Entlang der Ostseeküste nach Dänemark: Skandinavien-Baltikum-Tour  3

Entlang der Ostseeküste nach Dänemark: Skandinavien-Baltikum-Tour 3

29. Mai 2019 0 Von Björn

Auf dem Festland angekommen, wurde der Nebel immer dichter und die Ostseeküste zeigte sich nun mehr von ihrer rauen und ungemütlichen Seite. Dazu kamen noch die überteuerten Parkplätze, egal wo man anhalten wollte, es sollte geblecht werden. 

Wir nahmen den Umweg über Prerow und konnten hier an der Kirche kostenlos parken, dafür sende ich jetzt gleich einmal liebe Grüße nach oben. Prerow war im Mai noch nicht allzu sehr überlaufen und so konnten wir, die Gegend entspannt erkunden.

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Reiseroute Blog 3 Skandinavien-Baltikum-Tour
© OpenStreetMap contributors, Lyrk

Der lange Weg zum Stellplatz Wittenbeck

Nach einigen Nächten mit Wildcamping, wollten wir nun abermals auf einen offiziellen Stellplatz fahren. Wir entschieden uns für Wittenbeck bei Kühlungsborn. Hier durften wir für 15 € pro Nacht inklusive Dusche und Frischwasser stehen. Der Weg dorthin überraschte uns jedoch mit gesperrten Straßen, Umleitungen und einem umgestürzten Baum, der vor uns auf der Straße lag. Die Feuerwehr war aber schnell wie die Feuerwehr und so konnten wir am Abend doch noch den Stellplatz anfahren. Dusche wir kommen!

Tolle Begegnung am Morgen

Am Morgen lernten wir Frank mit seiner Frau kennen. Sie erzählten uns von ihrem Trip nach Norwegen. Das Feuer für Skandinavien wurde durchs Franks Erzählungen weiter entfacht . Frank fand unsere Auszeit super und konnte es nachvollziehen, dass wir länger auf Reisen sind. Zu unserer großen Überraschung, sponserte uns Frank gleich mal zwei Tage unserer Reise. Wir waren etwas überrumpelt mit der überaus freundlichen Geste und wussten erst einmal nicht, wie wir reagieren sollten. VIELEN LIEBEN DANK AN FRANK UND SEINE FRAU!

Kühlungsborn in 30 Minuten

In Kühlungsborn gab es kostenlose Parkplätze für 30 Minuten. Das nutzen wir natürlich voll aus und so konnten wir in dieser Zeit die Promenade mit Landungssteg besuchen, einen Einkauf beim Bäcker erledigen. Das Suchen einer Toilette war auch noch drin. Nach exakt 30 Minuten, fuhren wir zufrieden und erleichtert weiter nach Westen auf die Insel Poel.

Insel Poel

Es ging zuerst nach Gollwitz, wo es uns aber nicht so gut gefiel. Gut gefallen hat es uns aber in Timmendorf und Timmendorf Strand. Es regnete natürlich wieder und die Sicht war wie so oft für uns an der Ostsee durch Nebel beeinträchtigt. Es fing durch das anhaltende nass Wetter im Bus langsam an zu miefen und alles wurde klamm. Trotzdem ließen wir uns nicht die Laune verderben, denn mit Hilfe der Standheizung, einem leckeren Cappuccino und einem spannenden Buch, entspannten wir eingekuschelt in unserem gemütlichen Bus und genossen die Sicht nach draußen auf das ungemütliche Wetter.

Die Ostsee im Mai im Nebel verhangen.
Das Bild was wir von der Ostsee im Kopf haben… Nebel, dafür aber leer.

Die Nordsee in Schleswig-Holstein

Am Morgen an der Ostsee, Regen, am späten Nachmittag an der Nordsee, Sonne. Wir übernachteten an einem sehr kleinen Hafen mit vier Kutter-Boote in der Nähe von Uelvesbüll. Der kleine Hafen lud zum Baden ein, also joggten wir uns warm und wollten danach in die 12 Grad warme Nordsee springen. Am Ende bin nur ich gesprungen, Justyna entschied sich dann doch nur für ein Fußbad. 

Polizei Besuch am Hafen

Am Abend bekamen wir Besuch von der Polizei. Die erste Befürchtung war, als der Beamte mit uns small talk begann, das wir nun weggeschickt werden. Dies bestätigte sich zum Glück nicht und wir konnten eine ruhige Nacht in genialer Lage verbringen. Am Morgen wurden wir vom vielen „Määääääääh“ geweckt. Da direkt hinter uns der Deich war, weideten viele Schafe darauf. Es gab aktuell sehr viele süße kleine Nachwuchs-Schafe. Justyna verliebte sich in das eine oder andere kleine Schaf. Zum Glück hatten wir im Camper keinen Platz mehr!

Schafe auf dem Deich an der Nordsee Küste Schleswig-Holstein
Die Nachwuchs-Schafe, die zum Glück nicht ins Auto passten 😉

Dänemark im Westen von Südjütland

Wir hatten keine Vorstellung von Dänemark, um so überraschter waren wir, als wir die ersten Kilometer durch das Land fuhren. War es am Deich in Schleswig-Holstein oft das gleiche monotone Landschaftsbild, egal ob vor oder hinter dem Deich. Ging es jetzt in Dänemark deutlich wilder und abwechslungsreicher zu, zumindest aus unserer Sicht.

Durch die starke Zunahme von Wohnmobilen und Campern allgemein in Europa, gab es sehr viele Verbotsschilder in Dänemark. Vor allem was das Übernachten an Parkplätzen oder anderen freien Flächen betraf. Somit wurde uns die Suche nach Stellplätzen nicht so einfach gemacht. Jedoch wurden wir auf unseren ersten Tagen immer fündig, zum Teil tolle Spots mit schöner Aussicht aufs Meer.

Kostenlose Parkplätze, kostenlose Toiletten und kostenloser Zugang zu Trinkwasser

Unglaublich bequem wurde das Reisen durch die vielen kostenlosen Parkplätze mit Toiletten, die sogar täglich gereinigt wurden. Trotz der vielen Verbotsschilder wurde es so über den Tag einfacher. Unser Frischwasser konnten wir so auch immer wieder gut an den Wasserhähnen mit Drikkevand (Trinkwasser) auffüllen.

Kostenloses Trinkwasser an der Westküste Dänemarks.
Kostenloses Drikkevand für unsere Reserven

Insel Romo

Hier darf man legal mit dem eigenen Fahrzeug auf den Strandfahren. Mit Allrad kommt man sogar an ruhige Spots und kann so einen schönen Tag mit, Kiten, Surfen oder Baden verbringen. Offiziell ist das Übernachten hier aber verboten und wird auch immer wieder kontrolliert.

Am Strand auf der Insel Romo in Dänemark.
Am Strand auf der Insel Romo

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Ribe, älteste Stadt Dänemarks und Retter der trockenen Socken

Diese tolle Altstadt hat nicht nur Kultur, einen schönen Dom und viele historische Gebäude zu bieten. Nein, hier wurde ich zum Glück auch nach neuen Outdoor-Schuhen fündig. Meine alten Schuhe ließen immer mehr Wasser nach innen, da die Nähte und Sohle sich langsam lösten. Ich wollte endlich den nassen Socken Ade sagen und konnte in Ribe meine Mission erfolgreich erfüllen. 

Hier wurde Justyna auch auf die „Kanelsnegle“ aufmerksam. Das sind typische dänische Gepäcke mit einer Zimtfüllung. Also wer auf süßes steht, sollte einmal in Dänemark Kanelsnegel probieren, bestimmt nicht gesund aber dafür absolut genial im Geschmack.

Die älteste Stadt Dänemark, Ribe.
Die älteste Stadt Dänemark, Ribe.

Nationalpark Vadehavet

Hier im Norden des Nationalparks Vadehavet an der Ho Bugt, konnten wir uns kostenlos auf vorgeschriebenen einsamen Plätzen stellen und übernachten. Es gab Feuerstellen und Picknick Bänken direkt am Meer. Es gab einen beeindruckenden Wanderweg direkt an der Ho Bugt entlang in wild romantischer Landschaft wo wir uns frei und wohlfühlten.

Wanderung im Nationalpark Vadehavet.
Wanderung im Nationalpark Vadehavet.
Interessante Tier Begegnungen im  im Nationalpark Vadehavet
Interessante Tier Begegnungen im im Nationalpark Vadehavet

Henne Strand und Nymindegab. Dünen, alte Bunker und viel Wind

Hier kommen Dünen-Wanderer auf ihre Kosten! Zahlreiche kleine Wege schlängeln sich durch diese unendlich wirkende Welt aus Dünen, die sich hoch vor der windigen Nordsee aufgebaut haben. Dazwischen können alte Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg, die zum Teil mit Sand verschüttet sind, bestaunt werden.

Wir nutzten diese einsame Gegend und die endlose weite des Strandes zum Joggen, für Yoga und spazieren gehen. Zwischen den Dünen versteckt, konnten wir unsere frisch gefüllte Camping-Dusche bei 10 Grad Außentemperatur und starkem Westwind gut nutzen, um den Schweiß und die vielen Sandkörner abzuspülen. Trotz Kälte war es ein Genus frisch geduscht in neue Kleidung zu schlüpfen.

Bunker- und Dünnen-Landschaft bei Nymindegab in Dänemark.
Bunker- und Dünnen-Landschaft bei Nymindegab
Die Westküste von Dänemark, ein Paradies für Wassersportler und Naturliebhaber.
Die Westküste von Dänemark, ein Paradies für Wassersportler und Naturliebhaber.

Auf zum nächsten Teil der Reise. Die Westküste von Dänemark

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