Eine Reise in den Iran: Teil 2, der Süden

Eine Reise in den Iran: Teil 2, der Süden

3. Februar 2019 0 Von Björn Hofmann
Meine Reise Route durch den Iran
Meine Reise Route durch den Iran

Die Reise geht nach Süden im Iran

Kurz vor Mitternacht stand ich nun in der Hauptstadt des Irans am Taxistand vom Imam Chomeini International Airport und wartete auf meine Mitfahrgelegenheit. Masoud, ein Airport Taxifahrer und Englisch Lehrer mit Touristen-Lizenz, wollte mich hier am Flughafen in Teheran abholen und mir sein Land zeigen. Selber habe ich Masoud noch nie gesehen und kannte ihn nur vom kurzem Email Verkehr und von den Erzählungen meines Vaters, der ihn ein Jahr zuvor bei der Damavand Besteigung kennengelernt hatte. Als nun ein älterer Mann mit breitem Grinsen zielstrebig auf mich zu kam und mich mit meinem Namen begrüßte, wusste ich das Plan B nicht nötig sein wird. Es war wirklich nicht schwer für einen Iraner im Iran einen hellhäutigen, mit Sommersprossen übersäten jungen Mann zu finden. So leuchtete ich aus der Masse heraus.


Unsere traditionellen Besuche in Werkstätten

Ein Airport Taxi mit 800.000 Kilometern

Für ein Airport Taxi hatte dieses Auto schon ziemlich viel gesehen, was mir auch der beachtliche Kilometerstand von ca 800.000 Kilometer verriet. Aber was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, das der regelmäßige Besuch von Werkstätten dank der hohen Kilometerzahl auf dem Tacho, immer wieder ein Teil der Reise durch den Iran wurde. Die Kilometer haben auch ihren Preis. Aber das war wohl ganz normal hier im Iran.

Wir fuhren weit in die Nacht hinein durch die Wüste in Richtung Isfahan, in den Süden des Irans. Ich konnte meine Augen irgendwann vor Müdigkeit nicht mehr offenhalten, werde ich doch sowieso schnell müde in einem Auto. Also legte ich mich während der Fahrt mit meinem Schlafsack auf die Rücksitzbank des Taxis, vertraute auf Masouds Fahrkünsten und schlief auch sofort ein.

Im Taxi schlafen im Iran

Mein Wohnzimmer und Schlafplatz für einige Tage meiner Reise. Die Rückbank des Airport Taxis

Die Stadt Isfahan

30 km vor der Millionen Stadt Isfahan, wachte ich durch den starken Verkehrslärm und der der steigenden Hitze im Auto auf. Masoud lag vorne im Taxi quer über Fahrer- und Beifahrersitz. Die Sonne stieg nun langsam höher und machte aus dem Taxi eine Sauna, nur die Wahl des Sauna-Duftes hätte besser sein können.

Wir fuhren am Morgen ins Stadtzentrum von Isfahan und ich genoss mein erstes iranisches Frühstück. Fladenbrot, Suppe und Rindfleisch mit… Zimt. Mein Magen brauchte einen kurzen Moment doch es ging zum Glück alles gut.

Das Essen im Iran ist für unsere Verhältnisse sehr günstig. Man kann überall im Land ohne Probleme Essen und Trinken bekommen. Man sollte nur daran denken, das in einigen Einrichtungen die Schuhe ausgezogen werden müssen, bevor man das Gebäude betritt. Wenn man in einem Restaurant auf Toilette geht, wo die Schuhe ausgezogen wurden, zieht man sich Badeschuhe an, die hier bereitgestellt werden. Meistens gibt es nur ein Paar und alle Besucher benutzen das gleiche Paar Badeschuhe für den Toiletten besuch. Am besten nicht darüber nachdenken, einfach machen.

Die Iman-Moschee in Isfahan im Iran
Iman-Moschee

Iman-Moschee und Umgebung

Der Iman-Platz mitten in Isfahan ist ein Beeindruckender Ort der sowohl am Tage, als auch am Abend bei einer beeindruckenden Beleuchtung meine Augen begeisterte. Der für mich ungewohnten Baustil verzauberte meine Gedanken und setzten mich in eine Welt von Tausendundeine Nacht. Die zahlreichen orientalischen Märkte in der nahen Umgebung des Platzes ließen sich einfach und entspannt besichtigen. Kupfer ist ein begehrtes Material im Iran und man konnte die verschiedensten Dinge aus Kupfer erwerben. Vom Geschirr, Teekannen, Figuren, Kunst bis hin zum Schmuck verschiedenster Art.

Ein Markt in Isfahan
Ein der vielen Märkte in Isfahan

Die ersten Kontakte mit Iranern und Iranerinnen

Beim Schlendern durch die Metropole Isfahan fühlte ich mich sicher und hatte nie das Gefühl von Unwohlsein oder Angst. Immer wieder sprachen mich Iraner persönlich an, auch junge Frauen und stellten mir viele Fragen über Herkunft und mein Leben in Europa. Auch bei unserem ersten Werkstattbesuch mit Masouds Taxi, der seine Seitenscheibe reparieren lassen musste, aufgrund eines Einbruches, war die Neugierde über den fremden Gast im Taxi hoch. Selber ging es mir nicht anders und ich war über jeden Kontakt froh, um Stück für Stück das Puzzle “Iran” in meinem Kopf zu einem klareren Bild zusammen zu setzen. Leider sprachen nur die wenigsten Englisch und ich war über die grobe Übersetzung von Masoud sehr froh.

Isfahan am Abend

Ein weiters Highlight in Isfahan ist das Nachtleben mit der dominanten Beleuchtung an vielen Stellen der Stadt. Hier gibt es wohl kein Ökostrom der teuer bezahlt werden muss. Aber mit einem der größten Gas Vorkommen der Welt, gibt es viele Möglichkeiten. Zum Beispiel die Beleuchtung der Allah-Verdi Khan Brücke, mit dem ausgetrockneten Flussbett vom Zayandeh Rud. An vielen Ecken war es unproblematisch heißes Wasser oder schwarzen Tee zum trinken zubekommen. Wobei ich die Flexibilität und den Einfallsreichtum toll fand, in welchen Formen mir Tee angeboten wurde. Denn ohne Tee, würde die Welt im Iran stehen bleiben.

Allah-Verdi Khan Brücke mit ausgetrockneten Flussbett vom Zayandeh Rud
 Tee und heißes Wasser waren an vielen Orten im Iran allgegenwärtig
Tee und heißes Wasser waren an vielen Orten allgegenwärtig

Windturm Stadt Yazd im Süden vom Iran

Es ging von Isfahan aus mit einen der zahlreich im Land verkehrenden Überlandbusse weiter. Wobei es am angenehmsten mit einem VIP Bus zu reisen ist, der einen am Tage oder auch über Nacht komfortabel in die nächst größere Stadt fährt. Ich bevorzugte die Fahrt in der Nacht bei der Durchquerung der Wüste. Es ging in die “Windturm Stadt” Yazd. Die Entfernungen von Stadt zu Stadt im Iran sind teilweise erheblich und sollten nicht unterschätzt werden. Das kaufen eines Busticket ist sehr einfach und kann an jeden Busbahnhof erledigt werden. Selbst wenn man nach dem Kauf überhaupt nicht weiß, wo man hinsoll, kommt ein Iraner und zeigt einem in welchen Bus man einsteigen soll. Es wurde mir gegenüber immer viel Verständnis gezeigt, da ich weder Sprache noch Schrift im Iran verstand. Für diese Geduld, war ich den Iranern sehr dankbar

Überlandbus im Iran
In einen der vielen Überlandbusse

Haben sie keine Angst in unserem Land?

Interessant fand ich die mir oft gestellte ironische Frage von Einheimischen, warum ich alleine in ihr Land gekommen bin, da der Iran doch gefährlich sei, oder nicht? Schön zu sehen war dabei das breite Grinsen in den Gesichtern der Bevölkerung von Jung und Alt die mir diese Frage stellten. Meistens bekam ich noch als Nachschlag, dass ich mir heute aber keine Sorgen machen müsste, da sie heute nicht böse sein wollen. Ich hoffe mir wurde das immer richtig übersetzt… Mir hat diese Art von Humor gefallen, hatte es, wenn man länger darüber Nachdachte, doch etwas Ehrliches, da sie alle wussten, wie wir in der westlichen Welt über den Iran dachten.

Bücher die ich auch gelesen habe

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Reisebericht über den Iran*

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Reiseführer für den Iran*

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Gebrauchsanweisung für den Iran*

Die Windtürme von Yazd

In Yazd wurde es noch eine Schippe heißer und das erklärte mir auch die vielen Windtürme der Stadt die mir mein Rundumblick immer wieder einfing. Ein Windturm oder auch Bādgir genannt ist ein traditionelles persisches Architekturelement was für die Belüftung und Kühlung von Gebäuden benutzt wird. Einer der größten Windtürme stand im Dolatabad Garten der auch bei Dunkelheit gut zu besuchen ist. Allgemein kann man sagen, dass die Gärten im Iran in einem wirklich vorzeigbaren Zustand waren und zum längeren Verweilen einluden. Ich liebte es durch die Schatten spendenden Bäume zu spazieren.

Der Dolatabad Garten in Yazd mit dem Bādgir
Der Dolatabad Garten in Yazd mit dem Bādgir
Windtürme in Yazd im Süden vom Iran
Windtürme in Yazd

Unterkünfte im Iran suchen

Neu war auch für mich bei der Suche nach Unterkünften, da ich als Europäer nicht überall nächtigen durfte. Einige Hotels oder Pensionen haben keine Ausländer aufgenommen oder nur Reisende mit einer Herkunft aus einem asiatischen Land. Wenn man dann aber etwas gefunden hatte, konnte man zum Teil sehr günstig die Nacht verbringen. Ich habe meist in sehr einfachen Unterkünften geschlafen für ca. 3€ pro Nacht. Aber es war wirklich eine sehr, sehr einfache Unterkunft. Es war auch ziemlich schwer zu sagen, wann zuletzt die Bettwäsche gewechselt wurde. Nichts für empfindliche Nasen und Hygiene-Fanatiker. Mein eigener Schlafsack wurde da zum wichtigsten Ausrüstungsstück.

Einfach und günstige Unterkunft im Iran
Schön kuschelig! Einige Unterkünfte waren abenteuerlich.

Die Stadt Schiras

Die Hauptstadt der zentralen Südprovinz Fars hatte mich schon bei meiner Ankunft verzaubert, als wir mit dem Bus am Abend durch die Lichtgeflutete Stadt fuhren. Eine Unterkunft wurde dank der Hilfe des Taxifahrers, der mich und Masued vom Busbahnhof zum Stadtzentrum brachte, schnell gefunden. Ein Unterkunft war schnell gefunden. Das erste mal hatte ich nun eine Dusche mit auf meinem Zimmer, die Toilette im Boden war auch gleichzeitig der Ablauf. Voll Praktisch in vielerlei Hinsicht…

Do you speak English?

Auch in Schiras wurde mir wieder schnell klar, dass selbst meine schlechten Englischkenntnisse nicht all so viel anrichten konnten, da die Iraner noch schlechter englisch sprachen wie ich oder überhaupt nicht. Erst 4 Wochen vor Reiseantritt mit Farsi lernen zu beginnen, war einfach nicht wirklich ausreichend. Auch wenn der Lerneffekt durch Fehler manchmal sinnvoll erscheint, hat es mich bei dieser Reise mal wieder geärgert, dass ich mich nicht mehr mit der Sprache beschäftigt hatte. Die groben Übersetzungen von Masoued zeigten mir, das viele Iraner in meinen Augen interessante Geschichten mit mir teilen wollten aber sie leider kein Englisch konnten und ich kein Frasi. Das wird sich erst mit der nachkommenden Generation verbessern meinte Masoued, denn es gab einige junge Iranerinnen und Iraner, die fleißig am Englisch lernen waren. Aber auch hier lässt sich das wie so oft nicht pauschalieren.

Schiras am Abend

Welcome to Shiraz

Die meiste Erfahrung mit der jungen iranischen Generation machte ich in Schiras. Als wir am gleichen Abend nach der Ankunft in die Stadt gingen, es war Donnerstagabend und somit Wochenende im Iran, war die Stadt sehr lebhaft gefüllt. Ich stach aus der Menge heraus und wurde immer wieder angesprochen, gefragt wo ich herkomme, was ich hier mache und warum ich alleine bin. Manchmal war es auch nur ein flüchtiges nicken oder ein, >>Welcome to Iran<< oder >>Welcome to Shiraz<<, was ich zu hören bekommen hatte.

Mir wurde auch mitgeteilt, wie toll meine blonden Haare und meine blauen Augen doch seien. Mit sowas konnte ich schon immer schwer umgehen und habe einfach nur genickt und gelächelt und hoffte nicht rot zu werden.

Mausoleum Schah Tscheragh (Shah Tscheragh)

Ich war sofort begeistert und gefangen von der Atmosphäre die mich auf jedem Schritt und Tritt hier im Mausoleum Schah Tscheragh umgab. Die Beleuchtung die die gesamte Anlage zum Tag werden ließ, der Gesang des Sängers der immer lauter wurde je näher ich dem Hauptplatz kam und die vielen so ungewohnten Eindrücke die in mich fluteten und keine Zeit bekamen zur Verarbeitung. Ich wurde auch hier immer wieder angesprochen. Ich lernte junge Pakistanerin kennen, die gutes Englisch sprachen. Sie erzählten mir, dass sie extra aus Pakistan hierhergekommen sind. Ich fragte für was und sie antworteten mir, das sie wegen dem Sänger hier her gekommen sind.

Schah Tscheragh in Schiraz im Iran
Schah Tscheragh
Schiras im Süden vom Iran
Im Hintergrund ist der Koran Sänger mit der Bühne

Der beste Koran-Sänger besuchte Shiras

Ich spürte so intensiv wie selten, dass ich hier in einer komplett mir immer noch unbekannten Kultur und Welt war. Wie in einem Spielfilm mit perfekter Liebe zum Detail und Realismus, nur halt kein Regisseur der mich hätte auf Fehler hinweisen können, was ich denn falsch oder richtig mache. und keine Chance die Szene noch mal neu drehen zu lassen. Nein, ich stand da einfach, mitten zwischen den tausenden Moslimen aus aller Welt und fühlte mich trotz vollgepumpten Adrenalin vollkommen wohl und sicher. Ich fragte einen Soldaten ob ich Fotografieren dürfte, er antwortete kurz >>Foto? Ok, no problem<< und wollte auch gleich ein Foto mit mir zusammen machen, was ich natürlich gerne tat.

2015 hatten man in Schiraz noch keine “Touristenkarte”

Am nächsten Morgen erkundete ich die Stadt bei Tageslicht. Das Farbenspiel und die Lichter wurden von der drückenden Sonne abgelöst aber die Stadt behielt für mich weiterhin ihren besonderen Flair, da es für mich was Besonderes war einfach hier sein zu dürfen und sich frei und ohne Probleme bewegen zu können, anders wie ich es mir zuerst in meinem Kopf vor meiner Reise vorgestellt hatte.

Die Jugend ist halt einfach überall jugendlich und das ist auch gut so

Am Abend wollte ich auf eine kleine Anhöhe steigen um einen Blick von oben auf die Stadt Shiras zu bekommen. Ein beleuchteter Weg führte bis hoch zum Gipfel, von wo aus ein tolle Gesamtübersicht über die Stadt möglich war.

Auf dem Weg nach oben traf ich auf eine Gruppe jugendlicher Iraner, die gleich auf mich aufmerksam wurden und auf mich zusteuerten. Sehr laut und mit viel Energie redeten sie auf mich ein und lachten dabei. Ich verstand kein Wort. Fragte ob sie englisch sprachen, was sie verneinten. Einer zeigte immer auf meine Uhr und dann mit seinem Finger auf sich selber. Ich habe das dann so interpretiert, dass er sie wohl gerne haben wollte. >>No way<<, war meine Antwort! Ein anderer sagte immer >>Money, Money<<. Ich denke nicht, das er mir damit mitteilen wollte, das er mir gleich Geld schenken würde.

Dann fingen sie an mit ihren Smartphones Bilder von mir zu machen. Wohl als Trophe um sie beim nächsten Schultag in der Schule präsentieren zu können. Ich entschied mich nun zielstrebig mich zu verabschieden und weiter meinen Weg zum Gipfel aufzunehmen. Als ich ging, stellte sich heraus das sie dann doch noch einige Worte mehr auf Englisch sagen konnten. >>Fuck your Mother<< bekam ich noch auf dem Weg mit hinterher. Einige westliche Werte wurden also schon gut aufgenommen. Ja auch das war also möglich im Iran.

Abgesehen davon, traf ich auf dem weiteren Wegverlauf nach oben und auch wieder nach unten, durchweg nur freundliche Iraner. Später erzählte ich Masouds von dem Treffen mit den Jugendlichen. Er meinte nur dazu, dass viele zu viel Energie haben und keine Hobbys oder Beschäftigung hätten und dies dann ein Problem ist. Es erinnerte mich daran, dass es ja in Europa manchmal auch nicht anders sei.

Persepolis

60 Kilometer von Schiras und ca. 1 Stunde mit einem Taxi entfernt lag die altpersische Residenzstadt Persepolis, die auch zum UNESCO-Welterbe zählt. Hier sichtete ich das erst mal seit meiner Ankunft im Iran Europäer. Sie waren in Reisegruppen unterwegs. Es waren meistens Franzosen, Italiener oder Deutsche. Aber auch reiche Iraner, und Gruppen aus China und Japan waren zu sehen.

Da es viele Besucher gab, viel es auch nicht auf, als ich mich einer deutschsprachigen Reiseleitung anschloss, um so einiges mehr über die alten Ruinen zu erfahren. Das was mir da alles erzählt wurde ist bei mir so hängengeblieben, wie viele Sachen aus meiner Schulzeit… eher weniger wie mehr. Wer also mehr erfahren möchte klickt hier zum Wikipedia Artikel über Persepolis.

Ansichten einer jungen Iranerin im Iran

in Schiras zurück, schlenderte ich wieder durch die Stadt und suchte mir ein Eiskaffee um iranisches Softeis zu probieren. Ich wurde fündig und war vom Geschmack positiv überrascht was das Eis so hergab. Vielleicht lag der vorzügliche Genuss aber auch nur daran, dass ich mich in der Wüste befand und es verdammt heiß war und das Eis einfach so gut tat.

In diesem Eiskaffee lernte ich Ronja kennen. Sie studierte Englisch und sprach aus diesem Grund auch sehr gutes Englisch und ich konnte mich mit ihr gut unterhalten. Sie war interessiert über mein Leben in Europa und in Deutschland. Ich konnte Ronja über das Leben im Iran fragen und wie sie sich fühlte als Frau im Iran zu leben. Sie persönlich fühlte sich im Iran frei, möchte aber später trotzdem nach Europa, da dort einfach mehr Zukunft liege. Ronja möchte später Reiseführerin werden, darum auch das Studium in Englisch. Sie studierte und arbeitete gleichzeitig, was nicht so üblich war für eine Frau im Iran. Auch Volleyball spielte sie, nur das sie hier spezielle Sportkleidung tragen muss um die Haut zu verdecken. Sie sagte mir, dass sie aber keine Probleme mit dem Kopftuch hätte.

Liebe im Iran?

Zu Beziehungen und Liebe im Iran, erzählte sie mir, dass auch oft die Eltern einen Mann für die Frau aussuchen würden. Einige Eltern akzeptieren aber auch ein “nein” der Tochter, wenn sie mit dem Mann nicht zufrieden ist. Ronja darf ihren Mann selber aussuchen. Im Iran lernt man sich auch anders kennen als wie wir es gewohnt sind in Europa. Hier im Iran fragt man einfach, “Hey, ich finde dich toll, willst Du meine Freundin sein?”. Zumindest ist es das, was mir Ronja erzählt hatte.

Sie zeigte mir noch ihren Lieblings Stadtpark, wo sie oft zum lernen hin ging. Auf dem Weg dorthin, sammelte sie ständig den Müll von der Straße ein und entsorgte ihn. Eigentlich sollte dies auch für mich was ganz Normales sein, Fremden Müll aufheben und entsorgen, denn es ist unser gemeinsamer Planet! Aber auch für mich war das leider was Besonderes. Mittlerweile versuche auch ich hier umzudenken! Es ist unser aller Problem! Etwas worüber wir all nachdenken sollten! Ich fand es wirklich klasse und eine super Vorbildfunktion für uns alle was Ronja da tat.

Müll an der Küste Nordkinn

Andere Kulturen, andere Verhaltensregeln

Als wir uns verabschiedeten, hielt ich ihr meine Hand hin. Nach dem ich meine Hand nun so länger hielt und sie meine Hand nicht griff, bemerkte ich den Fehler. Man gibt im Iran Frauen keine Hand. Das gleiche ist mit dem Daumen zeigen für “alles super”, das kann auch mal in die Hose gehen. Das sollte man hier lieber auch nicht machen und gilt als Beleidigung. Ich habe am Anfang auch einmal diesen Fehler gemacht und mir wurde verziehen, da ich doch zum Glück aussah wie ein Tourist, der keine Ahnung hatte.

Im 3. Teil geht es in den Norden in die Heilige Stadt Ghom, in die Hauptstadt Teheran, zum höchsten Berg “Mount Damavand” weiter nach Tschalus über die Tschalus Straße und mach Rudsar am Kaspischen Meer.

Eine Reise in den Iran Teil 1

Eine Reise in den Iran Teil 3

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