Unsere ersten Schritte für den Camper Ausbau

Unsere ersten Schritte für den Camper Ausbau

21. Februar 2019 2 Von Björn Hofmann

Aktualisiert am 20. Juli 2022

Hier beginnt unsere Camper Ausbau Geschichte! Die ersten Schritte zum Kauf eines Transporters und unser Weg dorthin, samt den Hindernissen und den Bedenken zum Projekt. Mittlerweile ist die DIY Camper-Ausbau Anleitung unglaublich umfangreich geworden und erklärt Dir Schritt für Schritt den Van-Ausbau für Deinen Traum vom eigenen Camper.

Hier geht es um unsere Geschichte und unsere Entscheidungen, was wir wie und warum taten. Es ist also der Einstieg in das Thema Camper-Ausbau. Im Artikel über die richtige Auswahl vom Basisfahrzeug für Deinen Selbstausbau, beginnt die Informationsflut für Dich, um Dich bestens durch den Selbstausbau-Dschungel mit Spaß und Freude durchzubringen.

Wir hätten gerne einen eigenen Camper

Nach unserer großen Camper-Tour im September und Oktober 2017, wo es mit einem Truck-Camper quer durch den hohen Norden Kanadas ging, hat uns das Camper-Fieber erwischt. Wir spielten seit dieser Reise mit dem Gedanken, uns selbst einen Camper anzuschaffen.

Ein Truck-Camper in Kanada auf dem Dempster Highway. Hier begann der Traum vom eigenem Camper.
Dempster Highway im September 2017

Camper kaufen oder selbst ausbauen?

Nach unserer Rückkehr aus Kanada begannen wir uns mit dem Thema Wohnmobil intensiver zu beschäftigen. Gleich zu Beginn unserer Recherchen bekamen wir den ersten Dämpfer. Uns war anfänglich mit unserer rosaroten Brille überhaupt nicht bewusst, dass die Camper so verdammt teuer sind.

Ist ein Camper zu teuer für uns?

Doch lieber ein Haus kaufen, anstatt eines Campers? Unsere Blauäugigkeit holte uns schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, als uns lieb war. Die gebrauchten Camper waren deutlich zu teuer für unsere Vorstellung. Denn, wir hatten das Ziel, nach dem Kauf eines Campers länger reisen zu wollen. Also durften wir nicht über unsere finanziellen Verhältnisse leben. Jeder hat für bestimmte Dinge seine eigene Vorstellung und eigenen Grenzen, was er bereit ist dafür herzugeben. Wir waren hier nicht bereit, uns ins finanzielle Unglück zu stürzen und ein anderer Weg sollte sich auftun.

Habe ich das Know-how zum Camper Ausbau?

Den Traum vom eigenen Camper sah ich noch nicht geplatzt! Ich begann, mich intensiver mit einem Selbstausbau zu beschäftigen. So stufte ich mich unter anderem auch zu Beginn als unerfahrenen Handwerker ein. Denn ich war schnell überfordert mit der Flut an Informationen zu all den Themen für den Ausbau … Elektronik, Möbelbau, Dämmung, Verkleidung und autarkes Reisen durch Solar! Allein das ganze Werkzeug, was dafür notwendig war, um das Projekt zu bewerkstelligen, ließ mich graue Haare bekommen.

Ich hatte nicht annähernd die Ausstattung, die ich benötigte. Erneut begann ich zu zweifeln, auch aufgrund der Angst, das Know-how und die Fertigkeiten nicht zu besitzen, geschweige denn von dem ganzen Werkzeug, was benötigt wird, um das Projekt durchzuziehen.

Da mich das Thema nicht in Ruhe ließ und zudem einige schlaflose Nächte dazu kamen, blieb ich am Ball. Nach unzähligen Nächten und Wochen des beschäftigen, lesen, surfen und recherchieren und langen Gesprächen mit Justyna, entschieden wir uns dazu es zu riskieren. Ja, wir wollen es wagen, einen Camper selbst auszubauen!

Mut zum Neuen, denn damit wächst Du

Es sollte sich später zeigen, dass diese Entscheidung eine wirklich hervorragende und erfüllende Entscheidung war. Selten habe ich in so kurzer Zeit so viel dazu gelernt. Sowohl über handwerkliche Fertigkeiten, Fähigkeiten, sowie über meine versteckte Kreativität, Improvisation und über mich selbst. Es war alles so kompakt und intensiv und es machte nach einer Weile süchtig und erfüllend einen Camper-Innenausbau nach seinen eigenen Vorstellungen zu erschaffen. Doch bevor die positive Erleuchtung kam, neben dem ganzen Stress, musste natürlich davor erst noch ein passendes Basisfahrzeug her.

Selten habe ich in so kurzer Zeit so viel dazu gelernt. Sowohl über handwerkliche Fertigkeiten, Fähigkeiten, sowie über meine versteckte Kreativität, Improvisation und über mich selbst.

Björn Hofmann

Welche Art von Camper ist die beste für uns?

Die erste Entscheidung wurde entschieden, wir werden selbst Ausbaubauen! Nun kommen die nächsten Schritte auf einen zu. Was möchten wir für ein Fahrzeug? Wollen wir Stehhöhe? Weniger auffallen? Komfort? Oder doch versuchen auch Kosten zu sparen?

Wie doch so oft im Leben gibt es immer viele Vor- und Nachteile für eine Entscheidung zu etwas, genau wie die persönlichen Voraussetzungen und Ansprüche. Wenn es um den Camper geht, hatten wir als Erstes einen Mercedes Sprinter im Kopf, wo mehr Platz und auch Stehhöhe vorhanden ist. Zumindest, wenn clever gebaut wird. Im Artikel, „Welches Basisfahrzeug für den Camper-Ausbau“, kläre ich Dich auf, in welches Fahrzeug Du eine Stehhöhe bekommst, wo das Bett quer eingebaut werden kann und wo die Vor- und Nachteile bei kleinen und größeren Fahrzeugen liegen.

Zunächst wollten wir Komfort, dann doch etwas Kleineres

Ein VW Bus war nicht wirklich unsere erste Wahl, auch wegen den extrem hoch gehandelten Preisen. Ein Bus / Van, egal von welcher Marke, hat keine Stehhöhe, wenn es kein aufgesetztes Dach oder eins zum Aufklappen gibt. Dafür bist Du kleiner und auch unauffälliger, was vor allen den Wildcampern gefällt. Für den einen spielt Komfort mehr eine Rolle, für den anderen die Unauffälligkeit und das bessere Handling auf Straße oder das einfachere Finden von Parkplätzen bei kleineren Fahrzeugen.

Doch wie würdest Du Dich entscheiden, wenn Du bei Dauerregen in einem Sprinter oder ähnlich größeren Fahrzeugen sitzt, anstatt in einem VW Bus? Würdest Du jetzt lieber in einem kleineren, engeren Fahrzeug sitzen wollen? Es wird immer wieder Situationen geben, wo größerer Unterschied existieren, zumindest im Komfort. Reist Du allein oder mit Kindern? Aber auch das Beweisen immer wieder eindrucksvoll einige Reisende, die mit der ganzen Familie in einem kleinen Campingbus unterwegs sind, dass dies kein Grund sein muss, was Größeres kaufen zu müssen. Es kommt auf Deine Einstellung an und was Du möchtest.

Unser VW Bus

Durch ein bisschen Zufall und Glück sind wir an ein gutes Angebot für einen VW T5 Transport mit langem Radstand gekommen. Dieser besaß zudem auch Allrad und eine originale Standheizung mit an Bord. Der Kilometerstand lag beim Kauf bei circa 275.000 Kilometer. Wir haben den Bus für 4600 € übernommen und waren über die noch 1,5 Jahre TÜV erfreut.

Okay, wer kauft sich auch schon 2018 im Wahn der Dieselfahrverbote noch ein 13 Jahre altes Dieselfahrzeug? WIR!

Ein VW Bus wird zu einem Camper ausgebaut.
VW T5 Transport! Das erste Bild nach dem Kauf.

Nicht alles perfekt, aber Improvisation ist beim Camper Selbstausbau die halbe Miete

Beim Kauf eines Transporters für den Ausbau wird es selten passieren, dass alle Optionen, die Du gerne hättest stimmen. Wir hatten nun eine Heckklappe, ob wohl ich auf Flügeltüren gehofft hatte, da ich hier schon einige Ideen zur Umsetzung in meinem Kopf gesammelt hatte. Egal, nach vorn schauen und umplanen. 

Genauso unpraktisch fand ich die großen Fensterreihen, die sich einmal rings um den Bus herum zogen. Hier hatte ich das Gefühl auf dem Präsentierteller zu sitzen und alle könnten mir zuschauen, egal, was ich gerade tat. Aber das größte Bedenken durch die vielen Fenster hatte ich beim Wärmeerhalt bei Kälte und die penetrante Hitzeentwicklung bei starker Sonneneinstrahlung im Sommer. Obwohl wir Freunde der Sauna sind, überlegte ich mir Optionen, um hier entgegenwirken zu können. Ich fand durch eine passende Dämmung im Camper und durch unsere DIY Blickdichte-Vorhänge meines Erachtens gute Lösungen, für dieses Problem.

Wie geht es weiter beim Wohnmobil Ausbau Projekt?

Ich gehe in der Artikel-Serie „Die große DIY Camper-Ausbau Anleitung“ genauer auf unser Ausbau Konzept ein und präsentiere zum besseren Verständnis viele Beschreibungen und Fotos. Bis hin zur erfolgreichen TÜV Zulassung als Wohnmobil ist alles für Dich dabei und detailliert erklärt. So möchte ich Dir Ideen liefern für Dein eigenes DIY Camper Ausbau Projekt. Denn manchmal reicht ein kleiner „Ahaaa“ Effekt, um den eigenen Ball ins Rollen zu bringen.

Wir hatten nun unseren VW Bus für einen Umbau und wollten diesem eine Kur nach unserem persönlichen kreativen Plan unterziehen. Das, was jetzt in meinem Kopf wie wild umhertrieb, all die Ideen auf den vielen, vielen kleinen Notizzettel, die überall auf meinen Schreibtisch verstreut lagen, mussten jetzt in die Tat umgesetzt werden. Ja, und ich ahnte noch nicht, wie viel Geduld, Ausdauer und Improvisation mir hier abverlangt werden würde.