Lithium Batterie fürs Wohnmobil. Einbau der Supervolt LiFePO4

Lithium Batterie für den Camper – Einbau der Supervolt LiFePO4

15. Mai 2022 3 Von Björn Hofmann

Aktualisiert am 4. Juni 2022

Unser Camper bekommt ein Lithium-Batterie-Update. Die alte 110 Ah AGM Batterie wird recycelt und unser VW Bus erhält eine neue 100 Ah LiFePO4 Batterie von Supervolt. Damit gibt es jetzt für uns fast doppelt so viel Batteriekapazität, bei deutlich weniger Gewicht und Größe der Batterie.

Doch kannst Du einfach ohne Probleme eine AGM-, Gel- oder Blei-Säure Batterie 1 zu 1 durch eine Lithium-Batterie im Wohnmobil ersetzen? Benötigst Du dafür einen Ladebooster? Was ist mit der Solaranlage, ist die für Lithium geeignet? Passen die Supervolt Batterien unter den Sitz von Campingbussen und Transportern? Und was bringt überhaupt eine Lithium-Batterie im Camper? Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen gibt es jetzt hier für Dich. Los geht’s!

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Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Lithium Eisenphosphat Batterie und einer LiFePO4 Batterie?

Beginnen wir mit einem typischen Beispiel bei Lithium Batterien, wo es gerne zu Unklarheiten kommt. Denn was ist eigentlich der Unterschied zwischen Lithium Eisenphosphat und LiFePO4?

Zwischen den zwei verschiedenen Namen gibt es keinen Unterschied, da beides die ein und dieselbe Batterie ist. Die Abkürzung LiFePO4 steht für Lithium Eisenphosphat und wird umgangssprachlich Lithium Akku oder auch Lithium Batterie genannt. Wobei das Wort Akku auch wiederum nur eine Abkürzung ist von dem Wort Akkumulator. Die Abkürzung Li-Ionen hingegen steht für die Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Diese werden jedoch nicht für Camper-Batterien verwendet, sondern sind in Deinem Smartphone verbaut.

Wenn Du also in Zukunft etwas über einen LiFePO4 Akkumulator liest, weißt Du jetzt, dass es sich um einen umgangssprachlich genannten Lithium Akku (Batterie) handelt, der unter anderem perfekt für den Einsatz im Camper als Zweitbatterie geeignet ist. Und genau so einen Lithium Eisenphosphat Akkumulator haben wir in unseren VW Bus eingebaut.

Warum eine Lithium-Batterie für den Camper?

Was macht die Lithium-Batterie nun angeblich so einzigartig gegenüber Gel, Blei-Säure und AGM Akkumulatoren? Und warum ist sie besonders für Camper geeignet, die gerne unabhängig und autark reisen wollen?

Wie schon weiter oben im Text erwähnt, gibt es einen Unterschied zwischen den manchmal explodierenden Lithium-Ionen-Smartphone-Akkus und den Lithium-Eisenphosphat-Camper-Batterien. Für den Wohnmobilbereich werden nur die weiterentwickelten Lithium Eisenphosphat Akkumulatoren verwendet. Hier besteht keine Explosionsgefahr. Zudem sind die LiFePO4 Batterien für Wohnmobile wartungsfrei und auslaufsicher. Die Einbaulage ist ebenfalls egal, also kann sie auch liegend verbaut werden.

Die Lithium-Eisenphosphat-Batterien können besonders tief entladen werden, sodass fast die komplette gespeicherte Kapazität zur Verfügung steht. Im Falle unserer neuen Supervolt Batterie sind das 90 % der Batteriekapazität, die als Energie genutzt werden können, ohne dass durch Tiefenentladung Schäden entstehen. Bei Blei-, Gel- und AGM-Batterien sind es nur um die 50 %. Im Artikel „Welche Wohnmobil-Batterie für den Camper Ausbau?“ habe ich die vier Batterietypen miteinander verglichen.

Auch die Energiedichte der LiFePO4 – Batterien ist dreimal höher, sodass ein Lithium-Akku zwei Gel- oder AGM-Batterien ersetzt. Die Zyklen Festigkeit ist deutlich höher gegenüber den anderen Batterietypen, was die Lebensdauer deutlich erhöht. Auch wenn es um das Gewicht geht, ist die Lithium-Variante um die Hälfe leichter, wie eine AGM Batterie. Ein 100 Ah Lithium Akkumulator wiegt circa 12 kg. Zum Vergleich, ein AGM wiegt zwischen 22 und 29 kg.

Lithium Batterie im Vergleich mit einer AGM Batterie für das Wohnmobil
Die neue Lithium-Batterie (links) und die alte AGM-Batterie (rechts)

Was spricht jetzt gegen eine Lithium-Batterie im Camper?

Aus meiner aktuellen Erfahrung und dem gesammelten Wissen spricht nur eine einzige Sache gegen die LiFePO4 Batterie für den Einsatz im Wohnmobil. Der Preis! Jedoch muss ich dazu sagen, dass der Preis für diese Akkumulatoren in den letzten Jahren deutlich gesunken ist. Gab es vor einigen Jahren eine 100 Ah Wohnmobil-Lithium-Batterie nicht unter 1.000 €, sieht das jetzt schon deutlich besser aus. Wenn die technischen Voraussetzungen im Camper stimmen, diese schauen wir uns weiter unten genauer an, dann spricht überhaupt nichts gegen den Einbau und den Austausch.

Wir verbauten in unseren Camper die Lithium-Batterie von Supervolt*, die ihren Sitz in Freiburg haben. Bei Supervolt kostet die 100 Ah LiFePO4 Batterie aktuell 729 € (Stand Mai 2022). Somit wird die Lithium-Batterie auch für Campingbusse, Wohnmobile und für den Camper Ausbau realistisch bezahlbar. Übrigens, mit dem Rabattcode „baerensquad“ kannst Du bei Interesse zudem noch einmal 10 Euro bei Supervolt sparen.

Bevor wir zur technischen Seite beim Einbau einer Lithium-Batterie in das Wohnmobil kommen, schauen wir uns einmal den Supervolt Akkumulator genauer an, damit wir wissen, womit wir es eigentlich zu tun haben.

Transparenz

Werbung: Die hier verbaute 100 Ah Lithium Batterie wurde mir von Supervolt kostenlos zur Verfügung gestellt.

Wie kam es zur Kooperation mit Supervolt? Ich war auf der Suche nach einer neuen passenden Wohnmobil-Batterie für unseren VW Bus. Bei Recherchen im Internet nach Lithium Akkumulatoren stieß ich auf das Freiburger Unternehmen Supervolt. Der Ersteindruck, die technischen Daten und der Preis machten mich auf die LiFePO4 Batterie neugierig. Nach einem wirklich netten Kontakt mit dem CEO Moritz wollte ich Supervolt und ihrem Lithium Eisenphosphat Batterien besser kennenlernen und auch für Euch testen.

Lithium-Batterien von Supervolt für Wohnmobil und Campingbus

Wie zuvor erwähnt hat das Start-up-Unternehmen Supervolt seinen Sitz in Freiburg im schönen Breisgau. Supervolt hat sich auf Akkumulatoren für Camper, Wohnmobile und Campingbusse spezialisiert und ist somit für uns Selbstausbauer ein perfekter Ansprechpartner mit Erfahrungen im Camping Bereich.

Die Akkumulatoren von Supervolt sind nicht einfach nur simple Batterien, sondern kleine intelligente Computer, die das Optimum für ein autarkes Campen und einer langen Lebensdauer für die Batterie sorgen. Es gibt zwei Modelle, eine 100 Ah und eine 150 Ah Batterie.

Lithium Batterie für das Wohnmobil und den Campingbus
Die Supervolt LiFePo4 Batterie für unseren Campingbus

Das wichtigste der Supervolt-Batterien im Überblick

  • 100 Ah Lithium-Batterie
    • Gewicht: 11,9 kg
    • Abmessungen (LxBxH): 318 x 175 x 187 mm, was der DIN-Norm H7 entspricht. Somit passt diese Batterie unter die Sitze von Ford Nugget, T5 und T6.
  • 150 Ah Lithium-Batterie
    • Gewicht 16 kg
    • Abmessungen (LxBxH): 355 x 175 x 187 mm, was der DIN-Norm H8 entspricht. Damit passt diese Batterie unter die Sitze von Fiat Ducato, Citroën Jumper oder Peugeot Boxer.
Lithium-Batterie für unter den VW Bus Sitz
Die 100 Ah LiFePo4 von Supervolt passt perfekt unter den Fahrersitz vom VW T5.
  • 5 Jahre Herstellergarantie
  • Anschluss: Rundpol M8 (passt an die originalen Batterieklemmen)
  • Parallelschaltung mehrere Supervolt Lithium Batterien ist möglich
  • Besitzen ein Integriertes BMS (Batterie Management System)
  • Bluetooth Verbindung mit Smartphone und kostenloser App zum Überwachen des Ladezustandes (Bluetooth 4.0)
  • Schutzart IP56
  • Zyklenlebensdauer: 3000-mal. Anschließend können merkliche Leistungseinbußen an der Lithium-Batterie erkennbar werden.
  • 90 % der Batteriekapazität nutzbar (AGM-, Gel- und Blei-Säure-Batterien haben nur eine Nutzbarkeit von 50 %)

In unserem VW Bus ist die Supervolt Lithium-Batterie mit 100 Ah* verbaut, die nun auf Herz und Nieren getestet wird. Ich würde Dich hier bei Ungereimtheiten sofort informieren. Aktuell läuft alles nach Plan und die Lithium-Wohnmobil-Batterie zeigt sich von ihrer besten Seite. Zu Beginn wurde sie ohne Ladebooster eingebaut, mit nur einem einfachen Trennrelais und später kam ein Ladebooster dazu. Beides hat funktioniert, wie genau, dazu komme ich noch weiter unten in diesem Artikel.

Einbau einer Lithium-Batterie in den Camper
Die Spannung an der Supervolt Lithium-Batterie wird mit der App und dem Batteriecomputer verglichen. Es gibt untereinander nur 0,02 bis 0,03 Volt Abweichungen. Perfekt!

Überwachung der Batterie über Smartphone mit Bluetooth Verbindung

Dank BMS (Batteriemanagement System) und Bluetooth Verbindung, haben wir über die kostenlose App von Supervolt immer den aktuellen Ladezustand unserer Lithium-Batterie im Blick. Durch den integrierten Messshunt in der Batterie zeigt uns die App alle wichtigen Daten an.

Was können wir durch die Supervolt-App erfahren?

  • Aktuelle Spannung in Volt
  • Der Stromfluss in A (Ampere) der aktuell fließt. Also was wird gerade an Strom verbraucht oder wird durch Solar, Landstrom oder Lichtmaschine eingespeist.
  • Temperatur der Batterie
  • Kapazität in Ah
  • Aktuell noch verfügbare Kapazität in Ah
  • Und eine Zeitangabe für die Entnahme und das Laden von Strom. Die Zeitangabe zeigt bei Entnahme von Energie aus der Batterie, wie viele Stunden und Minuten die Batterie noch Strom liefern kann. Beim Laden zeigt sie die Dauer in Stunden und Minuten an, die noch benötigt werden, um die Batterie komplett aufzuladen.
  • Anzahl der Zyklen, die die Batterie schon durchlebt hat
  • Zellenspannung der 4 Zellen
Das BMS der Lithium Batterie zeigt mir den Ladezustand
Hier wird gerade durch die Solaranlage mit 5,5 A die Lithium-Batterie geladen
Entlade-Status der Supervolt Lithium-Batterie. BMS ist mit Smartphone verbunden
Durch Elektroverbraucher werden in diesem Beispiel 7,3 A pro Stunde entzogen.

Ich persönlich finde die App ein praktisches Werkzeug. Warum? Weil ich damit jeden Verbraucher genau überprüfen kann, was er eigentlich exakt an Strom verbraucht. Das Gleiche gilt für den genauen Ladestrom in die Batterie. Somit kann ich mein Stromkonzept für unsere Touren besser einschätzen, was uns für wochenlanges autarkes Reisen ohne Landstrom sehr hilfreich ist.

Das BMS (Batterie-Management-System) in der Supervolt Lithium-Batterie

Das integrierte BMS schützt und überwacht den Lithium Eisenphosphat Akku.

BMS schützt vor:

  • Überspannung (wie kleine Kurzschlüsse) 
  • Zu hohen Ladeströmen
  • Zu hohen Entladeströmen
  • Extremen Temperaturen
  • Tiefenentladung

Zudem gleicht das BMS automatisch die Zellspannung in den 4 verbauten Prismazellen aus. Durch das automatische Balancieren der Zellen (Balancing) wird die Lebensdauer der Batterie verbessert.

Die Temperatur wird durch das BMS in der Supervolt LiFePO4 Batterie überwacht. Denn, die Überwachung ist wichtig für den Schutz und für eine lange Lebensdauer der Lithium-Batterie.

Kälte: Sobald die Temperatur 0° C erreicht und noch weiter nach unten fällt, schaltet die Batterie durch das BMS die Lade-Funktion ab. Denn eine Lithium-Batterie sollte niemals bei Temperaturen unter 0° C geladen werden. Das Entladen, also die Entnahme von Strom aus der Batterie für Deine Verbraucher ist trotzdem noch bis – 30° C möglich. Ich hoffe für Dich, dass es aber niemals unter – 30° C bei Dir im Camper gibt.

Hitze: Der Schutz vor einer Übertemperatur der Lithium-Batterie ist ebenso wichtig. Auch hier übernimmt das BMS der Supervolt Batterie und schütz vor Überhitzung im Wohnmobil.

Das BMS hat einen Überspannungsschutz. Dieser Schutz tritt auch dann ein, wenn die Batterie vollgeladen ist. Also hier keine Panik, wenn die App den Überspannungsschutz anzeigt, denn das ist ein ganz normaler Vorgang und verschwindet wieder, wenn die Batteriekapazität durch Entnahme abnimmt.

Die Tiefenentladung des Akkus

Zudem müssen wir uns keine Sorgen um die Tiefenentladung der Lithium-Batterie machen. Denn das BMS in der Supervolt schützt uns automatisch davor. Wir können den Akku so lange nutzen, wie wir wollen, und bis irgendwann wortwörtlich das Licht ausgeht. Genau das habe ich auch schon in der Praxis erfolgreich getestet. Das BMS schaltet vor einem kritischen Punkt selbstständig ab, sodass hier von unserer Seite aus auf die Tiefenentladung keine Rücksicht genommen werden muss.

Der Unterspannungsschutz durch das BMS in der LiFePo4 Batterie funktioniert
Ich habe mit Absicht die Batterie bis zum Unterspannungsschutz entleert. Das BMS der Supervolt hat zum Schutz der Batterie entsprechend reagiert.

Der Lithium-Eisenphosphat Akku kann bis zu 90 % genutzt werden. Zum Vergleich einer AGM- oder Gel-Batterie ein Riesensprung, da diese nur bis maximal 50 % entladen werden sollten. Bei tieferer Entladung würden die Lebensdauer der Gel- und AGM-Batterie deutlich verringert. Im Batterie-Vergleich gewinnt hier also die Lithium-Eisenphosphat deutlich.

Lebensdauer der Supervolt Lithium-Akkumulatoren

Die Lebensdauer übersteigt laut Supervolt in der Regel 10 Jahre. Die Zyklenlebensdauer wird mit 3000-mal angegeben. Das heißt, die Batterie wird 3000-mal komplett entladen und wieder geladen. Wenn wir das einmal hochrechnen und davon ausgehen, dass wir jeden Tag 365 Tage pro Jahr die Batterie einmal komplett entladen und am selben Tag wieder komplett vollladen, kommen wir auf eine Nutzung von über 8 Jahren.

Was passiert nach den 3000 Ladezyklen? Normal nichts Schlimmes. Die Batterie ist nach den 3000 Zyklen nicht kaputt oder muss recycelt werden. Nein, Du kannst sie weiterhin nutzen. Nach den 3000 Ladezyklen können aber merkliche Leistungseinbußen an der Lithium-Batterie erkennbar werden. Das heißt, Du hast nach über 8 Jahren nicht mehr 100 % der Batteriekapazität zu Verfügung, sondern nur noch als Beispiel 90 %. Ansonsten bleibt jedoch alles beim Alten und Du kannst mit der Batterie auch nach über 8 Jahren weiter auf Tour gehen.

Kann ich die Lithium-Batterie 1 zu 1 im Camper gegen eine AGM- oder Gel-Batterie austauschen?

In den allermeisten Fällen ist der 1 zu 1 Austausch und auch der neue Einbau einer Lithium-Batterie im Wohnmobil möglich. Selbst wenn Dein Camper schon älter ist, kannst Du Dein System in wirklich sehr vielen Fällen einfach entsprechend an den Ladestrom anpassen und einen LiFePO4 Akku nutzen.

Worauf Du beim Einbau der Lithium-Batterie ins Wohnmobil achten musst, das möchte ich jetzt mit Dir hier Stück für Stück klären. Die Erläuterungen dazu passen sowohl für Dich, wenn Du eine alte Batterie gegen eine neue Lithium-Batterie in Deinem Camper austauschen möchtest, ebenso passt die Anleitung auch, wenn Du Deine allererste Batterie bei einem Camper Ausbau einbaust.

Lithium Akku von Supervolt für den Campingbus

Das Wichtigste beim Einbau der LiFePO4 ist die Kompatibilität der verschiedenen Ladegeräte, die die Lithium-Batterie im Wohnmobil laden. Hier müssen die Ladegeräte aber nicht unbedingt für Lithium geeignet sein, sondern es reicht auch eine Kompatibilität mit Blei-Gel. Dazu jedoch gleich mehr unter der nächsten Überschrift »Optimale Ladespannung im Camper für Lithium Batterien«.

Beginnen wir mit den verschiedenen Ladeströmen, die zur Zweitbatterie in einem Camper führen, um diese wieder aufzuladen.

In unserem Fall sind das:

  • Gewonnener Strom von der Solaranlage über einen Laderegler
  • Erzeugter Strom von der Lichtmaschine über die Starterbatterie
  • Landstrom über den Wechselrichter

Diese drei Lade-Optionen für die Zweitbatterie im Camper sind wohl auch bei Dir die häufigsten Methoden. Diese 3 Optionen müssen jetzt also bei uns für unsere Lithium-Batterie geeignet sein, damit diese ohne Schäden geladen wird.

Deswegen schauen wir uns jetzt einmal die Lade—Kompatibilität der drei genannten Optionen näher an und wie wir diese auf unsere LiFePo4 Batterie anpassen.

Optimale Ladespannung im Camper für Lithium Batterien

Bevor wir uns nun die Lichtmaschine, Solarstrom und Wechselrichter anschauen, noch einen kurzen Ausflug in die verschiedenen Ladeschlussspannungen von typischen Wohnmobil-Akkus. Das Verständnis dafür ist ungemein wichtig, um auch die Geräte-Einstellung für das Laden zu verstehen.

Einbau einer Lithium-Batterie in den VW Bus

Batterie-Ladeschlussspannung:

  • Blei-Gel: 14,4 Volt
  • LiFePO4: 14,6 Volt
  • AGM: 14,8 Volt

Was bringt uns das Wissen jetzt? Folgendes, eine Lithium-Batterie kann mit einer Ladeschlussspannung von 14, 6 Volt geladen werden. Die Blei-Gel-Option ist mit 14,4 Volt fast identisch mit der Lithium-Ladespannung.

Das bedeutet für uns, selbst wenn wir keine spezielle Option für LiFePO4 Batterien in unseren Ladegeräten im Wohnmobil einstellen können, ist der Einbau mit der Einstellung Blei-Gel der Ladegeräte möglich.

Wenn Du eine AGM-Batterie in Deinem Camper eingebaut hattest und die Ladegeräte hier extra mit einer Ladeschlussspannung mit 14,8 Volt eingestellt sind, musst Du diese Einstellung unbedingt auf Blei-Gel mit 14, 4 Volt oder natürlich am besten auf Lithium Eisenphosphat mit 14,6 Volt ändern.

ACHTUNG! WICHTIG! Lithium-Batterien sollten niemals mit Ladegeräten geladen werden, die eine Desulphationsfunktion besitzen. Denn diese Funktion würde das BMS der Batterie zerstören.

Das oft verwendete CETEK MXS 5.0 Batterieladegerät hat zwar eine einfache Blei-Gel-Funktion mit einer Ladung von 14,4 Volt. Jedoch hat dieses Ladegerät als ersten Lade-Schritt die Desulphation! Aus diesem Grund solltest Du dieses Batterieladegerät nicht für die Lithium-Batterie verwenden, auch wenn es ein ausgezeichnetes Ladegerät für Blei-, Gel- und AGM-Batterien ist. Auch viele andere Batterieladegeräte haben die Option für eine Entsulfatierung an Board und sollten aus diesem Grund nicht für die Lithium-Batterie verwendet werden.

Laderegler von der Solaranlage im Wohnmobil an Lithium-Batterie anpassen

Bei uns ist der SmartSolar Laderegler von Victron Energie im Einsatz. Dieser ist mit der Victron Connect App sehr einfach auf die optimale Ladefunktion für Lithium-Batterien einzustellen.

Anleitung für den SmartSolar, für die richtige Ladespannung von Batterien:

  1. In der Victron Connect App oben rechts auf das Zahnrad klicken
  2. Im nächsten Menü auf Batterie klicken
  3. Unter Punkt: Batterievoreinstellung das Reitermenü öffnen (Werkeinstellung ist bei mir vorgegeben)
  4. In dem nun geöffneten Menü den Punkt Voreinstellungen auswählen anklicken
  5. Hier kannst Du die Voreinstellung für Deinen Batterie-Typ auswählen. In unserem Fall LiFePo4
Victron Energie SmartSolar auf Batterie Typ einstellen
1. Schritt
Victron Energie SmartSolar Anleitung zum Batterie Typ einstellen
2. Schritt
Victron Energie SmartSolar auf Lithium-Batterie einstellen
3. Schritt
Anleitung für SmartSolar App zum Einstellen der Batterie Art
4. Schritt
Batterietyp bei Victron SmartSolar in der Connect app auswählen
5. Schritt

Das war es auch schon und somit ist unsere selbst eingebaute Solaranlage für die Lithium Eisenphosphat Batterie einsatzbereit.

Wichtiger Hinweis: Der automatische Zellenausgleich für den Laderegler muss deaktiviert sein und auch bleiben!

Automatische Zellenausgleich bei SmartSolar muss deaktiviert sein
Automatischer Zellenausgleich ist deaktiviert!

Laden der Lithium-Batterie durch die Lichtmaschine mit einem einfachen Trennrelais

Im ersten Schritt habe ich die neue Lithium-Batterie 1 zu 1 in unseren VW T5 eingebaut, ohne etwas an der originalen Elektronik von VW zu verändern. Bei uns ist im T5 (Baujahr 2005) original ein Anschluss für eine Zweitbatterie vorhanden. Diese war ursprünglich zum alleinigen Betreiben der ebenfalls vom Werk aus eingebauten Webasto Standheizung. 

In diesem System ist ein sehr einfaches Trennrelais verbaut und die Leitung zwischen Starter- und Zweitbatterie mit nur einer 80 A Maxi-Flachstecksicherung abgesichert. Es sollte grundsätzlich immer zwei Sicherungen geben. Eine am Plupol der Starterbatterie und eine am Pluspol der Zweitbatterie.

Trennrelais zwischen Starterbatterie und Zweitbatterie im Campingbus
Rot markiert: das einfache Trennrelais. Grün markiert: die original 80 A Maxi-Flachstecksicherung.

Der 1 zu 1 Austausch hat bei uns im VW Bus ohne Probleme funktioniert. Es musste bei uns nur der Laderegler der Solaranlage, wie oben beschrieben, auf den neuen Batterietyp angepasst werden. Ebenfalls passen die originale Batterieklemme gleichsam an die Supervolt Lithium Batterie.

Auch wenn alles passt, habe ich mich trotzdem dafür entschieden, nachträglich einen Ladebooster in unseren VW Bus einzubauen. Zudem verlegte ich eine neue Plus-Leitung von der Starterbatterie im Motorraum nach Innen zur Zweitbatterie. Der Einbaubericht über den Ladebooster, samt Video, erscheint demnächst hier auf Bären Squad.

VW T5 Bus neue Leitungen vom Motorraum in den Innenraum

Anleitung für den VW T5 zum Verlegen einer Leitung vom Motorraum in den Innenraum

Benötige ich einen Ladebooster für die Lithium-Batterie im Camper?

Grundsätzlich benötigst Du keinen Ladebooster für die Lithium-Batterie im Wohnmobil. Es reicht hier, wie im Abschnitt zuvor geschrieben, ein einfaches Trennrelais, welches die Starterbatterie und die Zweitbatterie im Wohnraum trennt. Es ist aber empfehlenswert einen Ladebooster einzubauen, wenn Du die Lithium-Batterie mit der optimalen Ladekennlinie laden möchtest. Denn je besser die Batterie geladen wird, umso höher ist die Lebensdauer.

Es gibt noch einen zweiten Vorteil, den Du durch einen Ladebooster erhältst, nämlich das deutlich schnellere Laden der Zweitbatterie. Somit wird auch auf kurzer Strecke die Zweitbatterie deutlich schneller vollgeladen.

Unser altes einfaches Trennrelais brachte eine Ladung von circa 18 A beim Fahren. Das heißt, in 3 Stunden wurde die Zweitbatterie 54 Ah geladen. Unser neuer Ladebooster hat eine Ladung von 30 A. Hier werden bei 3 Stunden Fahrt 90 Ah in die Zweitbatterie geladen.

Der maximale Ladestrom der Supervolt LiFePO4 Lithium Batterie beträgt 100 A (Ampere). Der empfohlene maximale Wert liegt jedoch bei 50 A. Am optimalen lädst Du die Batterie mit 20 bis 30 A. Dieser Wert ist für Dich wichtig, falls Du mit einem Ladebooster Deine Lithium-Batterie über die Lichtmaschine laden möchtest.

Wir verbauten einige Tage nach dem Einbau der Lithium-Batterie, den Ladebooster Orion-Tr smart* von Victron Energie mit 30 A. Somit liegen wir mit dem Orion Ladebooster perfekt im Wert. (Einbauanleitung mit Video ist in Arbeit und wird hier auf Bären Squad und dem YouTube-Kanal bald veröffentlicht.)

Ladebooster wird für eine Lithium-Batterie empfohlen
Unser nachträglich eingebaute Ladebooster für die Lithium-Eisenphosphat-Batterie im VW T5.

Tipp: Ich würde einen Ladebooster auswählen, der ohne einen Anschluss von D+ arbeitet. Der von uns eingebaute Orion hat unter anderem eine automatische Motoreinerkennung ohne D+. Auch das automatische Cyrix-ct Trennrelais* arbeitet ohne D+. Diese Geräte sind auch für EURO 6 Fahrzeuge perfekt geeignet. Denn EURO 6 Fahrzeuge besitzen eine intelligente Lichtmaschine und laden somit nicht dauerhaft die Zweitbatterie.

Laden der Lithium-Batterie durch Wechselrichter und Landstrom

Wir haben den Ective CSI 52 Wechselrichter mit 500 Watt im VW Bus verbaut. Das ist der Vorgänger vom CSI 5. Ein Blick in die Bedienungsanleitung verrät mir, dass der Ective Wechselrichter für LiFePO4 Akkus geeignet ist und auch die entsprechende Ladekennlinie besitzt. Perfekt! Das heißt für mich jetzt, dass ich hier nichts verändern muss.

Für Dich heißt das ebenfalls einen Blick in die Bedienungsanleitung von Deinem Wechselrichter zu werfen oder eine kurze E-Mail an den entsprechenden Hersteller zu schreiben, wo Du die Informationen bekommst. Auch hie gilt wieder, wenn das Gerät für Blei-Gel-Batterien geeignet ist, ist es auch für Deine Lithium-Batterie geeignet. Wieso das so ist, haben wir uns ja weiter oben schon unter der Überschrift „Optimale Ladespannung im Camper für Lithium Batterien“ angesehen.

Das kleine 1 mal 1 von 12 Volt Batterien im Camper

Bevor Du überhaupt an Deiner Elektronik im Campingbus oder Wohnmobil schraubst, muss die Stromzufuhr unterbrochen werden. Das einfachste und sicherste ist das Abklemmen der Starter- und der Zweitbatterie.

Wichtige Regel beim An- und Abklemmen! Klemme erst Minuspol ab, und dann erst den Pluspol der Batterie. Beim Anschließen wird zuerst der Pluspol angeklemmt und danach der Minuspol.

Auto-Batterie richtig abklemmen und anklemmen
Zuerst wird die Batterieklemme vom Minuspol der Batterie getrennt. Dann erst, wenn benötigt, wird die Batterieklemme vom Pluspol entfernt.

Denk an die passende Sicherungen! Vergiss nicht, die korrekte Absicherung der Plusleitung zwischen Starterbatterie und Zweitbatterie bei Dir im Camper, wenn Du neue Leitungen verlegst und beide Batterien durch Trennrelais oder Ladebooster verbindest.

Nach dem Pluspol der Startbatterie und nach dem Pluspol der Zweitbatterie muss eine entsprechend große Sicherung, zum Beispiel durch eine Midi-Sicherung, abgesichert werden. Neu eingebaut habe ich hier jeweils eine 80 A Midi-Sicherung nach den beiden Pluspolen. Eine Einbauanleitung für eine Leitung zwischen Starterbatterie und Zweitbatterie kommt demnächst mit dem neuen Artikel über den Einbau vom Ladebooster.

Sicherung nach Batterie Pluspol im Camper
Eine Midi-Sicherung kurz nach dem Pluspol der Starterbatterie.

Mein Fazit zur Lithium-Batterie fürs Wohnmobil

Auch unser selbst eingebauter AiLi Batteriecomputer kommt mit der Lithium-Batterie zurecht. Somit hat der 1 zu 1 Austausch Lithium- gegen AGM-Batterie funktioniert. Der Laderegler wurde an die neue Batterie angepasst und der Wechselrichter erkennt diese automatisch. Das System würde somit auch ohne Ladebooster funktionieren.

Wichtig ist auf jeden Fall ein Trennrelais zwischen der Starter- und der Zweitbatterie im Camper. Ein Ladebooster ist jedoch die beste Wahl, wenn eine Lithium-Batterie im Wohnmobil eingebaut wird. Daher haben wir nach ein paar Tagen, als die neue Lithium-Batterie schon im Einsatz war, einen Ladebooster mit 30 A nachträglich eingebaut.

Wir haben nun seit Anfang Mai die Lithium-Batterie von Supervolt im VW Bus erfolgreich im Einsatz. Ich werde hier, falls es Probleme, Fehler oder weiterhin Positives zu berichten gibt, Dich auf dem laufenden halten und den Artikel dementsprechend aktualisieren.

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Du hast Fragen zur Supervolt-LiFePO4-Batterie oder allgemein zum Einbau einer Batterie in den Camper? Dann freue ich mich auf Deine Fragen in den Kommentaren.


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Lithium-Batterie für Wohnmobil und Campingbus

Hier gelangst Du zu unserer kompletten Anleitung über die Camper Elektrik

Übersicht über unseren kompletten Elektrik Ausbau im Van

Video zum Einbau der LiFePO4 Batterie in den Camper

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