch die Mehrschichtplatten einen fantastischen Halt beim Verschrauben einzelner Platten miteinander. Zwei gut geeignete Multiplexplatten sind die aus Birke und die aus Pappel.

Siebdruckplatte

Dies ist eine Mutiplexplatte, die mit Phenolharz beschichtet ist und dadurch Wasserfest und Stoßfest wird. Sie ist schwerer als die Multiplexplatten aus Pappel und Birke. Es ist keine Holzstruktur mehr zu sehen. Eine sehr robuste Variante für Dich, wenn Du als Surfer, Taucher, Wildwasserkanute oder sonst wie oft mit viel Feuchtigkeit zu tun hast. Oder Du Deinen Camper auch gleichzeitig als Handwerkerfahrzeug benutzen möchtest und somit die Oberfläche robuster gestalten musst.

Welche Materialstärke für den Möbelbau im Van?

Für den Möbelbau im Fahrzeug eignet sich eine Materialstärke von 10 bis 19 mm. Darunter wird die Stabilität sinken. Darüber wird das Problem für die zulässige Gesamtmasse vom Fahrzeug steigen. Unser Ausbau wurde mit 15 mm starken Multiplexplatten aus Pappel realisiert.

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Zuletzt aktualisiert am 19. Februar 2026 um 18:42 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Für welches Material und welche Stärke entschieden wir uns?

Beim Baumaterial entschieden wir uns für Multiplex-Platten. Bei unserer Bodenplatte im Camper haben wir uns noch aus Stabilitätsgründen für die schwereren aber dafür stabileren Platten aus Birke entscheiden.

Für den Möbelbau verwenden wir jetzt wie bei der Seitenverkleidung Multiplex-Platten aus Pappel*, mit einer Stärke von 15 mm. Pappel ist leichter als Birke und empfiehlt sich daher für Dich, wenn Du besonders auf Deine Gesamtmasse beim Ausbau achten musst. Die Oberfläche ist etwas anfälliger als Birke, das heißt Stöße gegen die Platte können mehr Spuren im Material hinterlassen. Verzogen oder verformt hat sich bis heute nichts in unserem Campingbus. (Stand Mai 2023)

Pappel Sperrholz von 4 bis 18 mm

Birke statt Pappel?

Du kannst natürlich auch Multiplex-Platten aus Birke* verwenden. Diese sind schwerer, aber dafür robuster. Du solltest beim Ausbau an Dein zulässiges Gesamtgewicht denken, welche nicht überschritten werden darf. Vor allen, wenn Du eine Wohnmobilzulassung nach dem Selbstausbau anstrebst. Ein paar Platten machen keinen Unterschied, aber ein kompletter Ausbau mit sehr vielen Platten, da kommt schon was an Gewicht zusammen.

Mulitplex-Platten aus Birke von 9 bis 21 mm

Bestellt habe ich die Menge online, nachdem ich die „Offline-Preise“ mit den Online-Preisen verglichen habe. Online ist es um einiges günstiger als im Baumarkt, vor allem wenn große Mengen bestellt werden. Es ist unglaublich, welch Anzahl an Holzplatten für ein paar Schränke und Schubläden benötigt werden. Ich bestellte Multiplex-Platten im Wert von circa 1500 €. Da war aber alles dabei, Bodenplatte, Seitenverkleidungen, Dachhimmel, Schränke, Möbel, Bett und Tisch.

Wir haben nicht schlecht geschaut, als die große Lieferung vor unserer Haustüre abgeladen wurde. Wenn doch noch ein Stück fehlen sollte, oder Du Dich verschnitten hast, dann ist es sicherlich einfacher und schneller in den nächsten Baumarkt zu fahren, wenn Du einen in der Nähe hast.

Bis es so weit war, hat es einiges an Schweiß, Geld und Zeit gekostet. Aber es hat sich gelohnt!

Warum Du nicht gleich auf den Millimeter genau planen solltest

Unsere Möbel für den Camper werden also aus 15 Millimeter starken Pappel-Multiplex-Platten hergestellt. Ich habe mir mit Hilfe von selbst angefertigten groben Skizzen auf Papier und dem Ausmessen im Camper eine erste Übersicht geschaffen. So konnte ich besser einschätzen, was ich ungefähr an Holz für den Selbstausbau benötige. Voraussetzung für diesen Schritt ist, dass Du weißt, welche Möbel in welcher Größe Du wo hinbauen möchtest.

Am schwierigsten war es, die Rundungen der Karosseriewand ans Holz anzupassen. Weiter unten verrate ich Dir meine Lösung.

Jetzt aber gleich jeden Millimeter auszurechnen, schien mir utopisch und es kommt bekanntlich immer anders, als man denkt. Vor allem da die Karosserie im Van durch die Unebenheiten und Wölbungen es unmöglich macht, exakt planen zu können. Also addierte ich an allen ausgedachten Maße bei der Bestellung der Multiplex-Platten noch circa 5 bis 15 Zentimeter mit daran. Ich schnitt erst beim Einbau vor Ort im Camper alles exakt zu. Im Nachhinein war es die richtige Entscheidung. Damit war ich beim Einbauen flexibler und schonte meine Nerven.

Die ersten Schritte! Noch sieht es nicht wirklich gemütlich aus.

Meine wichtigsten Werkzeuge zum Möbel selbst bauen im Camper

Um überhaupt die Möbel bauen zu können, habe ich bestimmte Werkzeuge gebraucht. Hier nun die am meisten verwendeten Werkzeuge für meinen Möbel-Ausbau in unserem Transporter.

Die Tauchkreissäge* war eines meiner wertvollsten Werkzeuge. Damit bringe ich die Möbel und Schubläden schnell und effektiv auf die benötigten Maße. Wichtig sind die Führungsschienen, um auch lange, saubere Schnitte ohne Probleme hinzubekommen.

Die Scheppach im Einsatz beim Möbelbau für unseren VW T5

Die Stichsäge * ist für Rundungen, kleine Ecken und Ausschnitte unabdingbar.

Eine Schleifmaschine * wird benötigt, um das Holz vor dem Lackieren und Ölen zu schleifen und Kanten zu brechen. Die Alternative ist das Schleifen mit dem Schleifblock.

Winkelspanner * waren vom großen Nutzen, um die zurecht gesägten Möbelteile gerade und sauber zusammen schrauben zu können.

Die Dübelschablone * hat bei mir lange erfolgreich für ein gerades Vorbohren gesorgt. Gerade Bohrlöcher für die Schrauben zum Befestigen der einzelnen Möbel-Teile. Der Undercover Jig * von Wolfcraft stellt hier aber auch eine gute Alternative dar und hilft Dir vielleicht Möbel noch einfacher zu bauen, falls Dir aktuell zu Beginn die Erfahrung noch fehlt.

Für den Bau von Türen mit Scharnieren wird noch die Bohrschablone * und ein 35 mm Forstnerbohrer * benötigt. Damit lassen sich Topfbänder passgenau einbauen. Denn mit dieser Schablone ist das zum Glück kein Hexenwerk und führt zu einem großartigen Ergebnis.

Der Ausbau wächst und wächst dank einiger Nachtschichten im Campingbus

Welche Schrauben mit welcher Länge zum Möbelbau?

Für die Verschraubungen der Möbel benutzte ich 4,0 x 40 mm Kreuzschlitz Universalschrauben * von SPAX mit Senkkopf und Vollgewinde. Diese haben zuverlässig funktioniert und die Möbel halten immer noch zusammen. Vielleicht liegt es aber auch nur am Kleber. Nein, es funktioniert mit Schrauben, die ein Vollgewinde haben auch wunderbar.

Da wir aber zum Glück im Leben immer wieder dazu lernen, besonders wenn wir etwas aktiv tun, würde ich Dir für Deinen Ausbau jedoch Schrauben mit Teilgewinde * empfehlen. Das Teilgewinde sorgt dafür, dass sich die zu befestigende Holzplatte besser an das Gegenstück ran zieht. Zudem bevorzuge ich mittlerweile einen Torx-Kopf. Der Torx-Kopf ist robuster und lutscht sich nicht so schnell aus wie ein Schlitz- oder Kreuzkopf.

Es gibt für die richtige Länge der Schrauben eine Faustformel. Hier nimmst Du die Materialstärke vom Holz, was befestigt werden soll mal zwei. Bei meinen 15 mm starken Holzplatten sind mindestens 30 mm lange Schrauben oder länger sinnvoll für eine stabile Verbindung.

Holzstärke x 2 = Schraubenlänge

VIDEO: Prinzip vom Möbelbau im Camper kurz dargestellt

Ein Wohnmobil ist nicht immer quadratisch, Möbel können sich aber anpassen

Um die Seitenteile an die leicht runde und unebene Karosseriewand anzupassen, hilft es zuerst eine Schablone aus Karton zu erstellen. Hierfür eignet sich ein kleiner Holzstab oder ein Meterstab, wo ein gut malenden Stift rechtwinklig an das eine Ende mit Klebeband befestigt wird. Das andere Ende des Holzstabes kann nun an der Karosserie entlangfahren, einmal von der Decke bis runter zum Fußboden entlang.

Dabei zeichnet der Stift auf einen rechtwinklig zur Karosseriewand aufgestellten großen Karton die Umrisse und Rundungen der Karosseriewand auf. Jetzt muss der Karton nur noch entsprechend ausgeschnitten werden. Danach kannst Du mit dieser Schablone die Umrisse auf eine Multiplexplatte übertragen. Wie unten auf dem Foto von mir nachgestellt.

Als Beispiel habe ich die Szene im Wohnzimmer noch einmal nachgestellt. Die Wand ist die Karosserie. So lassen sich die Umrisse der Karosserie gut auf das Stück Pappe übertragen.

Die Aufteilung der Nutzfläche für die Camper-Schränke

Wer Kühlschrank, Kocher oder andere größere Dinge unterbringen möchte, sollte auch beim Planen der Möbel die Maß dafür wissen. Damit am Ende alles gut sitzt und der Platz optimal ausgenutzt wurde. Selbst die Tassen und Töpfe wollen gut in die Schränke passen.  Lieber mehr Aufwand einplanen, um dafür am Ende länger Freude am Camper zu haben.

Wir wussten, welche Kompressor-Kühlbox wir einbauen und konnten dementsprechend planen und den Auszug dafür gestalten. Das Gleiche galt auch dem Platz für die Wasserkanister der Wasserversorgung. Ebenso machte ich mir einen Plan von all den vielen kleinen Dingen, die in die Schränke sollten. Damit hatte ich die minimale Größe für ein Fach und die Schubladen. Klar, manche Dinge sind aber auch Glück. Aber am Ende sollte alles mehr oder weniger reinpassen und sauber verstaut sein.

Integration der Elektronik in die Schränke
Die Kompressor-Kühlbox befindet sich im grauen Auszug
Links ist Platz für die Wasserkanister, rechts für Geschirr und Töpfe
Der Aufbau unserer Schrankwand auf der Fahrerseite.

Möbel für das Wohnmobil kleben oder schrauben?

Beides! Beim ersten Zusammensetzen habe ich die selbst gebauten Möbel für unseren Camper nur geschraubt und alles Probe eingebaut für einen Testlauf. Lassen sich alle Türen so öffnen, wie man sich es vorgestellt hat? Komme ich überall gut ran und behindert sich keine Schublade mit einer anderen Kante? Alles Dinge, die schnell mal schiefgehen können. Gut, wen man dann dank „nur“ schrauben es wieder auseinander bekommt und nachbessern kann.

Und so sieht das fast fertige Ergebnis aus.

Auch wenn es mehr Aufwand bedeutet, aber nach dem Anpassen der Möbel in Deinem Camper, solltest Du am besten wieder alles heraus bauen. Schraube alles auseinander, um es dann beim wieder zusammenbauen, mit den Schrauben noch zusätzlich mit wasserfestem Holzkleber* zu verkleben. Warum noch zusätzlich kleben? Weil es sonst ziemlich unangenehm werden kann, wenn das Holz durch das aneinander Reiben beim Fahren, einem ziemlich schnell auf die Nerven geht. Denn das Holz kann unangenehmen knarren und quietschen. Das Kleben sorgt also für mehr Ruhe beim Fahren.

Die Schrankwand auf der Fahrerseite.

Schranktüren für die Möbel im Camper bauen

Die selbst ausgesägten Schranktüren werden in meinem Fall mit gedämpften Topfbändern* mit den Schränken verbunden. Mit der Anreißschablone* von Hettich war das Anbringen der Türen in ein paar Minuten sauber und ordentlich erledigt.

Es wird zudem ein 35 mm Forstnerbohrer* benötigt, um die Topfbänder erfolgreich einbauen zu können. Der Forstnerbohrer frisst ein rundes Loch in das Holz der Schranktüre und dem Schrank, um anschließend dort die Topfbänder einsetzten zu können. Es geht leichter, als Du Dir das vielleicht gerade vorstellst, nur Mut! Im Video unten bekommst Du eine bessere Vorstellung, wie Topfbänder eingebaut werden.

VIDEO: Einbau von Topfbändern

Die Schranktüren entstehen und werden optisch mit Holzleisten, Öl und mit dem Einfräsen von Rillen aufgewertet.
Selbst eingebauten Topfbänder mit Hilfe der Hettich-Schablone* (Türscharniere).
Faltbare Tür, um diese trotz Platzmangel im VW Bus komplett öffnen zu können.
Und so sieht die Schranktüre geschlossen aus.

Push-Lock Möbelschlösser für die Möbel im Camper Ausbau

Ich war kein wirklicher Freund von Push-Lock Möbelschlossern. Das lag aber auch daran, dass ich mir zu Beginn vom Camper-Ausbau ziemlichen Quatsch gekauft habe. Quatsch, der schon nach einigen Wochen nicht mehr richtig funktionierte.

Die billigen Push-Lock Möbelschlösser ließen sich nach einer Weile nicht mehr schließen. Noch besser war, wenn sie sich nicht mehr öffnen ließen. Großes Kino! Dann kamen wir zwar nicht mehr an unsere Sachen ran, aber dafür war alles bei der Fahrt gut gesichert. Wie auch immer, es war keine dauerhafte und qualitative Lösung und etwas Neues musste her.

Die neu verbauten Push-Lock Möbelschlösser in unserem Camper

Alle alten Push-Lock Möbelschlösser wurden aus den Schränken und Schubladen ausgebaut. Die Löcher mit Holzpaste verspachtelt und wieder mit Holz-Öl behandelt. Neustart!

Bei den Schrankwänden entschied ich mich für hochwertigere Push Lock Möbelschlösser*. Diese haben eine robuste Druckguss-Mechanik und halten somit deutlich mehr aus, als meine Vorgänger aus reinem Kunststoff. Geschmeidig lässt sich der Knopf hineindrücken und der Schrank somit abschließen. Und genauso sanft mit einem Druck auch wieder öffnen. Ein Wahnsinns-Unterschied zu den alten wackeligen Dingern, die vorher verbaut waren.

Vergleich zwischen den alten günstigen und den neuen hochwertigeren Push-Lock Schlössern

Für Schubladen und Auszüge ging meine Wahl auf Möbelschloss-Griffe. Der Vorteil vom Griff ist, dass Du ordentlich an diesem ziehen kannst, um damit auch schwere Schubladen bequem öffnen zu können. Beim Schließen verriegelt sich der Push-Lock-Griff von allein. Einfach nur die Schublade zudrücken und alles ist gesichert. Fantastisch!

Falls Dir die Farbe nicht gefällt, dann ist das auch kein Problem. Griff anschleifen, mit Primer grundieren und anschließend mit Deinem Lieblingslack vollenden. Auch wir haben unsere Griffe schnell und einfach einen neuen Farbton gegeben. Siehe hierzu das Foto gleich hier unten.

Der nachträglich lackierte Möbelschloss-Griff mit Rost-Effekt an einer unserer Schubladen
Ich wechselte alle Möbelschlösser aus. Hier sind einige neuen Push-Lock Schlösser und Griffe zu sehen.

Schubladen und Schwerlastauszüge für den Camper selber bauen

Für Schubladen im Camper gibt es verschiedene Lösungen. Wichtig ist erst einmal zu wissen, was muss die Schublade an Gewicht aushalten und wie lang wird sie überhaupt? So kannst Du Dich für die passenden Auszüge für die geplanten Schubladen entscheiden.

Einfache SoftClosing Auszüge

In unserem Küchenbereich reichten einfache Schubladenauszüge* bis 45 Kilogramm. Ich entschied mich für SoftClosing Auszüge. Die entsprechende Länge zum Projekt muss ausgewählt werden.

Die selbst gebaute Schublade im Küchenbereich in unserem Camper

Schwerlastauszüge mit und ohne Lock-in/out

Um den Platz unter dem Camper-Bett sinnvoll auszunutzen, baute ich zwei große Schubladen darunter ein. Dort sollten sperrige und schwere Gegenstände verstaut werden. Also wurden hier stärkere Vollauszüge verbaut.

Es gibt Schwerlastauszüge ohne extra Blockierung* und Schwerlastauszüge mit Lock-in/out* Möglichkeit. Die Lock-in/out Variante ist deutlich teurer, aber sorgt dafür, dass eine äußerst schwere Schublade auch wirklich zubleibt. Schnell können diese sich sonst bei starken Bremsmanövern, im Offroad Bereich oder in zu schnell genommenen Kurven ungewollt öffnen. Wer einen Kühlschrank über Lastauszüge einbaut, sollte auch hier an das Gewicht denken, wenn dieser mal ordentlich voll mit Lebensmitteln ist!

Die 2 großen „Schubladen“ wurden in Verbindung mit dem Bett eingebaut. Genauer gehe ich hier beim Einbau von Bett und Tisch in den Camper ein.

Schwerlastauszüge wurden hier benötigt! Viel Stauraum wurde somit geschaffen.

Optische Aufwertung der Möbel

Das nicht so schöne „nackte“ Multiplex-Holz wird erst gemütlich, wenn Du es mit einem schönen Öl behandelst. Verzierungen mit kleinen Holzleisten können je nach persönlichem Geschmack auch noch einen kleinen Kick geben für die Camper Möbel.

Die Schränke werden in unserem Fall mit Hartwachsöl Terra* behandelt und die Tischplatte und Seitenverkleidungen mit OSMO Top Oil Akazie*. Nachdem die Schränke einmal mit dem Hartwachsöl Terra behandelt wurden, setzten wir an einigen Schranktüren farbliche Akzente mit Kreidefarbe*. Anschließend wurde zum Schutz über die Kreidefarbe Wachs aufgetragen, was die Langlebigkeit der Farbe und des Holzes steigert. Bei der Verwendung von Lack* auf der Kreidefarbe, wird der Schutz noch robuster als mit Wachs.

An einigen Schranktüren habe ich mithilfe der Tauchkreissäge eine ein Millimeter tiefe Rille alle zehn Zentimeter hinein gefräst. So entstand eine tolle Verzierung, was wir auch ansprechend fanden. Die Tiefe zum Einschneiden im Holz kann an der Tauchkreissäge eingestellt werden. Die Führungsschienen sorgen für einen geraden Schnitt. So wurden aus langweiligen 15 Millimeter dicken Pappel-Multiplex Platten für uns wunderschöne gemütliche Möbel. Es entstand ein Innenleben im Camper, wo wir uns gerne aufhalten. Im Ausbau-Bericht über die Seiten und Deckenverkleidung, gibt es auch ein Video, wie ich die Rillen ins Holz fräse.

Alle Informationen und eine Anleitung zu unserer DIY Holzverkleidung

Ein Allzwecktipp für Kreidefarbe: Kreidefarbe ist allgemein eine wirklich tolle Sache, um alte oder langweilige Möbel, egal ob Echtholz oder laminiert, in ein cooles Schmuckstück zu verwandeln. Viele Möbel bekommst Du über eBay Kleinanzeigen für sehr wenig Geld oder sogar geschenkt.

Grundlagen zum richtig schleifen und einölen beim Camper Ausbau

Bevor Du beginnst, Deine Möbel einzuölen, sollte die komplette Oberfläche angeschliffen werden. Das hat den Vorteil, dass sich die Poren vom Holz öffnen und das Öl besser eindringen kann, sowie haftet Farbe dann deutlich effizienter an der Holzoberfläche.

Für ein richtig schönes Ergebnis kannst Du dies in zwei Schritten durchführen, mit zwei unterschiedlich starken Körnungen vom Schleifpapier. Beim ersten Schliff wird eine Körnung zwischen 80 oder 120 verwendet. Für den zweiten Schliff, den Feinschliff, eine Körnung zwischen 180 und 240. Anschließend wird das Holz vom Schleifstaub entfernt.

Wenn wir schon beim Wort Schleifstaub sind, denke bitte an Deine persönliche Schutzausrüstung, wie eine effektive Staubschutzmaske. Deine Atemwege werden es Dir auf Dauer danken. Nach dem Reinigen vom Holz kann auch schon die erste Schicht Holzöl mit einem fusselfreien Lappen aufgetragen werden. Handschuhe nicht vergessen!

Wenn Du die erste Schicht Holzöl aufgetragen hast, lass alles für die nächsten 24 Stunden trocknen. Nach dem Verstreichen der Wartezeit, wirst Du wohl etwas enttäuscht sein, wenn Du mit Deiner Hand über die Oberfläche Deiner geölten Möbel fährst. Warum? Denn, die Oberfläche wird sich eher wie ein Dreitagebart anfühlen, anstatt nach einer mühevoll geschliffenen Fläche.

Aber kein Ding, das ist normal, denn durch das Ölen haben sich die Holzfasern aufgestellt. Bevor also die nächste Schicht Holzöl aufgetragen wird, wird mit einem 240 Schleifpapier die Oberfläche leicht angeschliffen, um die abstehenden Holzfasern zu entfernen. Erneut Öl auftragen und wieder 24 Stunden trocknen lassen. Die Oberfläche ist jetzt nun deutlich glatter und feiner.

Wir persönlich haben nach dem zweiten Anstrich aufgehört und warn mit dem Ergebnis zufrieden. Aber Du kannst das gerne 3- oder 4-mal durchführen und jedes Mal wird die Oberfläche ein Stück besser und die Ölschicht dichter.

Möbelgerüst aus einem Alu-Steck-System als Alternative

Es gibt Stecksysteme aus Aluminiumprofilen, wo Du das Grundgerüst für Deine Möbel recht schnell und einfach zusammensteckst. Das Alu-Gerüst wird dann mit den zugeschnittenen Multiplexplatten ausgefüllt. Bekannt hierfür ist das System Steck + Weg* von tigerexped. Auch wenn der Name von diesem System gerade andere Dinge bei Dir als Kopfkino auslöst, ist damit ein simples Möbelgerüstbau-System gemeint, was als schnelle und leichtere Alternative für den „klassischen“ Camper-Mbelbau dient.

Jedoch habe ich mit Alu-Stecksystem im Bereich Camper Ausbau noch keine Erfahrung gesammelt und kann aktuell nichts aus der Praxis berichten. Wenn Du hier schon Erfahrung gesammelt hast, lass es mich gerne in einem Kommentar wissen.

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