Welches Basisfahrzeug für einen Camper-Ausbau?

Welches Basisfahrzeug für einen Camper-Ausbau?

1. Januar 2021 2 Von Björn Hofmann

Es gibt ein großes Angebot an unterschiedlichsten Basisfahrzeugen, die für Deinen Camper-Ausbau geeignet sind. Welche Fahrzeuge sind das? Was ist besser, ein großes oder ein kleines Basisfahrzeug? In welchem kann ich ein Bett quer einbauen und wo habe ich auch noch eine Stehhöhe? Diese und viele weite Fragen klären wir jetzt hier gemeinsam. Los geht’s!

Stehhöhe im Camper?

Eine grundlegende Frage vor dem Kauf eines Basisfahrzeuges ist die, ob Du in Deinem Camper gerne aufrecht stehen möchtest, oder nicht? Die Stehhöhe im Camper ist ein absoluter Komfortpluspunkt, der vor allen beim längeren Aufenthalt im Camper sehr angenehm werden kann. Stell Dir vor, es regnet tagelang wie aus Eimern. Was ist Dir jetzt lieber, stundenlang nur sitzend mit sehr wenig Bewegungsfreiheit im kleinen Campingbus? Oder vielleicht doch auch mal lieber aufstehen zu können, um sich freier zu Bewegen?

Vorteil eines größeren Basisfahrzeug

Stehhöhe bekommst Du aber nur durch ein höheres Fahrzeug und die sind dann auch automatisch etwas größer als Busse/Vans. Durch ein größeres Basisfahrzeug hast Du mehr Raumvolumen und dadurch mehr Wohnfläche. Die Ausbau-Möglichkeiten erhöhen sich damit, sowie die Größe vom Stauraum für Ausrüstungen. In einem größeren Fahrzeug gibt es genügend Fläche zum Einbau einer Duschkabine und einer festen Toilette. Hier ist auch der Einbau einer umfangreichen Gasinstallation für Gasflaschen zu überlegen, mit denen Du Kühlschrank, Heizung und Warmwasser betreiben kannst, sowie zum Kochen am Gasherd.

Die Stehhöhe im Camper wird nicht mehr für eine erfolgreiche Zulassung zum Wohnmobil benötigt. Das klappt auch ohne Stehhöhe.

Nachteile von größeren Basisfahrzeugen

Stehhöhe bedeutet aber auch ein deutlich höheres Fahrzeug, was Dir bei stetig zunehmenden Höhenbegrenzungen an Parkplätzen und Zufahrten schnell zum Nachteil werden kann. Auch bei vielen Fährfahrten wird es mit einem größeren Fahrzeug, wie zum Beispiel dem Fiat Ducato, deutlich teurer, wie mit einem VW Bus. In Norwegen machten wir bei vielen Fährüberfahrten durch die Fjorde folgende Erfahrung, dass im Durchschnitt größere Camper-Fahrzeuge, mindestens das Doppelte für eine Überfahrt zahlten, wie ein kleiner kompakter Campingbus.

Es gibt auch Campingplätze, die nach der Größe vom Fahrzeug ihre Preise staffeln und so größere Fahrzeuge mehr pro Nacht zahlen müssen. Auch bei Maut-Gebühren kann es mit einem größeren Camper deutlich teurer werden. Für die Öresundbrücke zwischen Dänemark und Schweden kostet ein Ticket für Fahrzeuge unter 6-Meter Länge ca. 54 €. Für Fahrzeuge zwischen 6 und 10 Metern Länge dagegen 108 €. (Stand Dezember 2020).

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile

Kleinerer Basisfahrzeuge
Unauffälliger
Weniger Höhenbeschränkungen
Geht oft als „normaler“ PKW durch
Einfachere Parkplatzsuche
Wendiger im Straßenverkehr und auf kleinen engen Straßen
Günstiger bei Fährfahrten auf einigen Campingplätzen und bei Maut-Gebühren
Größerer Basisfahrzeuge
Mehr Stauraum
Stehhöhe
Einbau von Dusche und Toilette möglich
Größere Wohnkomfort
Platz für umfangreiche Gasinstallation
Mehr Gestaltungsmöglichkeiten beim Ausbau

Nachteile

Kleinerer Basisfahrzeuge
Geringere Bewegungsfreiheit bei schlechtem Wetter
Weniger Stauraum
Oft kein Platz für feste Dusche und WC
Keine Stehhöhe
Größerer Basisfahrzeuge
Höhenbeschränkungen an Parkplätzen und Zufahrten
Teurer bei Fährfahrten, manchen Campingplätzen und bei Maut-Gebühren
Auffälliger
Nicht so wendig und mehr Probleme bei der Parkplatzsuche

Die zulässige Gesamtmasse vom Basisfahrzeug

Du solltest Dich bei Deinem Wunsch-Basisfahrzeug über die zulässige Gesamtmasse Informieren. Bei den größeren Kastenwagen sollten diese bei 3300 bis 3500 Kilogramm liegen. Darunter wird es eng, weil Du mit Deinem Ausbau schnell über 3000 Kilogramm kommen kannst, zumindest bei einem größeren Kastenwagen.

Bei den kompakten Campingbussen musst Du ebenfalls genau hinschauen, da diese ebenfalls unterschiedliche Angaben bei der zulässigen Gesamtmasse haben. Unser VW Bus hat eine zulässige Gesamtmasse von 3000 Kilogramm. Es gibt aber auch Campingbusse mit niedrigerer zugelassener Gesamtmasse! Nach unserem DIY Camper-Ausbau liegt das neue Leergewicht von unserem VW Bus jetzt bei 2600 Kilogramm. Also noch 400 Kilogramm Platz für Mensch und Material, was aber schnell erreicht ist. Empfehlenswert wäre bei den kompakten Campingbussen mindestens 2800 Kilogramm. Besser 3000 Kilogramm zugelassene Gesamtmasse.

Deine persönlichen Umstände und die Einstellung

Auch die persönlichen Hintergründe können für die Entscheidung, ob Kastenwagen oder Campingbus, ausschlaggebend sein. Reist Du allein, zu zweit oder mit Kindern? Planst Du eine Expedition über Monate oder möchtest Du den Camper nur für Deinen Jahresurlaube nutzen? Benutzt Du den Camper auch außerhalb vom Urlaub, zum Einkaufen und um regelmäßig zur Arbeit zu fahren? Stört es Dich dann, bei einem größeren Fahrzeug, das Problem mit der Parkplatzsuche oder das es in Innenstädten auch mal ordentlich eng werden kann?

Doch am Ende ist alles irgendwie möglich. Wir haben schon Familien getroffen, die sind zu viert im VW Bus durch Europa getourt. Es kommt auf Deine persönliche Einstellung, die Umstände, der Familie, dem Budget, das Ziel, sowie den Komfort an und natürlich was der Markt so aktuell an Fahrzeugen hergibt.

Die verschiedenen Basisfahrzeuge für einen Camper-Ausbau

Damit Du einen besseren Überblick über die vielen verschiedenen Basisfahrzeuge bekommst, die für einen Ausbau geeignet sind, liste ich Dir nachfolgend die gängigsten Fahrzeuge für einen Camper-Ausbau bis zu einer zugelassenen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen auf. Warum nur bis 3,5 Tonnen? Weil Du bis 3,5 Tonnen mit Deinem Führerschein der Klasse B diese Fahrzeuge fahren darfst.

Wenn Du gerne ein größeres Basisfahrzeug für Deinen Ausbau zum Camper hättest mit über 3,5 Tonnen zugelassener Gesamtmasse, müsstest Du den Lkw Führerschein Klasse C1 absolvieren. Dieser erlaubt Dir das Führen von Fahrzeugen bis zu einer zugelassenen Gesamtmasse von 7,5 Tonnen. Du willst noch mehr? Dann bleibt Dir schlussendlich nur noch der Lkw Führerschein Klasse C übrig, womit Dir jede Fahrzeuggröße zur Verfügung steht und nichts mehr im Weg für Deinen Expeditions-Lkw.

Die Längen- (L) und Höhenklassen (H) Bezeichnungen bei Transportern

Die Kastenwagen und Campingbusse haben zusätzlich zum Namen noch eine L und H Kennzeichnung, da es oft verschiedene Versionen in Höhe und Länge gibt. L steht für die Längenklasse und H für die Höhenklasse. Du wirst also eine Bezeichnung bei Deiner Suche finden wie: Fiat Ducato L1H2 oder Fiat Ducato L2H3. Die Zahlen gehen von 1 bis 4 (selten auch bis 5). Je höher die Zahl, umso länger oder so höher ist der Kastenwagen.

Die kleineren kompakten Basisfahrzeuge

Beginnen wir mit den kompakten Campingbussen, womit die kleineren Camping-Fahrzeuge gemeint sind. Der berühmteste in dieser Kategorie ist der VW Bus. In Campingbussen bekommst Du nur eine Stehhöhe mit einem speziellen Hochdach oder mit Aufstelldächern. Auch der Quereinbau vom Bett ist hier bei einer normalen Körpergröße nicht möglich. Es muss  also längs fest verbaut oder zum ausklappen beziehungsweise zum herausziehen sein.

Kompakte Campingbusse als Basisfahrzeug im Überblick

Mercedes VitoCitroen Spacetourer
VW BusCitroen Jumpy
Renault TraficPeugeot Traveller
Nissan NV300Peugeot Expert
Fiat TalentoToyota Proace
Opel VivaroHyundai H1

Die größeren Kastenwagen

Du magst es lieber etwas größer? Dann ist ein Kastenwagen genau das Richtige für Dich! Um auch eine angenehme Stehhöhe für den späteren Camper zu erhalten, empfiehlt es sich die H2 Versionen der jeweiligen Fahrzeuge zu wählen. Die einzige Ausnahme macht der VW Crafter, wo mindestens H3 die Wahl sein sollte, um eine Stehhöhe zu bekommen. Die Länge (L) ist je nach Deinem Geschmack zu entscheiden. Es ist natürlich immer das Beste, selber hinten live in der Ladefläche zu stehen, um einen ersten Eindruck zu bekommen.

Tipp: Sobald ein Fahrzeug länger wie 6 Meter ist, wird es bei Maut und Fährfahrten deutlich teurer.

Kastenwagen mit Stehhöhe als Basisfahrzeug im Überblick

Ford Transit (H2)Mercedes Sprinter (H2)
Fiat Ducato (H2)VW Crafter (H3)
Peugeot Boxer (H2)Iveco Daily (H2)
Citroen Jumper (H2)Hyundai H350
Renault Master (H2) 

Auf vehikit.de findest Du ganz unten auf der Homepage eine Rubrik „Abmessungen“ Dort findest Du zu den meisten Transporter die kompletten Fahrzeugmaße, sowie die Größe des Laderaums. Eine coole Sache für das Planen und Vergleichen.

Echte Raumwunder sind die drei Baugleichen Kastenwagen Fiat Ducato, Citroen Jumper und Peugeot Boxer. Diese Basisfahrzeuge gehen in der Form nach oben hin zum Dachhimmel, nicht nach Innen zusammen, wie zum Beispiel der Mercedes Sprinter. Aufgrund der Größe und der Form kannst Du in diesen 3 Baugleichen Kastenwagen auch Dein Bett quer einbauen. Ein Riesen Vorteil bei der Planung in der Aufteilung der Innenausstattung.

Im Fiat Ducato, Citroen Jumper und Peugeot Boxer kannst Du Dein Bett quer einbauen.

Du hättest gerne Allrad?

Es gibt viele von den oben genannten Fahrzeugen auch als 4×4 Version. Aber das kostet dann auch noch mal einiges mehr. Bekannt sind besonders bei den „normalen“ Kastenwagen der Sprinter von Mercedes, die 4Motion Version beim VW Bus oder auch der Ford Transit als Allrad Version. Es gibt auch reine Campingbus Allradfahrzeuge, wie der T4 oder T3 Syncro von VW, für anspruchsvolleres Gelände. Ebenso Jeeps wie den Land Rover Defender oder den Toyota Landcruser um nur einen kleinen Teil zu nennen, die aber dann schon in die Richtung Offroad und Dachzeltabenteuer gehen, was natürlich auch eine ziemlich coole Sache ist. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Ich drücke Dir die Daumen bei der Suche nach Deinem Traum-Basisfahrzeug für einen spannenden und erfolgreichen Camper-Ausbau

Du hast Dein Basisfahrzeug für Deinen Camper-Ausbau gefunden? Dann besuche doch mal als Inspiration und Unterstützung für Dein Projekt meine Ausbauanleitung.

Hier geht es zur kompletten DIY Camper Ausbau Anleitung

DIY Camper Ausbau Anleitung. Vom Transporter zum Camper

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