Die richtige Isolierung und Schalldämmung für Deinen Camper

Die richtige Isolierung und Schalldämmung für Deinen Camper

27. Februar 2019 0 Von Björn Hofmann

Für eine optimale Isolierung und Schalldämmung in Deinem Camper, muss erst einmal alles raus! Nur so kommst Du an alle wichtigen Punkte und Ecken, wo Kältebrücken Kondenswasser bilden und dadurch Schimmel entsteht. Danach kann die Isolierung und die Geräuschdämmung beginnen. Wie das geht? Das zeige ich Dir jetzt!

Inhaltsverzeichnis

  1. Baue alles aus Deinem Camper raus für eine optimale Isolierung
  2. Rost-Stellen an der Karosserie bekämpfen
  3. Warum-brauche-ich-eine-Geräuschdämmung?
  4. Geräuschdämmung-mit-Alubutyl
  5. Warum sollte ich meinen Camper isolieren?
  6. Den-Camper-mit-Armaflex-isolieren
  7. Isolierung der Fahrgastzelle
  8. Isolierung der Fensterscheiben bei einem Transporter?
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Baue alles aus Deinem Camper raus für eine optimale Isolierung und Geräuschdämmung

Das ist der erste Schritt den ich Dir wärmstens empfehle, wenn Du ein optimales Ergebnis bekommen möchtest. Im ersten Schritt entfernte ich so gut wie alles aus dem VW Bus. Alles was irgendwie abschraubbar war oder sich anderweitig entfernen ließ, wurde entfernt, damit Platz zum isolieren und schalldämmen entstand.

Ich demontierte den Dachhimmel, alle Seitenverkleidungen, die Säulenverkleidungen, Trittstufen und den Fußboden. Der Fahrer und Beifahrersitz wurden ebenfalls ausgebaut mit samt dem Bodenbelag. Der Ausbau dieser Teile war nicht wirklich schwer. Einige Teile sind geklemmt und müssen mit ordentlichem Zug entfernt werden. Es gibt aber auch spezielles Werkzeug* zum Entfernen der Seitenverkleidung, ohne die Gefahr, das Plastikteile gleich abbrechen. Die Armaturen im Fahrerhaus ließ ich eingebaut. Hier die Clips*, falls doch mal welche Abbrechen.

An einigen Stellen muss für die Demontage ein Spezieller Bit benutzt werden. Ein sogenannter Vielzahn-Bit* der öfter Verwendung in einem VW Bus hat.

Alles musste für eine optimale und gute Isolierung des Campers ausgebaut werden.
Das alles musste erst einmal raus aus dem VW T5 Transporter für den eigentlichen Ausbau

Schablone für Seitenverkleidung?

Wenn Du ebenfalls wie wir in Deinen Camper neue Seitenverkleidungen aus Holz bauen möchtest, dann hebe dir die alten demontieren Seitenverkleidungen auf. Diese kannst Du noch als Schablone benutzen für Deinen Ausbau. Brauchst Du Tipps für Deine Seitenverkleidung aus Holz? Hier geht es zum Ausbau-Bericht der Holzverkleidung.

Warum alles aus dem Transporter ausbauen?

Für ein optimales Ergebnis beim isolieren, solltest Du an so viele Stellen wie möglich Innen an die Karosserie gelangen. Es bringt nichts, wenn Du nur ein paar kleine Flächen isolierst. Lieber einmal Richtig und dafür die Entstehung von Kältebrücken und Schimmelbildung vorbeugen.

Es ergibt sich so auch die Möglichkeit, sich nun einmal genauer die Karosserie anzuschauen. Somit werden rostige Stellen schnell gefunden und können bekämpft werden. 

Nebenbei kannst Du nun im Innenraum alles reinigen. Denn es ist unglaublich was sich in einem Auto nach über einem Jahrzehnt Benutzung alles so an Dreck ansammelt. Fühlt sich später beim Campen viel besser an.

So konnte ich nun perfekt den Transporter isolieren und schalldämmen.
Nach dem alles ausgebaut war, sah es dann so aus!

Rost-Stellen an der Karosserie im Camper bekämpfen

Nachdem ich den Transporter im Innenraum gereinigt hatte, konnte ich an einigen Stellen Rost ausmachen. Der Rost wird mit einer Drahtbürste entfernt. Am Einfachsten geht es, wenn Du einen Drahtbürsten-Aufsatz* nimmst, der einfach auf einen Akkuschrauber oder Bohrmaschine aufgesetzt wird. Danach die Stelle fettfrei machen. Ich habe hierfür Bremsenreiniger* genommen. Anschließend Zinkspray* aufbringen und trocknen lassen.

Wenn mir klar war, dass die bearbeitete Stelle später nicht mehr sichtbar sein wird und hinter einer Abdeckung verschwindet, habe ich nur das Zinkspray benutzt. Ansonsten den bevorzugten Lack nach dem Trocknen des Zinksprays noch aufbringen.

Warum brauche ich eine Geräuschdämmung im Camper?

Bei der Geräuschdämmung/Schalldämmung soll die Vibration, die bei der Fahrt erzeugt wird und sich auf die Karosserie überträgt, gedämpft werden. Dadurch entsteht auch ein höherer Geräuschpegel im Fahrzeug beim Fahren. Mit dem aufkleben von Alubutyl* auf die Karosserie, soll diese Vibration verhindert werden. Damit kann der Geräuschpegel beim Fahren reduziert werden. Vor allen größere Karosserie-Flächen sind für die Vibrationen anfällig.

Geräuschdämmung im Camper mit Alubutyl

Ich begann also mit Alubutyl* zu dämmen, um die Lautstärke beim Fahren im Camper zu minimieren.

Zuerst die komplette Fläche, wo das Alubutyl aufgeklebt werden soll, sauber und fettfrei machen. Ich habe hierfür wieder Bremsenreiniger benutzt. Das fettfrei machen ist sehr wichtig, damit der Kleber auch wirklich lange gut hält! Um das Alubutyl zurechtzuschneiden, verwendete ich ein Cuttermesser. Vorsicht vor den scharfen Kanten am Alubutyl!

In welcher Größenordnung und Menge das Material aufgetragen werden sollte, also ob die ganze Fläche beklebt wird oder nur ein Teil, da gehen die Meinungen auseinander. Dachhimmel, Schiebetür, Heckklappe, Boden, Karosserie-Seitenteile, Türen, Radkasten. Da, wo Du es für richtig und wichtig empfindest, klebst Du das zeug hin. Ich habe an verschiedenen Stellen kreuz und quer durch unseren zukünftigen Camper Bus Alubutyl aufgeklebt. Ich habe mich dafür Entschieden, nur an den wichtigsten Stellen Alubutyl aufzukleben. Das zeug ist schwer und kostet auch einiges. Hier musst Du für Dich selbst entscheiden, ob der Aufwand sich lohnt oder nicht. Auf den Schritt zu verzichten, würde ich aber auf keinen Fall!

Rechne dir vorher grob die Menge an Material aus, das hilft bei der Planung beim Bestellen und bei der Kostenübersicht.

Der Camper wird schallgedämpft und isoliert.
Fahrer- und Beifahrerbereich des VW Bus. Im unteren Teil des Bildes ist das Alubutyl gut zu erkennen. Im Oberen Teil des Bildes der Anfang mit Armaflex über das Alubutyl isolierte Teil

Warum sollte ich meinen Camper isolieren?

Die Isolierung soll dafür sorgen, dass bei Kälte die Kälte draußen bleibt und die Wärme sich im Camper hält. Bei Hitze genau andersrum, die Hitze soll draußen bleiben und der Camper Innenraum die angenehme Temperatur behalten. Auch Kondenswasserbildung soll mit der Isolierung vermieden werden und somit Schimmelbildung vorbeugen. Darum ist es wichtig, so viel wie nötig und so gut wie möglich zu isolieren. Im Gegensatz zum Alubutyl habe ich jede kleinste Lücke und Fläche an der Karosserie mit Armaflex überklebt. Umso Lücken für die Bildung von Kondenswasser durch Kältebrücken zu vermeiden. Nur so erhältst Du eine optimale Isolierung für Deinen Camper.

Aber auch ein Dachfenster reduziert das Bilden von Kondenswasser und Schimmel. Hier geht es zum Einbau Bericht von unserer Dachluke.

Den Camper mit Armaflex isolieren

Im vorderen Bereich beim Fahrer- und Beifahrersitz wurde der Dachhimmel und der Boden mit 6mm selbstklebenden Armaflex* beklebt. Ich weiß, nicht sehr dick! Aber Du solltest bedenken, dass die Verkleidung vom Dachhimmel, der Bodenbelag, die Sitze, sowie die Fußleisten wieder in den VW Bus passen müssen. Dazu kommt noch die 2mm Alubutyl Schicht, die darunter schon aufgeklebt wurde. Achte darauf die „Schicht“ nicht zu hoch wird mit der Isolierung, zumindest an den Stellen, wo Teile wieder eingebaut werden müssen, die vorher ausgebaut wurden.

Vor dem Aufkleben die gesamte Fläche erneut sauber und fettfrei machen. Ich habe dafür wieder Bremsenreiniger* genommen und damit sehr gute Erfahrungen gesammelt. Nach einer guten Reinigung der zu beklebenden Fläche hält das Material auf Dauer ordentlich fest, trotz brutaler Hitze oder Kälte.

Armaflex lässt sich entweder mit einer Schere oder einem Cuttermesser gut zurechtschneiden.

Isolierung der Fahrgastzelle im Bus Camper

Für den kompletten Rest des Campers, wie Dachhimmel, Boden und die Seiten verwendete ich 19mm selbstklebendes Armaflex*.

Das Armaflex ließ sich nicht immer einfach in jede Ecke schieben und drücken, sobald die Folie zum Kleber abgezogen war. Das Material blieb sofort an der Karosserie kleben, wenn ich es in eine Lücke schieben wollte. Es spricht natürlich für den unglaublich starken Kleber der am selbst klebenden Armafelx angebracht ist. Aber wie heißt es so schön, geht nicht, gibt es nicht! Diese Arbeit zieht sich, da es viele kleine Schnipsel für einige Ecken benötigt, doch ist diese Arbeit, wenn gut gemacht, unendlich viel Wert für Deinen eigenen Camper! Den Boden habe ich erst Isoliert, als ich die Holzunterkonstruktion fertig hatte. Sonst hätte ich das Armaflex beim arbeiten immer zertreten. Hier geht es zur Isolierung und den Bau der Bodenplatte aus Holz. 

Tipp: Wenn Du mehrere Stücke Armaflex aneinander aufklebst, entsteht immer ein kleiner Spalt. Diese habe ich mit einem Armaflex Klebeband* überklebt.

Der Camper wird mit Armaflex isoliert.
Arbeiten mit Armaflex im VW T5 Transporter

Isolierung der Fensterscheiben bei einem Transporter?

Es sind mir einfach zu viele Fensterscheiben in unserem zukünftigen Camper. Daher überlegte ich, wie ich diese Kälte- und Wärmebrücken loswerden konnte. Ich entschied mich die beiden hinteren Seitenfenster von Innen ebenfalls mit 19mm selbstklebendes Armaflex zu bekleben. Aus Angst, dass der Kleber von außen durch die UV-Strahlen der Sonne seine Kraft verliert, habe ich UV blockierende Tönungsfolien an die Scheiben meines Transporters angebracht. Erst nach dem die Tönungsfolien angetrocknet waren, klebte ich das Armaflex darüber. Es ist einfacher als Du denkst Deine Scheiben selber zu tönen mit vorgewölbter Tönungsfolie, auch als Laie. Hier geht es zur Anleitung, um Deine Scheiben mit vorgewölbter Tönungsfolie selber zu tönen.

Ich habe mich für diese Variante entschieden, da ich die isolierten Seiten später noch mit Holz verkleide. Somit wird das Armaflex nicht mehr zu sehen sein. Die Erfahrung hat mir gezeigt, dass es funktioniert. Die Scheiben sehen von außen schön dunkel durch die Tönung aus. Von Innen ist nichts zu erkennen. Spätestens im ersten Winter, als wir die Heizung im Camper benötigten, wurde klar, es war eine gute Entscheidung. Besonders im Sommer, als wir mehrere Monate unterwegs waren, waren wir über die zusätzliche Isolierung mehr als froh. Licht dringt übrigens immer noch genügend durch die Heckscheibe und der Dachhaube in unser Wohnmobil.

Isolierung im Camper mit Armaflex
Dach und Seiten Isolierung
Isolierung der hinteren Scheiben mit Armaflex.
Das linke hintere Seitenfenster, wurde mit Armaflex beklebt

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Camper richtig Isolieren und Dämmen

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